Nachfolge für Supermarkt am Hessenweg : Eine Markthalle für Büderich

Vermutlich Ende Oktober eröffnet  auf rund 1000 Quadratmeter am Hessenweg eine Markthalle mit mehreren Anbietern von Lebensmitteln. Dahinter steht die Metzgersfamilie Esser aus Erkelenz.

Eigentlich sind nur drei Teilnehmer bislang geplant, die aber sollen mehrere Verkaufsstände betreiben. Brot und Brötchen, Wurst und Fleisch sowie Obst und Gemüse sollen in der ersten Meerbuscher Markthalle verkauft werden.

In vielen Städten wie Stuttgart oder Frankfurt gibt es ähnliche Hallen schon, andere Kommunen überlegen zurzeit, sie selbst zu bauen oder bauen zu lassen. Den Standort am Hessenweg kennen die Meerbuscher als Supermarkt von Penny, direkt neben einer Aldi-Filiale. Weil es dort nur um eine Nutzungsänderung ging, weil weiter Lebensmittel verkauft werden, musste auch nicht die Politik in den Gremien beteiligt werden.

Max Esser, Mit-Inhaber eines Metzgereibetriebs in Erkelenz, und seine Geschäftspartner waren in der Region auf der Suche nach einem passenden Standort, als ihnen eigentlich per Zufall Meerbusch mit seinem Ortsteil Büderich begegnet. „Geplant war es nicht, aber es passte“, erzählt er im Gespräch mit unserer Redaktion. Die Baugenehmigung für den Umbau der Halle liegt vor, in den nächsten Wochen starten die Bauarbeiten. Penny informiert zurzeit seine Kunden, dass am Samstag, 25. August, der letzte Verkaufsstag sei und bietet die Filiale an der Wiesenstraße in Heerdt als Alternative an.

Die Betreiber der Markthalle wollen aber noch bis in den Herbst mit der Eröffnung warten, so Esser, um nicht in Konkurrenz zu Veranstaltungen wie dem Sonnenblumensonntag zu geraten.

Apropos Konkurrenz: Schadet eine solche Markthalle nicht den Wochenmarkt-Händlern, die donnerstags und samstags auf dem Dr.-Franz-Schütz-Platz eben auch Obst, Gemüse, Blumen, Fisch und Fleisch verkaufen? „Nein, auf keinen Fall“, sagt Esser, der den Standort der Markthalle nicht preisgeben wollte. „Wir wollen keine Konkurrenz, sondern eine Ergänzung sein.“ Die Markthalle solle ein Mix aus Supermarkt und Wochenmarkt sein.  Einige Verkaufsstände sind mit Bedienung, ein anderer Teil aber als Selbstbedienung.

Familie Esser ist selbst mit einem Stand in der neuen Markthalle vertreten und will „gutes Fleisch aus regionaler Haltung anbieten“, wie Esser sagt.  „Dry Aged“-Beef soll im Reifeschrank in der Markthalle abhängen, und jedes Kind bekommt auch wieder eine Scheibe Wurst wie früher“ meint er. Auch die anderen Marktpartner würden  sich durch „besondere Produkte und angenehme Arbeitsbedingungen abheben“, wirbt er gleich neue Angestellte an. Denn die würden jetzt gesucht: Verkäufer und Verkäuferinnen in Voll- oder Teilzeit – alle sollen sich bewerben. „Der erste Mitarbeiter ist schon eingestellt,“ sagt Esser. Eine nach seinen Angaben „traditionsreiche und innovative Bäckerei mit Holzofenbroten und Feinbackwaren aus dem Westerwald“ sei ebenfalls in der Markthalle vertreten.

Karl-Heinz und Max Esser aus Erkelenz entwickeln die Idee für die Markthalle in Meerbusch. Foto: RP/Familie Esser

Die ersten Reaktionen aus dem Ortsteil sind positiv: Andreas Galonska als Sprecher der Werbe- und Interessengemeinschaft von Büderich, glaubt, dass vor allem in diesem Bereich von Büderich Potential für eine solche dauerhaft betriebene Halle sei. „Meerbusch wächst, dort an der Böhlerstraße wird viel gebaut, ziehen viele hin, und eine Aldi-Filiale reicht sicher nicht.“ Er ist sich sicher, dass die Markthalle das Areal belebt und keine Konkurrenz für bestehenden Handel bedeutet.

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