Start der Rückrundenvorbereitung : Bayer 04 setzt auf die Rückkehrerinnen

Der Frauenfußball-Bundesligist aus Leverkusen ist in die Vorbereitung auf die Rückrunde gestartet.

Begonnen hat die Wintervorbereitung für Bayers Fußballerinnen noch im alten Jahr. Gleich nach den Weihnachtsfeiertagen startete das individuelle Trainingsprogramm. Am Dienstag stand nun auch die erste gemeinsame Einheit auf dem Plan – erheblich früher als gewohnt und das aus gutem Grund. Schließlich gilt es, eine Reihe von Spielerinnen einzubauen, die nach langer Verletzungspause zum Teil erstmals in dieser Saison zur Verfügung stehen.

Mit dem Abstieg wollten Trainer Achim Feifel und seine Schützlinge nach der Zitterpartie in der vergangenen Spielzeit nichts zu tun haben. Das ist nur zum Teil geglückt, wie ein Blick auf die Tabelle zeigt. Mit 13 Zählern hat Bayer nach 13 von 22 Partien mindestens fünf Punkte Vorsprung auf den ersten Abstiegsplatz (bei einem Remis im Nachholspiel zwischen den Verfolgern Köln und Duisburg) und hält Kontakt zum Mittelfeld des Klassements.

Die Bilanz könnte indes weitaus besser und die Leverkusenerinnen längst aller Sorgen ledig sein, hätten sie nicht in den Partien gepatzt, in die sie als Favorit gingen. Vermeidbare Pleiten gegen Sand sowie beim Drittletzten Duisburg und beim Vorletzten Köln schmerzen die Beteiligten im Rückblick besonders. „Das waren richtige Tiefschläge“, sagt Feifel.

Dass die Ausbeute dennoch „ganz okay“ war, liegt daran, dass die Leverkusenerinnen ihren gestiegenen Ansprüchen andererseits auch durch einige begeisternde Auftritte gerecht wurden. Im Pokal qualifizierten sie sich durch einen Sieg in Frankfurt für die Runde der letzten Acht (Auslosung Anfang Februar). In der Liga ließen sie durch vier Punkte aus den Duellen mit Freiburg, vor allem aber mit Erfolgen beim Dritten München und gegen den Vierten Essen aufhorchen.

„Natürlich gehörte dazu auch etwas Glück, aber diese Erfolge haben wir uns durch gute Leistungen jeweils auch verdient“, betont Feifel. Mit etwas Fortune wäre sogar durchaus noch etwas mehr Überraschung möglich gewesen, etwa beim 1:3 gegen Hoffenheim. Wirklich chancenlos waren die Leverkusenerinnen nur einmal: beim 0:7 im Heimspiel gegen Spitzenreiter Wolfsburg. „Aber die spielen gefühlt auch in einer anderen Liga. Deshalb geht dieses Ergebnis nicht mal in meine Spielwertung ein.“

Angesichts der doch ordentlichen Ausbeute gerät fast ein bisschen in Vergessenheit, dass Feifel durch immer neue Rückschläge fast die gesamte Hinrunde durchgängig auf sieben, acht, mitunter sogar mehr Spielerinnen verzichten musste. Fast alle Langzeitverletzten kehren nun zurück – für Feifel ein Gewinn und eine anspruchsvolle Aufgabe gleichermaßen.

Unter anderem eröffnen ihm Ex-Nationalspielerinnen wie Isabel Kerschowski und Nicole Banecki, Routiniers wie Ex-Spielführerin Jessica Wich oder Antonia Göransson sowie weitere Rückkehrerinnen wie Saskia Meier, Frederike Kempe und Karoline Heinze neue Möglichkeiten. „Wir sind froh, dass wir in die Vorbereitung nun fast mit dem kompletten Kader starten können. Aber auf die Langzeitverletzten wartet noch ein hartes Stück Arbeit, bis sie wieder auf ihrem normalen Leistungsniveau sind“, sagt Feifel.

Er selbst steht vor der Herausforderung, die neue Breite und gewachsene Qualität im Kader gewinnbringend zu nutzen. Dann steigt auch der Ertrag. „Wir haben uns für das neue Jahr eine Menge vorgenommen“, versichert der Trainer. Das darf durchaus als Kampfansage an die Konkurrenz verstanden werden – und das nicht nur für die Rückspiele gegen Köln und Duisburg sowie in Sand.