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Unitas Haan wartet gespannt auf die HSG Konstanz

Handball : Unitas wartet gespannt auf die HSG Konstanz

Die Haaner Handballer freuen sich auf das Freundschaftsspiel gegen den Zweitligisten, die zugleich Corona-Generalprobe für die neue Saison ist. Denn dann möchte das Oberliga-Team auch vor Zuschauern antreten.

Noch wirken die Unitas-Handballer ganz entspannt. Das dürfte sich aber in den nächsten Tagen ändern, denn am Samstag (Anpfiff 18 Uhr) steht das Freundschaftsspiel gegen die HSG Konstanz auf dem Vorbereitungsplan. Eine Partie, die sportlich eine Herausforderung ist, schließlich spielen die Haaner, die im April schon kurz vor dem freiwilligen Rückzug aus der Oberliga standen, drei Klassen unter dem Zweit-Bundesligisten, der bereits am Donnerstag vom Bodensee ins Rheinland anreist. In Corona-Zeiten ist das Interesse an der Begegnung aber doppelt groß, denn erstmals seit März tritt die Unitas wieder vor Publikum an. „Wir freuen uns darauf, wieder vor Zuschauern zu spielen“, sagt Moritz Blau. Der Co-Trainer der Unitas spricht von einem „großen Härtetest für alle Seiten“. Der Partie liegt ein vom Verein erarbeitetes Hygienekonzept vor, das die Stadt genehmigte und rund 100 Zuschauer in der Halle an der Adlerstraße vorsieht, die ihre Tickets im Vorfeld online ordern müssen. „Das ist die Generalprobe für die Saison“, erklärt Blau. Denn der Oberligist will die Oberliga-Partien der Anfang September beginnenden Saison vor Fans absolvieren.

Für den Gegner HSG Konstanz ist das Spiel vor allem eine willkommene Gelegenheit, in einigen Bereichen zu experimentieren. Für André Melchert, den Co-Trainer des Zweitligisten, der bis 2001 selbst für die Unitas auflief – erst als Jugendlicher, später in der Regionalliga, damals die dritthöchste Klasse in Deutschland – ist es die erste rein sportliche Rückkehr nach Haan. Denn Melchert, der 2002 vom Zweitligisten LTV Wuppertal an den Bodensee wechselte, kehrt regelmäßig zur Kirmeszeit in die Gartenstadt zurück. Weil der Jahrmarkt dieses Jahr wegen Corona ausfällt, kommt der jetzige Abstecher ganz gelegen. Noch immer pflegt der 40-Jährige den Kontakt zu seinen Mitspielern aus jungen Handballer-Jahren, wie Stefan Panthel, Markus Neusser oder Nils Thomas. Und wenn das Seenachtsfest, zu dem jährlich 80.000 Zuschauer strömen, in Konstanz steigt, reisen regelmäßig zwischen 15 und 20 Haaner an, um gemeinsam mit Melchert zu feiern.

Wie immer, wenn sie Spiele im Westen hat, übernachtet die Mannschaft der HSG Konstanz im Hotel Savoy in Haan – auch hier kann Melchert auf alte Freundschaft zählen. Der Zweitligist nutzt den Abstecher nach Nordrhein-Westfalen nicht nur für die Begegnung bei der Unitas, sondern auch für Testspiele gegen den Bundesligisten Bergischer HC und die in der Dritten Liga beheimateten Bergischen Panther. „Natürlich ist die Unitas auf dem Papier kein Gegner auf Augenhöhe, dennoch hat das Spiel für uns einen Mehrwert, weil wir noch einmal einiges ausprobieren können“, sagt Melchert mit Nachdruck. Zumal die Konstanzer nach fünfmonatiger Corona-Pause erst am vergagnenen Wochenende wieder im Wettkampf auf dem Parkett standen. Beim Schweizer Serienmeister Kadetten Schaffhausen unterlagen sie unter Ausschluss der Öffentlichkeit allerdings mit 28:32.

Für die Haaner ist das Ergebnis diesmal nebensächlich. „Wir wollen zeigen, dass die Unitas lebt“, betont Stefan Panthel, der sich bei der Mitgliederversammlung nächste Woche für ein Vorstandsamt zur Wahl stellt. „Die Zuschauer sollen einen schönen Abend haben“, ergänzt Moritz Blau, der mit dem bisherigen Verlauf der Vorbereitung und der Trainingsbeteiligung sehr zufrieden ist. So gewann die Mannschaft am Wochenende beim Landesligisten Ohligser TV deutlich mit 29:21, dabei fehlten etliche Urlauber im Team. „Wir haben extra 23 bis 24 Leute im Kader. Dann ist es nicht so tragisch, wenn der ein oder andere mal ausfällt“, betont Blau, der aktuell selbst Ferien macht und deshalb am Samstag nicht mit von der Partie ist.

Die Zahl der Neuzugänge reißt übrigens nicht ab. Jetzt entschloss sich auch Philipp d’Avoine vom Ligarivalen LTV Wuppertal zum Wechsel nach Haan. Wegen Corona und studienbedingt nahm er in den letzten Monaten eine Auszeit vom Handball, will aber nun wieder durchstarten. Der Zwei-Meter-Mann ist im linken Rückraum eine willkommene Verstärkung. Die bekommt auch das Haaner Trainerteam der Unitas. Ronny Lasch, Co-Trainer des Regionalligisten SG Langenfeld, will nebenbei die Unitas unterstützen. „Ich habe verfolgt, was da mit Harz und Corona passiert ist. Der Verein stemmt sich dagegen und das hat meinen größten Respekt.“ Einen Trainingsabend und bei den Heimspielen will Lasch der Mannschaft helfen, betont zugleich: „Der Job bei der SG Langenfeld steht natürlich an erster Stelle, aber wenn es sich einrichten lässt, werde ich die Unitas irgendwie unterstützen.“