OP Plus: Aktion soll Bürgerinteresse zu Stadtentwicklung abfragen

Flyer werden verteilt : OP Plus sieht Schieflage gen Wiesdorf

102.000 Flyer gehen an Leverkusener Haushalte. Bürger sollen sagen, ob Stadtentwicklung zu sehr in Wiesdorf läuft.

Wer in den nächsten Tagen ein blaues Faltblatt im Briefkasten findet, der sollte es lesen und am besten eine Rückmeldung geben: Das wünscht sich Opladen Plus. Die Wählervereinigung verteilt ab heute  in der Stadt 102.000 Stück. Thema: „Wie viel City soll es sein?“

Damit könnte sich Opladen Plus den Vorwurf einhandeln, der Kreisstadt Opladen noch nachzutrauern. Aber Markus Pott winkt ab: „Erstens sind wir Kummer gewöhnt und zweitens tragen wir diese Frage offen in alle Stadtteile. Hier geht es nicht nur um Opladen. Sondern darum, zu hinterfragen, ob sich die Stadtentwicklung größtenteils nur auf die Wiesdorf City konzentrieren soll“, fasst der Fraktionschef zusammen. „Die Mehrheit der Leute wohnt nicht in der City. In Wiesdorf leben 12.000 Menschen, in Schlebusch und Opladen sind es je weit über das Doppelte, selbst in Rheindorf wohnen mehr.“

Pott denkt an die Umgestaltung des Postareals, an die City C, den Busbahnhof. „Hier wird etwas aus der Vergangenheit gelebt. Es soll eine Art Großstadt gezimmert werden, die es so nicht gibt. Leverkusen ist ein Kunstprodukt aus vielen Ortsteilen.“  Es soll „diese künstliche Mitte aufgepeppt werden, koste es was es wolle. Der Stadt täte mehr Dezentralisierung gut“, ergänzt Oliver Faber, der für Opladen Plus unter anderem in der Bezirksvertretung II sitzt. Um die Gütergleisverlegung in Opladen habe es  viel Diskussion gegeben, zur Rettung der City C würden Millionen ausgegeben, ohne Diskussion, nennen Pott und Faber  ein Beispiel. „Der Stillstand der City C koste die Stadt jährlich 400.000 Euro. Darüber wurde nie groß diskutiert. Die 200.000 Euro Betriebskosten für die Auermühle waren aber nie aufzubringen.“

Ein anderes: Für die Rettung von Morsbroich bittet die Stadt den Förderverein, die privaten Spenden doch rüberzureichen, „in Wiesdorf hat die Stadt aber Geld für Immobilienkäufe, etwa das Elberfelder und das Barmer Haus an der Hauptstraße“, merkt Pott an. 

Der Flyer von Opladen Plus umfasst vier Seiten. Foto: Ludmilla Hauser

Opladen Plus sei gespannt, welche Reaktionen die Flugblätter auslösen werden. „Kommen welche, dann werden wir die zusammenfassen und in einem Antrag packen. Kommen keine, dann ist dieses Thema offenbar nicht so von Belang, wie wir denken.“

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