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Volleyball: Diagonalangreifer beim MSC verzweifelt gesucht

Volleyball : Diagonalangreifer beim MSC verzweifelt gesucht

Nach dem Paukenschlag mit der Trennung von zwei Spielern bestreitet der Volleyball-Bundesligist in Spergau die letzte Partie des Jahres.

Als wäre das Finale 2013 für den Volleyball-Bundesligisten Moerser SC nach einer bislang ziemlich missratenen Saison nicht wichtig genug, waren es die Grafenstädter selbst, die Anfang der Woche mit einem personellen Paukenschlag noch zusätzliche Brisanz in die morgige Auswärtspartie bei CV Mitteldeutschland brachten.

Denn nach der Ankündigung, sich von den beiden erst vor der Spielzeit verpflichteten Niederländern Joris Marcelis und Jelle van Jaarsveld trennen zu wollen (die RP berichtete), stellt sich die Frage, wie die nicht gerade vor Selbstvertrauen strotzende Mannschaft in der Jahrhunderthalle Spergau mit dieser überraschenden Entwicklung umgeht.

MSC-Vorsitzender Günter Krivec geht jedenfalls davon aus, dass der Abschied der beiden Niederländer den Kader zusammenrücken lässt. Genau solche mannschaftspsychologischen Überlegungen waren auch der Grund dafür, die beiden nach der schwachen Vorstellung im Heimspiel gegen Friedrichshafen und der insgesamt schlechten sportlichen Entwicklung nicht einfach auf die Auswechselbank zu setzen, sondern gleich die komplette Trennung anzustreben. "Wir brauchen keine 14 Spieler im Kader. Das führt nur zu Unzufriedenheit und Missmut bei denen, die nicht spielen", sagt Günter Krivec. Gleichzeitig betont er, dass die Trennung nichts damit zu tun hatte, Geld sparen zu wollen.

Denn die Verträge laufen weiter. Schließlich, so Krivec, hätten sich beide stets korrekt verhalten. Dennoch hat der MSC-Vorsitzende jetzt Kontakt zu Guido Görtzen, Spielervermittler der beiden Niederländer, aufgenommen. Sollte der einen neuen Verein finden, könnte der MSC dann doch noch ein paar Euro einsparen. Ob Görtzen und Kollegen allerdings den Auftrag haben, sich nach Fachpersonal für die jetzt verwaiste Position des Diagonalangreifers umzuschauen, verrät Krivec nicht: "Wir warten jetzt erst mal das Spiel gegen Mitteldeutschland ab und müssen dann in Ruhe analysieren, welche Ziele noch erreichbar sind."

So steht zunächst Trainer Chang Cheng Liu ganz alleine vor der kniffligen Aufgabe, aus dem vorhandenen Kader einen Hauptangreifer zu rekrutieren, der möglichst in der Lage sein sollte, wichtige Punkte zu machen. Denn sollte es in der Jahrhunderthalle nicht zu einem Sieg reichen, wäre der Kontakt zur oberen Tabellenhälfte endgültig abgerissen und der MSC könnte sich gedanklich mit den Pre-Play-offs anfreunden. "Da müssen wir sehen, wenn wir mit dieser Aufgabe betrauen. Ich denke, das Problem ist lösbar", sagt Liu. Es läuft wohl darauf hinaus, dass er mit drei Annahmespielern agiert, von denen einer Aufgaben auf der Diagonalen übernimmt. Sicher auch eine Herausforderung für Zuspieler Pedro Rangel, den der MSC jetzt endgültig unter Vertrag nehmen will. In der Pause bis Anfang Januar reist er nach Mexiko, um dort alle Formalitäten für eine Aufenthaltsgenehmigung mit Arbeitserlaubnis zu erledigen.

(RP)