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Hildenerin Malin Büchner studiert und spielt Tennis in Jacksonville

Sport am College (1) : Tennis an der Uni ist ein Mannschaftssport

Seit vier Jahren studiert Malin Büchner in Jacksonville in Alabama. Dort fühlt sich die Stipendiatin, die den Master angeht, pudelwohl. Trotz der Corona-Pandemie fliegt sie in diesen Tagen wieder nach Amerika.

Der Tennissport stand für Malin Büchner schon in jungen Jahren ganz oben auf der Liste ihrer Hobbies. Die ersten Schritte auf dem Ascheplatz machte die Hildenerin auf der Anlage des SV Ost am Heidekrug. Später wechselte die ambitionierte Sportlerin jedoch zum TC Stadtwald. „Dort hatte ich bessere Trainingsmöglichkeiten und stärkere Partner“, sagt sie. Ihre beste Position in der Deutschen Rangliste der Frauen? „Um die 220 – je nach Sommer oder Winter hat das variiert“, berichtet Büchner. Tennis nennt sie „eine schöne Sportart, die man nutzen kann, um auf andere Gedanken zu kommen und sich abzulenken“. Zugleich bot die Tennisliebe die Möglichkeit, in den USA zu studieren.

Als Malin Büchner im Alter von 18, nach zwölf Jahren auf dem Gymnasium, das Abitur machte, stand der Entschluss längst fest, sich um ein College-Stipendium zu bemühen. „Ich habe nicht lange gebraucht, um mich zu entscheiden, denn es hörte sich sehr interessant an. Ich finde es gut, dass man Tennis und Stu­­dium kombinieren und die englische Sprache lernen kann“, nennt sie ihre Beweggründe, ihre Ausbildung fernab der Heimat zu absolvieren. Büchner betont: „In Deutschland hätte ich mit dem Tennis nicht so weitermachen können, weil das Studium viel Zeit in Anspruch nimmt. Die Uni in Amerika unterstützt die Sportler viel mehr.“ Der Stellenwert von Tennis am College ist also hoch? „Tennis gehört nicht zu den angesehensten Sportarten. Football, Basketball und Baseball sind ganz vorne. Es kommt aber auch auf die Uni an, wie gut die Tennismannschaft ist.“ Seit vier Jahren studiert Malin Büchner an der Jackson State University in Alabama Sportmanagement mit dem Nebenfach Marketing und machte ihren Bachelor. Rein sportlich stellt sie fest: „In Amerika spiele ich viel intensiver Tennis. Eigentlich ist es ja eine Einzelsportart, aber am College rückt mehr das Team in den Vordergrund. Das gefällt mir persönlich besser: Im Team macht es mehr Spaß. Zu wissen, dass es nicht nur um mich geht, sondern auch um die Mannschaft.“

In den nächsten zwei Jahren will die 22-Jährige jetzt ihren Master machen. Ihr Berufswunsch? „Ich würde gerne im Bereich Event Marketing arbeiten, das finde ich sehr interessant.“ Auch ein Sportstudium in Köln hätte der Hildenerin gefallen, aber „reiner Sport war mir zu einseitig“. Die Arbeit in der Marketingabteilung einer großen Sportfirma findet sie einfach abwechslungsreicher.

Die Entscheidung, nach Amerika zu gehen, fiel leicht. Schwieriger war es, die Universität auszusuchen. Nach vielem Grübeln fiel die Auswahl auf Jacksonville. In den vergangenen Jahren ist der Ort Malin Büchner ans Herz gewachsen. „Das ist ein sehr kleines Städtchen. Die Menschen dort sind einfach unbezahlbar und meine zweite Familie geworden. Ich fühle mich so wohl, obwohl ich so weit weg von zu Hause bin. Ich habe viele neue Leute und eine neue Kultur kennengelernt – das ist einfach super.“ Dabei hilft auch das Tennisspiel. „Ohne den Sport wäre es schwierig, Anschluss zu finden. Durch den Sport in einer großen Gruppe ist vieles einfacher geworden“, gesteht Büchner und ergänzt: „Mit der Mannschaft verbringe ich viel Zeit, gehe mit ihr auf Reisen – dadurch rückt man viel enger zusammen.“

Sieben bis acht Monate im Jahr verbringt die Hildenerin in Alabama: Von Januar bis Mai und dann wieder von August bis Dezember. Den Sommer verbringt sie in Deutschland, spielt im Verein Tennis oder macht Fitness-Workouts, aber alles weniger intensiv. „Ich möchte genießen, dass ich hier bin und Urlaub habe“, sagt sie. Zugleich hat sie aber auch einen Aushilfsjob bei Qiagen, um die Studentenkasse aufzubessern. In diesen Tagen geht es jedoch wieder zurück nach Amerika – Corona hin oder her. Wegen der Pandemie kam Malin Büchner vorzeitig im Frühjahr nach Hilden zurück. Nun stellt sie fest: „Natürlich ist ein bisschen Angst dabei, aber ich freue mich auch, weil ich seit März nicht mehr da war.“