Bayer 04 Leverkusen: Milena Nikolics Geniestreich rettet biedere Bayer-Fußballerinnen im Pokal

2:1 beim Zweitligisten : Nikolics Geniestreich rettet biedere Bayer-Fußballerinnen im Pokal

Erst ein Treffer durch Milena Nikolic in der Nachspielzeit sichert dem klassenhöheren Erstligisten aus Leverkusen das Weiterkommen in Mönchengladbach.

Das Glanzlicht eines aus Sicht von Bayers Fußballerinnen ansonsten eher trüben Nachmittags hatte sich Milena Nikolic bis zum Schluss aufgehoben. Mit einem sehenswerten Seitfallzieher in der dritten Minute der Nachspielzeit schoss die Angreiferin den Erstligisten ins Pokal-Achtelfinale und ersparte dem Team von Trainer Achim Feifel so buchstäblich auf den letzten Drücker eine Extraschicht beim Zweitligisten Borussia Mönchengladbach. „Das Ergebnis ist wirklich glücklich – so ehrlich muss man sein“, sagte der Leverkusener Trainer. Vom Ergebnis abgesehen hatte der Übungsleiter nach dem mühsamen 2:1 (1:1)-Pflichtsieg im Grenzlandstadion wenig Anlass zu großer Freude.

Das Gastspiel beim Absteiger fasste er – völlig zurecht – als „ganz zähe Angelegenheit“ und „sehr phlegmatischen und behäbigen Auftritt“ zusammen. Wenig bis nichts war zu sehen von dem ebenso konzentrierten wie beherzten Spielvortrag, mit dem seine Schützlinge in der Bundesliga zuletzt nach schwachem Start dem SC Freiburg noch die Punkte abgeluchst hatten. Im Gegenteil: Als giftiger Spielverderber zeichnete sich beim Pokalkampf lange Zeit der Außenseiter und Gastgeber aus, während die Leverkusenerinnen nach der Länderspielpause nicht recht bei der Sache wirkten, gerade vor der Pause sowohl Laufbereitschaft wie Zweikampfverhalten vermissen ließen. „Wir sind noch lange nicht so weit, dass wir solche Spiele souverän über die Bühne bringen.“

Dass die offensichtlichen Defizite nicht noch schlimmere Folgen hatten, verdankten er und seine Schützlinge zwei späten Geistesblitzen zum Ende der beiden Halbzeiten. Nach dem verdienten Führungstreffer der Borussinnen durch Kim Everaerts (12.) erzielte Sandra Maria Jessen mit dem Pausenpfiff den Ausgleich. Und als alles schon mit einer Verlängerung rechnete, kam dann der große Auftritt von Nikolic.

Auf welchen Gegner Bayer 04 nun im Achtelfinale Mitte November trifft, steht noch nicht fest. Dort müssen die Leverkusenerinnen sich aber ungeachtet des Gegners deutlich steigern, wollen sie den Wettbewerb nicht frühzeitig beenden müssen. Zulegen sollten sie ohnehin schon früher, warten doch in der Bundesliga nun Gegner von gehobenem Format – und das bereits am Wochenende. Da ist Bayer 04 zu Gast beim Titelkandidaten FC Bayern, der seine Pokalpflichtaufgabe bei Eintracht Frankfurt (5:0) deutlich souveräner meisterte.

Bayer 04 Klink; Sahlmann, Friderich, Barth, Vinken - Rackow (46. Uebach), Nikolic - Jessen, Wirtz, Csiszár (46. Wimmer) - Rudelic.

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