Mönchengladbach: Politik will billigere Fahrpreis für Busse

Busverkehr in der Region : Gladbach will billigere Bustickets

Die Politiker im Rat wünschen sich, dass die Stadt Teil der Modellregion des VRR wird – mit bis zu 75 Prozent günstigeren Fahrpreisen. Ein 365-Euro-Ticket nur für Mönchengladbach wäre teuer.

Der öffentliche Nahverkehr in Mönchengladbach soll günstiger werden. Das wünschen sich praktisch alle Politiker. Fraglich ist, ob es dazu ein sogenanntes 365-Euro-Ticket geben wird, oder ob die Stadt als Teil des Verkehrsverbundes Rhein-Ruhr (VRR) grundsätzlich günstigere Fahrpreise erhält. Im Hauptausschuss zogen die Grünen ihren zunächst gestellten Antrag, wonach das Rathaus in einer Machbarkeitsstudie die Einführung eines radikal vergünstigten Jahrestickets prüfen solle, zurück. Zuvor hatte SPD-Fraktionschef Felix Heinrichs auf die Initiative des VRR verwiesen, eine von zehn Modellregionen in Deutschland mit deutlich reduzierten Fahrpreisen zu werden. Der Bund will im Rahmen des Klimapakets zehn Modellregionen beim öffentlichen Nahverkehr massiv fördern.

Einzeltickets für eine Stadt sollen demnach künftig zwei Euro und für das gesamte Verbundgebiet vier Euro kosten. Monatstickets sollen entsprechend 50 und 80 Euro kosten. Fahrpreise sollen damit bis zu 75 Prozent günstiger werden. Die Ausfälle bei den Ticketeinnahmen sollen mit Fördermitteln vom Bund kompensiert werden. Mehr als 220 Millionen Euro seien dafür laut VRR pro Jahr notwendig.

Für die Politiker im Hauptausschuss ist das die interessantere Variante als eine Insellösung für Mönchengladbach, die wiederum Pendler benachteiligen würde. Die brauchen im VRR-Modell nicht mehrere Tickets, bei einer Gladbacher Lösung aber schon. „Einzellösungen für jede Stadt können am Ende keinen Vorteil bringen“, sagt CDU-Politiker Friedhelm Stevens, der auch Mitglied der Verbandsversammlung des VRR ist. „Gerade Pendler wären dann die Dummen.“ Heinrichs wünscht sich ebenfalls eine überregionale Lösung, womöglich sogar für ganz NRW: „Das wäre der beste Weg.“

Die Stadt alleine käme ein radikal reduzierter Fahrpreis teuer zu stehen. Bei der NEW fallen im Jahr rund 35 Millionen Euro an Einnahmen durch das Fahrgeld an. Je nach neuem Fahrpreis müsste die Stadt demnach einen hohen zweistelligen Millionenbetrag aufbringen, um das zu kompensieren. Außerdem müsste der Öffentliche Nahverkehr ausgebaut werden. „Wenn mehr Fahrgäste mit den Bussen fahren, dann braucht man auch mehr Busse und mehr Fahrer“, sagt Heinrichs. Der zuständige Aufsichtsrat der NEW mobil und aktiv werde in seiner nächsten Sitzung darüber beraten.

Die NEW hat eigenen Angaben zufolge 245 Linienbusse im Einsatz, die jährlich rund 14 Millionen Wagenkilometer zurücklegen. 2018 wurden 54,2 Millionen Fahrgäste befördert. Die Zahlen dürften steigen: Seit wenigen Tagen gilt die dritte Stufe des ausgebauten Fahrplankonzepts.