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Steuerzahlerbund warnt vor Geldverschwendung „Stadtbank“ in Haan

„Stadtbank“-Diskussion in Haan : Steuerzahlerbund warnt vor Geldverschwendung

Die veranschlagten 6000 Euro für eine neue Musterbank in der Haaner Innenstadt lassen die Experten des Landesverbandes aufhorchen.

In der Debatte um Ausführungen und Preise der sogenannten „Stadtbank“ für die Haaner Innenstadt hat der Bund der Steuerzahler NRW dazu aufgerufen, die Kosten nicht aus den Augen zu verlieren. Es sei ja grundsätzlich zu begrüßen, wenn Städte wie Haan die Bürger an der Gestaltung ihrer City mit Ruhebänken beteiligten – zum Probesitzen könnten jedoch auch handelsübliche Bänke zu erschwinglichen Preisen verwendet werden, betonte Bärbel Hildebrand, Pressesprecherin des Steuerzahlerbundes, auf Anfrage: „Eigens dafür ein 6000 Euro teures Einzelstück zu entwickeln, das es mit leichten Abweichungen unter Umständen deutlich günstiger bereits auf dem Markt gibt – das klingt doch sehr nach Geldverschwendung.“

Die Stadt Haan geht von 6000 Euro für die Beschaffung einer Musterbank mit Rückenlehne aus, nach deren Vorbild die weitere Ausgestaltung der Innenstadt erfolgen soll. Grund dafür sei das Sonderdesign „mit sehr hochwertigen Baustoffen“, die gering verfügbar seien. Zudem sei es ein Einzelstück. Die Bank in höherer Zahl (20 Stück) koste dann etwa 2.600 Euro brutto.

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Die Neuauflage der Testphase mit einer anderen Bank war notwendig geworden, weil ein erstes Modell in der Bewertung der Bürgerschaft durchgefallen war (Tropenholz, zu nass nach Regen, wenig seniorenfreundlich).

Das „Stadtbank“-Projekt gehört zum Integrierten Handlungskonzept für die Haaner Innenstadt, das zu einem großen Teil aus Fördergeldern finanziert wird. Solche Fördertöpfe verleiten dem Steuerzahlerbund zufolge die Kommunen jedoch immer wieder dazu, bei den Ausgaben bis an die obere Grenze zu gehen, um keine Fördergelder zurückzahlen zu müssen. „Dabei wird meist vergessen, dass auch diese Finanzmittel Steuergelder sind, die die Allgemeinheit erst einmal erwirtschaften muss“, betont Bärbel Hildebrand.

Die Expertin für Verschwendungs-Thematiken beobachtet in diesem Zusammenhang außerdem immer wieder, „dass Städte glauben, durch besondere Bänke, Mülleimer oder andere Ausstattungselemente mehr Besucher in ihre City locken zu können“. Dabei seien andere Faktoren deutlich entscheidender: „Bei einem hohen Leerstand der Geschäfte“, sagt Hildebrand, nutzt Ihnen auch die schönste Ruhebank nichts.“

(peco)