Leverkusener Seelsorger suchen Unterstützung

Diakoniesonntag : Seelsorger suchen Unterstützung

„Nah bei den Menschen sein“ – das war das Motto des diesjährigen Diakoniesonntags der evangelischen Gemeinde Opladen. Eingeladen in die evangelische Kirche Quettingen hatte das Diakonie-Team der Gemeinde.

Andrea Gorres, Pfarrerin und Seelsorgereferentin des Kirchenkreises, führte durch den Gottesdienst und anschließend durchs Programm.

Fragen wie „Warum engagiere ich mich ehrenamtlich? Was bewegt mich? Wozu dient mein Ehrenamt? Was hat sich im Laufe der Jahre an Seelsorgearbeit verändert?“ wurden von den Anwesenden beantwortet. Zum Beispiel von Monika Canfora. Das Gemeindemitglied war eine der ersten, die die ehrenamtliche Seelsorgeausbildung vor einigen Jahren durchlaufen hat: „Ich hatte auf diesen Kurs gewartet, ohne zu wissen, was mich erwartet“, sagt die Wahl-Opladenerin. Es sei das beste gewesen, was in ihrem Leben passieren konnte. Denn ihr Leben hätte sich seitdem verändert, sie sei achtsamer geworden, auch im Umgang mit sich selbst. Sie arbeitet ehrenamtlich im DRK-Altenheim in Opladen.

Eine ganz andere Richtung von Seelsorge schlägt Martina Frost ein. Sie ist für die Notfallseelsorge in Leverkusen zuständig. Ausgerüstet mit lilafarbenen Jacken mit der Aufschrift „Notfallseelsorge“ zählt sie zu einem Team, das von der Leverkusener Feuerwehr zu Noteinsätzen gerufen wird. „Wir kommen bei schlimmen Unfällen oder wenn jemand gestorben ist“, sagt sie. Unaufdringlich, verschwiegen, überkonfessionell und unentgeltlich würde das Team vor Ort Hilfe leisten. Dazu gehöre unter anderem, solidarisch zu sein, das Abschiednehmen von Verstorbenen zu ermöglichen oder soziale Bindungen zu aktivieren. Auch Vermittlung sei ein wichtiger Bestandteil der Arbeit.

Dass die ehrenamtliche Seelsorge, die als Ausbildung vom evangelischen Kirchenkreis angeboten wird, auch mit Hauptamtlichen gut zusammenarbeiten kann, beweist Dörte Polock. Sie arbeitet als Seelsorgerin in zwei Krankenhäusern der Stadt und lobt die Entwicklung: „Wir schauen dann gemeinsam, wer welchen Patienten übernimmt.“ Manchmal würde es sicherlich noch ein wenig ruckeln, aber es ruckele sich immer mehr ein.

Für Andrea Gorres und das Seelsorgereferat ist es wichtig, dass die Seelsorge dorthin gelangt, wo sie hingehöre: in die Herzen der Menschen. Deshalb sei sie froh, dass die einjährigen Ausbildungskurse, die unter anderem für Schulungen, Supervision und Besuche rund 15 Stunden pro Monat in Anspruch nehmen, sehr gut besucht werden. Interessenten können sich jederzeit bei ihr melden.

Infos: Andrea Gorres, Telefon 02174 8966-160 oder www.kirchenkreis-leverkusen.de/191.

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