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Programmkino der Volkshochschule Leverkusen ist 50 Jahre alt.

Programmkino der Volkshochschule Leverkusen : Ute Mader feiert mit dem Kino

Genauso alt wie das Forum, 50 Jahre nämlich, ist das kleine Programmkino der Volkshochschule Leverkusen.

Das Kommunale Kino im Forum ist 50. Der runde Geburtstag der Einrichtung unter dem Dach der Volkshochschule Leverkusen wurde kürzlich von begeisterten Cineasten mit Gästen kurzen Reden, Snacks und Selters gefeiert. Speisen gibt es normalerweise nicht im Forum, denn hier ist weder Popkorn-Kino noch kommerzielle Berieselung gewünscht. Die überlässt man den Profis gegenüber.

Das Kommunale Kino gehört zum städtischen Eigenbetrieb KulturStadtLev und hat als Teil der Volkshochschule einen Bildungsauftrag. Mit anderen Worten, es kann gar nicht kostendeckend arbeiten, weil man nicht auf Kassenschlager setzt, die große Publikumszahlen bescheren. Sondern weil das Programm allein unter inhaltlichen Gesichtspunkten gestrickt wird. Das ist seit 1990 die Aufgabe von Ute Mader, die inzwischen zum sechsten Mal für ihre hervorragende Arbeit in einem Programmkino ausgezeichnet wurde.

Mit Mitteln von Land, Bund und Sponsoren wurde das Kommunale Kino 2015 digital. Foto: Miserius, Uwe (umi)

„Das hat was mit Leidenschaft zu tun“, reagierte sie bescheiden, aber sicher doch ein wenig stolz auf die neuerliche Auszeichnung. Leidenschaft bedeutet auch, dass sie die Arbeit mit dem Eintritt in den Ruhestand nicht einfach aufgibt. Das ist ab Januar der Fall, aber mit dem Antritt ihres Resturlaubs hat sie die Fachbereichsleitung in der Volkshochschule bereits abgegeben. Den Bereich Fremdsprachen übernimmt nun Jürgen Samol, der bislang für Schulabschlüsse zuständig war, berichtet VHS-Leiter Gerd Struwe.

Doch die Auswahl des besonderen Filmprogramm im KoKi bleibt weiter in den Händen von Ute Mader, mit der ein Honorarvertrag geschlossen wird. „Sie verfügt über das nötige Netzwerk und die persönlichen Kontakte, die über die Jahre aufgebaut wurden.“ Dass diese Funktion nicht so einfach einer anderen Person zu übertragen ist, weiß Struwe sehr wohl.

Auf die Frage nach ihren persönlichen Wünschen und Highlights antwortet Ute Mader umgehend: „Das hat erstmal mit mir gar nichts zu tun“, denn: „Das Programm ist ja fürs Publikum.“ Auch wenn das KoKi anspruchsvoller ist und sein soll als ein kommerzieller Betrieb, müsse es doch eine Güterabwägung geben. Würde sie vorwiegend Experimentalfilme oder Streifen aus Südamerika zeigen, mit denen sie sich selbst am meisten beschäftigt, würde bald keiner mehr einen Fuß in den Vorführsaal im Forum setzen. Es muss eben ein Mix sein aus guten Literaturverfilmungen wie „Der Trafikant“ in dieser Woche, aus aktuellen deutschen und ausländischen (eventuell in Originalsprache) Filmen, ausgesuchten Kinderfilmen, Streifen zu besondern Themen wie Ökologie oder Kunst.

Oder eine Reihe von vier Filmen zum Holocaust-Gedenktag Ende Januar, die Ute Mader gerade festgezurrt hat. Darüber hinaus hat das Kommunale Kino im Laufe der fünf Jahrzehnte diverse Kooperationen geschlossen, die zu Film-Reihen führten. Mit dem BUND und Nabu beispielsweise, mit dem Frauenring oder Bayer Kultur, die zum Spielzeitthema eine Gender-Reihe angeregt hat. Und natürlich die Angebote für Schulklassen.