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Glatte Eins: Nancy Farouk hat ihr Abitur am Grafschafter Gymnasium in Moers mit Bravour geschafft

Einser-Abi : „Tu, was dich begeistert!“

Nancy Farouk hat ihr Abitur mit Bravour geschafft. In der Corona-Zeit hat sie gemerkt, dass Gesundheit das Wichtigste ist. Nun hat sie die Qual der Studien-Wahl, schaut aber zuversichtlich in ihre Zukunft.

Eine wichtige Hürde auf dem Lebensweg ist geschafft: Als eine von rund 80 Schülern hat Nancy Farouk ihr Abitur am Grafschafter Gymnasium bestanden. Statt in einer feierlichen Zeremonie mit anschließender Party wurden die Zeugnisse auf dem Schulhof überreicht, wo jede Familie im Quadrat eines Schachbretts stand, geschmückt mit einem weißen Luftballon.

Aber das war in Ordnung für die 18-Jährige, denn eines ist ihr in jüngster Zeit klar geworden: Es gibt Dinge, die wichtiger sind als Bildung und gute Noten. Vor allem die Gesundheit. Ohne die ist alles nichts.

„Natürlich wäre es schöner gewesen, wenn wir uns zum Abschied hätten umarmen können. Aber es war trotzdem sehr herzlich und feierlich“, sagt die junge Frau. Die Corona-Zeit hätte bei allem Stress auch etwas Gutes gehabt. Sie sei gezwungen gewesen, selbstständig zu lernen, und dabei habe sie auch viel über sich selbst erfahren.

Keine schlechte Vorbereitung auf ein Studium, bei dem es ja genau darauf ankommt: gutes Zeitmanagement, Selbstdisziplin, Konzentration und eine passende Balance zwischen Lern- und Entspannungsphasen.

Nancy hat das hervorragend hinbekommen. Volle Punktzahl, Durchschnitt 1,0. Dabei hat ihr geholfen, dass sie sich für die Lerninhalte interessiert hat. „Ich war immer an allem interessiert und wollte die Dinge verstehen“, sagt sie. Damit hat sie etwas mit der Hauptfigur der Abi-Lektüre im Leistungskurs Deutsch gemeinsam: Gothes „Faust“ möchte erkennen „was die Welt im Innersten zusammenhält“.

Nancy Farouk hatte Freude daran, der Psychologie der Figuren in dem Klassiker auf den Grund zu gehen, zeitlose Themen wie Bildung darin zu entdecken. Bildung bedeute mehr als Auswendiglernen, so Farouk: Konflikte lösen können, über den eigenen Tellerrand schauen, Erfahrungswissen, Herzensbildung nennt sie als Stichworte.

Und, damit hat sie sich im Pädagogik-Unterricht beschäftigt: Unterpriviligierung überwinden. Sie ist überzeugt, dass die ganze Bildung nichts nützt, wenn wir nichts Gutes damit tun. In ihrer Schulzeit am Grafschafter habe sie Toleranz und Respekt gelernt, denn die Schülerschaft ist bunt gemischt: Schüler unterschiedlicher Herkunft, Hautfarbe und sexueller Identität werden hier in der Regel gut aufgenommen. Der Umgang mit so unterschiedlichen Mitschülern sei „gut fürs Leben“ gewesen, so Farouk.

Auch in ihrem zukünftigen Beruf möchte sie etwas Sinnvolles tun. Mit ihrem Notendurchschnitt hat sie nun die Qual der Wahl: Sie könnte Medizin studieren wie ihre beiden Eltern. Die Geistes- , aber auch die Naturwissenschaften interessieren sie. Bis Ende August hat sie noch Zeit, sich zu entscheiden. Die Einschreibefristen an den Universitäten wurden verlängert. Die Entscheidung über den beruflich richtigen Weg fällt schwer, denn vieles ist spannend. Die Berufsberatung in der Schule sei zwar eine erste Orientierung gewesen, doch nicht wirklich objektiv, da jeder Referent für seinen Beruf geworben habe.

Nancy Farouk möchte auf dem Weg offen bleiben. Denn ob eine Fachrichtung passt, ob es der richtige Beruf ist, könne man erst unterwegs sehen. Von Rückschlägen wolle sie sich nicht aufhalten lassen. „Wenn man etwas findet, was man mit Begeisterung und Leidenschaft tut, dann verspricht das auch Erfolg und Glück“, ist die 18-Jährige sicher.

In der Zwischenzeit entspannt Nancy Farouk bei ihren Hobbys, die ihr auch in der Lernphase viel Kraft gegeben haben: Geige- und Klavier spielen. Und sie freut sich darauf, von Zuhause auszuziehen, selbstständig zu werden, Neues zu entdecken, sich weiter zu entwickeln. Auf eine hoffentlich erfolgreiche Zukunft!