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Mönchengladbach: Noch viele Ausbildungsplätze sind frei

Mönchengladbach : 1500 Jugendliche suchen noch Ausbildungsplatz

Obwohl viele Stellen frei sind, gibt es viele unversorgte Bewerber. Trotzdem haben zu wenige Schüler Lust auf eine duale Ausbildung.

„Die Arbeitslosigkeit“, sagt Angela Schoofs, Chefin der Agentur für Arbeit Mönchengladbach, „ist auf dem absteigenden Ast.“ Sie zeigt sich zufrieden, obwohl die Zahlen im Juli im Vergleich zum Vormonat Juni leicht angestiegen sind. Saisonüblich sei das,  stellt sie fest. Und tatsächlich zeigt der Blick auf den Vorjahresmonat, den Juli 2017, wie gut sich der Arbeitsmarkt im Bezirk der Arbeitsagentur, der neben der Stadt Mönchengladbach auch den Rheinkreis Neuss umfasst, entwickelt: im Juli 2018 waren 1885 Menschen weniger arbeitslos als vor einem Jahr, ein Rückgang um 6,6 Prozent.

Insgesamt waren im Juli dieses Jahres 26.508 Männer und Frauen im Agenturbezirk arbeitslos gemeldet. Die Arbeitslosenquote beträgt damit 7,0 Prozent. Die Arbeitslosigkeit verteilt sich aber weiterhin sehr ungleichmäßig auf Mönchengladbach und den Rhein-Kreis Neuss. Während in der Stadt Mönchengladbach 9,7 Prozent Arbeitslosigkeit verzeichnet werden, sind es im Rhein-Kreis nur 5,4 Prozent. In absoluten Zahlen: In Mönchengladbach waren 13.582 Menschen ohne Arbeit, im Rhein-Kreis Neuss, der die Geschäftsstellen Neuss, Dormagen und Grevenbroich umfasst, waren es 12.926.

Der saisonbedingte leichte Anstieg der Arbeitslosigkeit ist auf die Zeit der Übergänge zurückzuführen: Die Ausbildung ist beendet, eine Festanstellung noch nicht gefunden. Oder die Schulzeit ist vorbei, Studium oder Ausbildung noch nicht begonnen.

Für das bald beginnende neue Ausbildungsjahr gibt es noch zahlreiche offene Ausbildungsplätze. „Wir haben immer noch das Problem, die jungen Leute für die duale Ausbildung zu begeistern“, stellt die Agenturchefin fest. „Und das trotz Aufstiegsmöglichkeiten und guten Einkommensaussichten.“ Im gesamten Agenturbezirk gibt es noch mehr als 1300 offene Ausbildungsplätze und knapp 1500 unversorgte Bewerber.  Aber: „Alle bekommen mindestens drei Vermittlungsangebote“, betont Marco Lemme, Berufsberater bei der Agentur für Arbeit.

Zu den Branchen, denen noch besonders viele offene Stellen zu finden sind, gehören die Alten-  und die Krankenpflege. Dabei boomt die Bereich: Mit rund 38.130 Beschäftigten arbeiten 15,6 Prozent im Gesundheits- und Sozialwesen. Beide Bereiche zusammengenommen erzielten den größten Beschäftigungszuwachs gegenüber dem Vorjahr. Trotzdem gibt es in Mönchengladbach  noch 74 offene Ausbildungsplätze in der Altenpflege und 41 in der Krankenpflege.

 Jugendliche, die noch keinen Ausbildungsplatz haben, können ohne Terminabsprache täglich zwischen 10 und 12 Uhr in die Hauptgeschäftsstellen Mönchengladbach und Neuss kommen. Und weil sich junge Leute  oft schwer tun, den für sie passenden Beruf zu finden, weist die Arbeitsagentur schon jetzt auf die Messe Beruf Konkret hin, die in Mönchengladbach vom 27. bis 29. September 2018 stattfindet (in Neuss am 15.9.) Außerdem ist für Oktober ein Tischkicker-Turnier für Schüler und Unternehmer geplant, bei dem man sich zwanglos kennenlernen kann. Oder wie es Angela Schoofs formuliert: „Man bringt gemeinsam Leistung und gewinnt gemeinsam.“