Leverkusener Heimatfreund Hans Kürten gestorben

Hans Kürten ist gestorben : Abschied vom Hitdorfer Original

Hans Kürten war Politiker, Macher, Heimatfreund, Initiator und Kritiker. Am Mittwoch wird er auf dem Friedhof Hitdorf beigesetzt.

„Ich habe nicht gedacht, dass ich das noch erlebe“, hat Hans Kürten gesagt, als er 2010 zum Ortstermin an der Ringstraße in Hitdorf kam. Damals hat Oberbürgermeister Reinhard Buchhorn einen Spaten in der Hand gehabt und damit offiziell den Bau der Verlängerung der Ring- auf die Hitdorfer Straße eingeläutet.

Fünf Jahre später sagte der Hitdorfer aus Leidenschaft den Satz nochmal bei Start der Ausbauarbeiten an der Ringstraße. Die Straße war Kürten ein Leben lang ein Dorm im Auge, ein Trauma für den Stadtteil, ein Wunsch, dessen Unsetzung lange warten musste. 1910 sei bei der Flurbereinigung bereits festgelegt worden, dass die Ringstraße Umgehungsstraße werde. Dass sich nach mehr als 100 Jahren etwas tut, „das wird auch langsam Zeit“, wiederholte Kürten bei diesen Terminen mit einem Fünkchen seines herzlichen, trockenen Humors und mit einem noch größeren Funken Engagement. Für seinen Einsatz war das Hitdorfer Original weithin bekannt. Am Mittwoch, wird Kürten beigesetzt. Er starb nun im Alter von 94 Jahren (wir berichteten).

Bei der Trauerfeier wird es voll werden, denn Kürten war nicht nur ein wandelndes Lexikon, er war ein politischer Mensch. 1957 trat er der CDU bei, wurde 1959 Chef der Hitdorfer Christdemokraten, die er 27 Jahre lang führte. Kürten war seit Anfang der 1960er Jahre Mitglied im Stadtrat. Erst in Monheim. Als Hitdorf Mitte der 1970er Jahre Leverkusen zugeschlagen wurde, bis 1994 im hiesigen Stadtrat. Die Hitdorfer CDU schreibt in ihrem Nachruf: „Hervorzuheben sind sein Einsatz für seinen Ortsteil im Rahmen der Gebietsreform 1975, als es um den Gebietsänderungsvertrag zwischen Monheim und Leverkusen ging und seine prägende Mitgestaltung bei der Umwidmung des alten Brauereigeländes im Ortskern von Hitdorf zu einer neuen City.“

Und: „In allen Funktionen hatte er immer das Wohl Hitdorfs und seiner Bürger im Auge, die er in allen Gremien leidenschaftlich und konstruktiv vertrat.“ Kürten war dabei geradeaus, leitete Gespräche gerne mit „Hüren’s“ ein. Unkompliziert und pragmatisch.

Die Christdemokraten erinnern aber auch an Kürten, wie er sich „nebenbei auf der juristischen Bühne betätigte. Über viele Jahre war er als Schöffe am Amtsgericht und am Düsseldorfer Landgericht sowie als ehrenamtlicher Richter am Oberverwaltungsgericht Münster tätig.“ Und Kürten fand zudem die Zeit, sich für seine Heimat zu engagieren. Er initiierte 1982 die Gründung des Heimatvereins Hitdorf. Und er hatte natürlich auch seine Hände im Spiel, als aus dem ausgedienten Trafohaus der EVL an der Adresse „Am Werth“ das „Türmchen am Werth“ entstand, das kleine, feine Heimatmuseum zur Geschichte Hitdorfs. 1998 wurde das Türmchen eröffnet. Und Hans Kürten ackerte mit seinen Mitstreitern weiter, um das Mini-Musuem mit reichlich Material füllen zu können.

Bei so viel sozialem Einsatz tut Lob gut. Kürten erhielt es in Form des Bundesverdienstkreuzes. Als Kürten vor vier Jahren seinen 90. Geburstag feierte (eigentlich hatte die Feier am Türmchen stattfinden sollen, aber Wetterunbillen zwangen zur Verlegung in die Halle in die Stadthalle Hitdorf), lobte Klaus Roth vom Heimatverein: „Er hat in Hitdorf sehr vielen Leuten geholfen, wenn sie zum Beispiel Probleme mit dem Grundstück oder beim Bauen hatten. Das macht seine Bekanntheit und Beliebtheit aus.“ Seinem Engagement und seiner „unverwüstlichen Robustheit“ habe Hitdorf manches zu verdanken.

„Hitdorfer Bürger, Gruppierungen und Vereine, aber insbesondere die CDU-Hitdorf und der Heimatverein verlieren mit Hans Kürten eine prägende Persönlichkeit, der sie zu großem Dank verpflichtet sind“, betont die CDU in ihrem Nachruf auf den Familienvater, den Politiker, den gelernten Motorenschlosser, den unkonventionellen Macher und Menschenfreund. Kurzum: auf den Hitdorfer aus Leidenschaft.