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Volleyball: Bundesliga-Topscorer kommt zum MSC

Volleyball : Bundesliga-Topscorer kommt zum MSC

Der Moerser Volleyball-Bundesligist baut nach dem schlechten Saisonstart seine Mannschaft weiter um. Gestern wurde bekannt, dass der Israeli Itamar Stein vom Ligakonkurrenten RWE Volleys Bottrop in die Grafenstadt wechseln will.

Der überaus dürftige Saisonstart in die Volleyball-Bundesliga führt beim Moerser SC zu nachhaltigen Veränderungen. Nach der Verpflichtung des mexikanischen Zuspielers Pedro Rangel und der am Dienstag verkündeten Trennung von den erst im Sommer verpflichteten Niederländern Joris Marcelis und Jelle van Jaarsveld (die RP berichtete) wurde gestern die nächste Personalie klargemacht. Und was für eine: In Gestalt des Israelis Itamar Stein hat der aktuelle Topscorer der Bundesliga, der zudem die Angriffsstatistik anführt, seine Zusage gegeben, vom Ligakonkurrenten RWE Volleys Bottrop zu den Adlern wechseln zu wollen.

Gestern Abend wollte der 30-Jährige seinem aktuellen Verein die Hiobsbotschaft überbringen, so dass fraglich ist, ob er überhaupt noch im für heute angesetzten Heimspiel gegen den TV Bühl von Bottrops Coach Goran Aleksov eingesetzt wird. Bislang spielen die Volleys auch dank der herausragenden Leistungen von Stein, der oft als Mittelblocker geführt wird, aber jetzt in Bottrop wie im israelischen Nationalteam als Diagonalangreifer agiert, eine starke Saison. Als Aufsteiger rangieren sie auf Platz sechs — vier Punkte vor dem Moerser SC. So hat es auch keine sportlichen Gründe, dass Stein mitten in der Saison den Verein wechselt. Vielmehr scheint wohl tatsächlich etwas an den Gerüchten dran zu sein, dass die Volleys große finanzielle Probleme haben. "Jedenfalls hat uns Itamar erzählt, dass er aus der vergangenen und der laufenden Saison noch Geld zu bekommen hat. Deswegen kann er den Vertrag mit Bottrop auch kündigen", erklärt der MSC-Vorsitzende Günter Krivec. Großen Wert legt er auf die Feststellung, dass die Trennung von den beiden Niederländern nichts mit der Verpflichtung Steins für die Diagonale zu tun hat. Vielmehr sei schon länger unter den MSC-Spielern über die finanziellen Schwierigkeiten der Bottroper gesprochen worden, und als ihm dann auch noch der ehemalige MSC-Zuspieler Andreas Franke anlässlich des Moerser Gastspiels in Coburg erzählt habe, dass der Israeli nach einem neuen Verein suche, habe er Kontakt zu Stein aufgenommen. "Als die vertragliche Situation dann geklärt war, haben wir uns mit ihm geeinigt. Er soll schon nächste Woche mit uns trainieren und im neuen Jahr auch für uns spielen", sagt Krivec. Noch am Donnerstag hatte er gegenüber der RP erklärt, dass ein neuer Diagonalangreifer aktuell kein Thema sei. Doch gestern ging dann alles ganz schnell, sehr zur Freude Krivecs: "Mit unserem neuen Zuspieler und Itamar Stein werden wir in der zweiten Saisonhälfte deutlich besser und erfolgreicher spielen." Sicher hätte der MSC-Vorsitzende aber auch nichts dagegen, wenn die Neuigkeit schon heute beim Auswärtsspiel der Moerser gegen CV Mitteldeutschland kurzfristig als Motivationsspritze wirken würde.

(RP)