1. NRW
  2. Städte
  3. Mettmann

Das Mettmanner Berufskolleg Neandertal darf sich "Courageschule" nennen

Graffiti-Projekt : Schüler haben was gegen Cybermobbing

Vier Mettmanner Schulen dürfen sich mit dem Titel „Courageschule – Schule ohne Rassismus“ schmücken. Dazu gehört das Berufskolleg Neandertal.

Ausgehend von dem immer mehr um sich greifenden Phänomen des Cybermobbing, also der Hetze, Verunglimpfung, deren Weiterleitung, ja positiven Kommentierung, bis hin zu Videos  über Missbrauch, gar Totschlag im Netz, hat der Differenzierungskurs „Zivilcourage“ ein Projekt gestartet, um aufzuklären und gegebenenfalls auch anzuklagen. Peter Enzenberger leitet diese Gruppe und berichtete von einem entsetzlichen Video, das wohl mehrfach geteilt worden war, auf dem minutenlang zu sehen ist, wie vier Männer eine Frau totschlagen.

Zunächst begrüßte die Schulleiterin Petra Bertelsmeier die Schüler, die Schülervertretung und die erweiterte Schulleitung, deren  Zustimmung für die Realisierung des Projektes erforderlich ist. Auch die Vertreterinnen der Kreisverwaltung Nezihe Erdogdin und Jessie Paczulla vom Integrationszentrum waren anwesend. Von diesen beiden erhofft die Schule die Mittel, um dieses Projekt stemmen zu können.

Der Mettmanner Künstler David Augustyniak hat mit der Projektgruppe ein Graffito entworfen, das, wenn das Projekt genehmigt und auch die Finanzierung gesichert ist, auf eine Wand an zentraler Stelle im Foyer des Gebäudes B der Schule aufgetragen werden soll, um die Schüler ständig an verantwortungsvollen Umgang mit den sozialen Netzwerken zu erinnern.

  • Simon Martin vom Verein Transfair (Mitte)
    Auszeichnung für Gelderner Schule : Berufskolleg Geldern ist Fairtrade-Schule
  • Projekt im Kreis Mettmann : Schulische Inklusion wird von der Uni Köln begleitet
  • Wollen gemeinsam eine „Generation Nichtschwimmer“ verhindern
    Nichtschwimmer in Viersen : Schule hilft – zusätzliche Schwimmkurse

Beeindruckend, nein bedrückend ist dieses Graffito: Es zeigt ein Handy mit dem Titel „Somebody is watching you“, zwei satanisch aussehende Gestalten, die Mobbing und Hetze verbreiten, drei Figuren, die nicht erkennen lassen, ob sie die bösartigen Botschaften liken oder nicht und schließlich ein Opfer, das verzweifelt und keinen Ausweg mehr sieht – mit Messern im Rücken.

Die Teilnehmer der Projektgruppe, trugen wechselseitig Argumente vor, die immer wieder als Entschuldigung fürs Wegschauen oder gar Unterstützen solcher  menschenverachtenden Nachrichten und Videos verwendet werden: „Das machen doch alle“, „ Man wird doch seine Meinung sagen dürfen“. Durch dieses Projekt soll die Eigenverantwortung gestärkt und das Schuldbewusstsein sensibilisiert, der moralische Kompass geweckt werden.

Besonders betont wurde, dass die Schulleitung bei Uneinsichtigkeit und wiederholtem verwerflichem Umgang auch vor endgültigen Maßnahmen nicht zurückschrecken würde. Aber hier waren sich Enzenberger und Petra Bertelsmeier einig, dass es an ihrer Schule nicht an Unterstützung mangele, dass die gesamte Lehrerschaft und überdies die Schulsozialarbeiterin Simone Most jedem, der Hilfe braucht, nach besten Kräften zur Verfügung stehen.

An die Präsentation schlossen sich aus der Reihe der Lehrerkollegen Vorschläge an, wie das Graffito noch aussagekräftiger, noch anpackender gestaltet werden könnte, die sowohl von den Schülern als auch von Enzenberger aufgenommen wurden, um sie in der Projektgruppe zu diskutieren und umzusetzen. Am 24. Februar wird das Graffito mit dem Künstler und der Projektgruppe vervollständigt und angebracht und soll beim Neujahrsempfang am 29. Februar vorgestellt werden.