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Volleyball: Jähes Aus für Marcelis und van Jaarsveld

Volleyball : Jähes Aus für Marcelis und van Jaarsveld

Der Volleyball-Bundesligist Moerser SC möchte mitten in der laufenden Saison seine beiden Neuzugänge wieder los werden. Nach dem Transfer von Pedro Rangel ist zumindest die Trennung von Jelle van Jaarsveld nachvollziehbar.

Ähnlich überraschend wie zuletzt bei der kurzfristigen Verpflichtung des mexikanischen Zuspielers Pedro Rangel greift die Vereinsführung des Volleyball-Bundesligisten Moerser SC nun zu weiteren drastischen Maßnahmen im personellen Bereich. Die beiden Neuzugänge der Adler, Jelle van Jaarsveld und Joris Marcelis, sollen mitten in der Saison schon wieder gehen. MSC-Präsident Günter Krivec sagt dazu: "Wir haben mit unserer Entscheidung lange gezögert, jetzt wollen wir versuchen, uns von den beiden Spielern mit Wohlwollen und einvernehmlich zu trennen."

Beide Spieler sind ab sofort vom Training freigestellt. Ein Gespräch mit dem holländischen Spielervermittler der Beiden, Guido Görtzen, steht noch aus. Der frühere Weltklasse-Angreifer hatte den Grafenstädtern seinerzeit die Akteure vermittelt – van Jaarsveld als Zuspieler, Marcelis als Annahme-/Außenspezialist, der auch auf der Diagonalen spielen könne. Aber das Duo erfüllte wohl nicht die Erwartungen von Krivec. Auch Trainer Chang Cheng Liu schien im bisherigen Saisonverlauf nicht sehr glücklich mit der Leistung der Niederländer zu sein, zumal da er als Coach kaum in die Personalpolitik des Vereins bei Neuverpflichtungen eingebunden wird. Der Chinese hat das Beste aus dem von Krivec und seinen Spielervermittlern zusammengeschmiedeten Kader herauszukitzeln.

Offiziell heißt es nun in einer Mitteilung des Bundesliga-Tabellensiebten: "Die beiden holländischen Akteure, in der letzten Saison in Antwerpen erstmals im Ausland und dort keine Stammspieler, konnten die in sie gesetzten Hoffnungen beim MSC nicht erfüllen und konnten demzufolge der Mannschaft von Chang Cheng Liu nicht entscheidend helfen. Beim MSC hat man sich auch deshalb zum jetzigen Zeitpunkt für eine Trennung entschieden, um beiden Spielern die Möglichkeit zu geben, für den Rest der Saison noch in einer anderen Mannschaft zu spielen." Die Hereinnahme von Pedro Rangel, dessen Verbleib bei den Adlern aber nach einer Erklärung des Vereins vom 25. November "nur auf Probe" erfolgte, hat die Personalentscheidung gegen van Jaarsveld und Marcelis offensichtlich mit beeinflusst. Mit van Jaarsveld wären nun drei gelernte Zuspieler im MSC-Kader. Rangel und Tobias Neumann aber besetzen die Position des Zuspielers bereits ausreichend.

Rangel für van Jaarsveld ist eine nachvollziehbare Entscheidung – sofern der Mexikaner bis zum Saisonende in Moers bleibt. Warum aber Marcelis ebenfalls gehen soll, lässt der Sportclub offen. Die Entscheidung für "einen Außenangreifer, der auch diagonal spielen kann", war bereits zu Saisonbeginn von vielen Beobachtern nicht ohne weiteres verstanden worden. Heute aber den achtbesten Scorer der Liga (mit 108 Punkten), den zwölftbesten Aufschläger (neun Asse) und den siebtbesten Angreifer (90 Zähler) zu entlassen, könnte ein neues Loch ins Mannschaftsgefüge reißen – es sei denn, der MSC hätte auch für ihn noch ein weiteres Ass im Ärmel . . .

(RP)