Alte Schule in Moers-Meerbeck soll Wohnhaus werden

Stadtentwicklung : Alte Schule soll Wohnhaus werden

Die Stadt verkauft das frühere Schulgelände zwischen Tannenbergstraße und Ernst-Holla-Straße. Kreative Wohnkonzepte sind gefragt.

Wohnen in einer ehemaligen Schule: Was die Stadtbau Moers in der Scherpenberger Cecilienschule verwirklicht hat, soll auch in Meerbeck möglich werden – so wünscht es sich die Stadt. Die Rede ist von dem Gründerzeit-Gebäude an der Ernst-Holla-Straße, in dem einst die Katholische Volksschule Hochstraß (Alexanderschule) war, die später zur Maximilian-Kolbe-Schule und noch später Teil der Justus-von-Liebig-Schule wurde. Letztere ist 2012 an die Römerstraße umgezogen. Jetzt verkauft die Stadt das frühere Schulgelände zwischen Tannenbergstraße und Ernst-Holla-Straße und eine benachbarten Grünfläche an der Kirschenallee. Neue drei- bis vierstöckige Wohnhäuser mit bis zu 70 Wohneinheiten sollen dort entstehen. Das historische Schulgebäude soll möglichst erhalten bleiben und ebenfalls Wohnhaus werden.

Die Planungen für das alte Schulgelände zogen sich hin. Schon vor ein paar Jahren wollte die Stadt es vermarkten, aber dann schossen die Flüchtlingszahlen in die Höhe, in der alten Schule wurden Unterkünfte für Flüchtlinge geschaffen. Das ist Vergangenheit. Die Zukunft, das ist ein starkes neues Stück Meerbeck. Investoren und Bauträgergesellschaften sind aufgerufen, Kaufangebote für die beiden 3250 und 8360 Quadratmeter großen Grundstücke abzugeben. Den Gesamtpreis hat die Stadt auf mindestens drei Millionen Euro taxiert. Verkauft wird, ähnlich wie zuletzt bei den Grundstücken auf dem Areal des ehemaligen Sportgeländes am Stadtpark, per Bieterverfahren. Diesmal geht es aber nicht nur um die Höhe der Angebote, sondern auch um Bebauungskonzepte, die gleichzeitig gefragt sind. „Wir werden die eingereichten Konzepte genau prüfen und würdigen“, betonte Stadtsprecher Klaus Janczyk am Donnerstag. Dabei werde auch der Ausschuss für Stadtentwicklung einbezogen. Dessen Vorsitzender Hartmut Hohmann blickte gestern gespannt den Bebauungsideen entgegen. „Man könnte dort einen städtebaulichen Impuls geben“, sagte er. Es gehe um ein Signal für Meerbeck, dessen soziale und bauliche Entwicklung Gegenstand eines Integrierten Handlungskonzepts ist. Zudem ist Meerbeck Schauplatz des ebenfalls geförderten Programms Innovation City Rollout, bei dem es um Strukturwandel und Klimaschutz geht.

Die Stadt macht für das Baugebiet etliche Vorgaben. Sie möchte den „Wohnungsvorrat für barrierearmes oder -freies und seniorengerechtes bezahlbares Wohnen“ erweitern. Gleichzeitig geht es um Wohnungen für „besser Verdienende“, für junge Menschen, für Familien, für behinderte Menschen. Das Ziel sei, so Stadtsprecher Janczyk, eine „gute gesellschaftliche Durchmischung“. Auch von Fassaden- und Dachbegrünung, effizienter Haustechnik und E-Bike-Ladestationen ist die Rede. Das historische Schulgebäude im Eingangsbereich zur Kolonie Meerbeck-Hochstraß sei von besonderer Bedeutung. Nach dem Wunsch der Stadt soll es umgebaut werden, damit ältere Meerbecker aus der Kolonie „quartiersnah“ in die dortigen barrierefreien, seniorengerechten Wohnungen umziehen können. Dann würde wohl künftig mancher Meerbecker in einem Haus wohnen, in dem er vor Jahrzehnten die Schulbank gedrückt hat.

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