Band Miljö spielt im „Wohnzimmer“ in Leverkusen

Kölschband unplugged : Band Miljö spielt im „Wohnzimmer“

Auf ihrer ersten eigenen Tour musizieren die Kölner Musiker ohne die sonst übliche elektronische Verstärkung. Diese besondere Atmosphäre fand im Scala Anklang.

Die Lieblingsband im heimischen Wohnzimmer begrüßen, das ist wohl für viele Musikfans der Traum schlechthin. Die Kölschband Miljö hatte sich nun vorgenommen, ihrer Anhängerschaft auf einer kleinen Tour mit nur sieben Stationen genau dieses Gefühl zu vermitteln. Und so spielten die fünf Jungs am Montagabend im Scala unplugged – größtenteils ohne die sonst übliche elektronische Verstärkung.

„Gerade in der Vorweihnachtszeit mögen es die Menschen etwas ruhiger“, erläuterte Sänger und Gitarrist Mike Kremer. Gemütlichkeit und eine intime Atmosphäre sei bei dieser besonderen Konzertform das Ziel. Das Publikum solle sich tatsächlich wie zu Hause fühlen. Im Vergleich zu den größeren Shows, die die Musiker bereits gespielt haben, stehe die Musik im Vordergrund. „Es gibt keine aufwendige Lichtshow, die von der Musik ablenken könnte“, beschreibt Bassist Max Eumann den Unterschied.

Damit die oftmals kräftigen und kernigen Songs aus dem Kölner Karneval in das unplugged-Format hineinpassen, mussten sie in recht aufwendiger Form und Zusammenarbeit verändert und umarrangiert werden. Das habe, so berichtet die Band, mal kürzer und mal länger gedauert. „Manchmal fällt jemandem sofort etwas ein“, beschrieb Nils Schreiber den Vorgang. „Dann wird es ausprobiert – und manchmal passt es direkt.“ So habe die Band „Monate im Probenraum“ verbracht.

Gelohnt hatte sich die Arbeit in jedem Fall. Die werde teilweise auch durch skurrile Aktionen der Fans belohnt. Denn der Halt im Scala war nicht der erste der Unplugged-Tour. Bereits bei Konzerten zuvor war ihnen die Wohnzimmeratmosphäre so gut gelungen, dass Zuschauer während der Songs Bilder mit den Musikern machten. Bei dem Gedanken daran, mussten sie lachen.

So ist diese Konzertform, die in den vergangenen Jahren immer beliebter wurde und viele andere Künstler in ihren Bann zog, auch für die Band aus Köln etwas Besonderes – in zweierlei Hinsicht. Schließlich ist es die erste eigene Tour der Gruppe, die seit ihrer Schulzeit miteinander musiziert. So ist es für sie wie eine Reise in die Vergangenheit. „Es geht auf jeden Fall zurück zu den Wurzeln“, betonte Schreiber. Schnell kommen Erinnerungen an die Oberfläche: Instrumente bezahlt vom Taschengeld, improvisierte Proben im Schulkeller. Dort gestartet, füllen die fünf Jungs nun große Hallen. Auch im kleinen Scala waren die Menschen begeistert.