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Nach Shitstorm: Verein „Erinnern für die Zukunft“ nimmt Geschwister-Scholl-Gesamtschule Moers in Schutz

Nach Shitstorm im Internet : Nach Shitstorm: Unterstützung für Scholl-Gesamtschule

Die Geschwister-Scholl-Gesamtschule machte Verschwörungstheorien zum Thema, Schüler wurden aufgerufen, an einem „Aluhut-Fotowettbewerb“ teilzunehmen. Es folgte eine Welle der Entrüstung im Internet. Vom Verein Erinnern für die Zukunft erhält die Schule dagegen Lob.

Der Verein „Erinnern für die Zukunft“ hat die Geschwister-Scholl-Schule vor Kritik und Verunglimpfungen im Zusammenhang mit einem Projekt zum Thema „Verschwörungstheorien“ verteidigt. „Schön, dass sich unsere Schulen so einmischen“, teilten Bernhard Schmidt und Ulrich Hecker vom Vereinsvorstand am Mittwoch mit. Wie berichtet sollten Schüler sich im Rahmen während der Ferien mit selbstgebauten „Alu-Hüten“ ablichten. Die Kopfbedeckungen gelten als Symbol für Verschwörungstheoretiker. Die besten Fotos sollten unter dem Motto „Mein Alu-Hut gegen verstrahltes Gedankengut“ ausgestellt werden. Im Internet sah sich die Schule deswegen einer Welle der Empörung („Shitstorm“) ausgesetzt. Ihr wurde unter anderem vorgeworfen, die Schülerschaft zu spalten und andersdenkende Menschen zu diskriminieren.

Schmidt und Hecker erinnern nun daran, dass die Geschwister-Scholl-Schule sich Werten verpflichtet sehe, die mit unseren Namenpaten Sophie und Hans Scholl verbunden sind: „Erziehung zu demokratischem Handeln und gegenseitiger Achtung im Rahmen des größten Respektes vor der Würde jedes einzelnen Menschen.“ Ein Hinterfragen des aktuellen Booms an Verschwörungsmythen im Netz entspreche genau dieser Zielsetzung.

Die Schule habe sich in der Vergangenheit an Gedenkfeiern für die Opfer des Nationalsozialismus und an Aktionen gegen Rechts und für Frieden, Freiheit und Demokratie beteiligt, so Schmidt und Hecker weiter: „Wer diese Moerser Geschwister-Scholl-Schule mit einem Shitstorm überzieht, meint in Teilen wohl auch uns Demokraten in Moers. Verschwörungslügen und Fake News kritisch zu hinterfragen, sollten wir aber aus der Geschichte gelernt haben: die Dolchstoßlüge zum Ersten Weltkrieg von Ludendorff und Hindenburg hat heftig zum Untergang unserer ersten deutschen Republik beigetragen – in Moers gut vertreten durch ,kaisertreue’ Deutschnationale und Nazis wie Professor Heinz, Dr. Bubenzer, Bruno Heger und viele andere.“

Auch die SPD will der Schule den Rücken stärken und ein Zeichen gegen Hass und Verschwörungstheorien setzen: Sie ruft für Freitag, 15 bis 17 Uhr zum Aluhut-Basteln in das SPD- Ladenlokal an der Kirchstraße in der Moerser Fußgängerzone auf. Bastelmaterial soll ebenso wie Schutzmasken mitgebracht werden. Die schönsten Aluhüte sollen fotografiert und alle Aluhüte auf einen kleinen Spaziergang durch die Stadt geführt werden.

Eine Anmeldung (pa.stucki@t-online.de) wird empfohlen. Die Teilnehmerzahl ist zur Einhaltung der Abstandsregelungen auf 15 bis maximal 20 begrenzt.

(RP)