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Moerser Bäder: Enni tritt auf Kostenbremse

Millionen-Zuschüsse : Moerser Bäder: Enni tritt auf Kostenbremse

Einsparungen beim Personal und in der Gastronomie sind Teil eines Sparkonzepts, das die Betreiberin dem Verwaltungsrat vorgelegt hat. Die Entscheidung über eine Eintrittserhöhung am Bettenkamper steht noch aus.

Das neu gestaltete Solimare-Freibad mit Felsenlandschaft und Rutschenanlage, das kleine aber immer schon feine Naturfreibad Bettenkamper Meer, das Hallenbad im Sportzentrum Rheinkamp: Wenn es um das Thema Schwimmen geht, haben die Moerser – gemessen an der Größe ihrer Stadt – eine echte Auswahl. Auf der anderen Seite steht der Kostenfaktor.

2009, bei  der Verabschiedung des Moerser Bäderkonzepts, hatte sich die Politik darauf verständigt, dass der Zuschuss der Enni für Bäder und Eissporthalle bei maximal 4,7 Millionen jährlich liegen soll. Inzwischen ist der Betrag auf 6,1 Millionen Euro angewachsen. „Das ist zu viel“, sagt Enni-Vorstandschef Stefan Krämer. Die Enni Sport und Bäder muss auf Kostenbremse treten. Hier und da bekommen das demnächst auch die Besucher zu spüren.

Mit dem am Moerser Bäderkonzept beteiligten Beratungsunternehmen Altenburg wurde ein Optimierungsplan für Bäder, Freizeiteinrichtungen und den Gastronomie- und Veranstaltungsbetrieb erarbeitet. So soll unter anderem der à-la-Carte-Betrieb in der Parklounge in Rheinkamp gestrichen und das Catering im Freibad Solimare fremdvergeben werden. Mit einem neuen Freibadgastro-Kiosk bestehe die Chance, organisatorische, hygienische und optische Schwachstellen zu beseitigen, sagen die Berater.

Eine Saisonverkürzung für die Öffentlichkeit in der Eishalle soll sich positiv auf die Bilanz auswirken und auch beim SwinGolf-Angebot will man nachjustieren und Öffnungszeiten auf bislang stark frequentierte Tage und Zeiten begrenzen. Der größte Einsparposten ergibt sich allerdings im Bereich Personal. Das soll laut Enni in Zukunft passgenauer eingesetzt werden. Stellen werden ebenfalls wegfallen, allerdings werde es keine betriebsbedingten Kündigungen geben, verspricht Krämer.

Vom Enni-Verwaltungsrat zunächst vertagt wurde die Entscheidung über eine ebenfalls vorgeschlagene Erhöhung des Eintrittpreises für das Bettenkamper Meer um 50 Prozent – von 2 auf 3 Euro. Der Freundeskreis Bettenkamper Meer soll als Förderverein in diese Beratungen eingebunden werden. Dessen Mitglieder verweisen auf die Geschichte des Naturfreibads, das wegen seiner Besonderheiten früher sogar bei freiem Eintritt besucht werden konnte. Ziel ist es laut Krämer, den Enni-Zuschuss für die Moerser Bäder binnen zwei Jahren unter die Sechs-Millionen-Euro-Marke zu drücken.

Dem Sparziel entgegen steht derweil auch nicht die Entscheidung, die öffentlichen Schwimmzeiten im Sportpark Rheinkamp über das bisherige Frühangebot hinaus auszuweiten – im Gegenteil. Zwar soll der Sportpark laut Bäderkonzept bislang in erster Linie dem Schul- und Sportschwimmen vorbehalten sein. Erlöse und personeller Mehraufwand ergäben unterm Strich aber Einsparungen zwischen 10.000 und  84.000 Euro pro Jahr, sagt Enni-Vorstand Lutz Hormes. Und das passt in die Strategie. Den Wunsch der Bürger nach mehr öffentlichen Schwimmzeiten habe er in den vergangenen Jahren immer wieder in den Verwaltungsrat hineingetragen“, sagt Bürgermeister Christoph Fleischhauer.  Jetzt könne ihm endlich entsprochen werden. Die Neuerungen mit den Schulen und Vereinen zu koordinieren sei nun Aufgabe der Stadt.