Mönchengladbach: Kobie van Rendsburgs "Zauberflöte" ist anderes. Premiere ist am 18. Januar 2020

Premiere in Mönchengladbach : Mozarts Zauberflöte im Weltall

Der südafrikanische Regisseur Kobie van Rensburg erzählt Mozarts Oper „Die Zauberflöte“ mit spektakulären Elementen aus dem Fantasy-Epos „Star Wars“. Premiere ist am 18. Januar 2020 auf der Großen Bühne des Theaters.

„Le nozze di Figaro“, „Don Giovanni“, „Der Barbier von Sevilla“, „The Gods Must Be Crazy“ und „Der seltsame Fall des Claus Grünberg“: Wer Kobie van Rensburgs Inszenierungen für das Theater Krefeld-Mönchengladbach kennt, der weiß, dass der Regisseur aus Südafrika ein ausgeprägtes Faible für Videoarbeiten und Blue-Screen-Technik hat, die er im Laufe der Jahre an diversen Theatern immer mehr verfeinern und perfektionieren konnte.

Man erinnere sich nur an die knallbunte Version von Gioachino Rossinis „Barbier von Sevilla“ – bei der mittels Blue Screen virtuelle Bühnenräume im 1960er-Jahre-Look entstanden und die Sänger per Kamera auf die Leinwand projiziert wurden. „Ich arbeite sehr gerne mit Videoprojektionen, weil die Oper ursprünglich aus dem Wunsch heraus entstanden ist, Text und Ton miteinander zu verschmelzen in einer Art wunderbarer Alchimie“, sagt der Regisseur.

Wolfgang Amadeus Mozarts Oper „Die Zauberflöte“ war in der Spielzeit 2018/19 der absolute Knaller auf der Krefelder Theaterbühne. Fernab von allen Seh- und Hörgewohnheiten lässt der Regisseur Tamino, Pamina und Papageno per Raumschiff in die unendlichen Weiten des Alls befördern. Die Königin der Nacht und der Hohepriester Sarastro führen ihren Krieg im Universum von Star Wars und Enterprise – mit entsprechenden ausgefeilten High-Tech-Mitteln.

„Nach meinen Entwicklungsschritten im Videobereich will ich mit der ‚Zauberflöte‘ alle bisher erprobten technischen Möglichkeiten zusammenführen“, sagt Kobie van Rensburg. Er versetzt Mozarts mystische Abenteuergeschichte in die aufsehenerregenden Welt der Jedi Ritter.

Dafür hat er das klassische Werk kräftig entstaubt und gemeinsam mit Kapellmeister Diego Martin-Etxebarria musikalisch eine Fassung entwickelt, die verführerisch leicht und frisch daherkommt. Die Möglichkeiten, die sich dem Regisseur durch den High-Tech-Einsatz bieten, sind aufregend und inspirierend: Der verblüffte Zuschauer erlebt die Sänger in mehreren Perspektiven; Ortswechsel, wie sie im Libretto vorgesehen sind, können rasant vollzogen werden. Die Zuschauer sehen die Projektionen auf der Leinwand und gleichzeitig das „Making of“ – also das Geschehen auf der Bühne. Und in welcher Inszenierung fliegt Prinz Tamino schon durch einen Asteroidensturm, singt die Königin der Nacht ihre berühmte Arie im Darth-Vader-Outfit oder wuseln knuddelige Ewoks über die Bühne?

„Ich möchte mit meiner Lesart das Phantastische dieser Märchenoper betonen und das Publikum mit einer modernen Umsetzung für die Gattung Oper generell begeistern“, sagt Kobie van Rensburg.

Diese ganz besondere „Zauberflöte“ eignet sich deshalb nicht nur für gestandene Opernliebhaber, sondern auch für Operneinsteiger, die Lust auf ein frisches Regiekonzept und auf ungewöhnliche Technik-Effekte haben. Nach vielen ausverkauften Vorstellungen in Krefeld kommt „Die Zauberflöte“ am 18. Januar 2020 endlich auch auf die Große Bühne des Theaters an der Odenkirchener Straße.