Leverkusen: Blue Mountain Singers präsentieren Weihnachtslieder in interessanten Arrangements.

Internationale Weihnachtslieder in interessanten Chor-Arrangements : Weihnachtslieder, die man eben nicht in Kaufhäusern hört

Internationale Weihnachtslieder in interessanten Chor-Arrangements

Kerzenlicht erhellte die evangelische Friedenskirche am Sonntagnachmittag, als die Besucher in den gut gefüllten Bankreihen erwartungsvoll die Ohren spitzten, aber noch kein Sänger zu sehen war. Nur ein einsamer Trommler gab vorne den Rhythmus an und ließ ahnen, was nun kommt: „Der kleine Trommelmann“ oder „Little drummer boy“ wie der Originaltitel des amerikanischen Weihnachtsliedes heißt. Mit dem vertrauten „pa-rum pum pum pum“ näherten sich die Blue Mountain Singers singend ihren Plätzen vor dem Altar, vorneweg die Männerstimmen und dann kamen die Frauen dazu in diesem besonderen Arrangement, das sich von der häufig gehörten Männerchor-Variante abhob.

Überhaupt hat der Leiter und Kölner Kirchenmusiker Josef Nedzvetski mit seinem Schlebuscher Chor für das diesjährige Weihnachtskonzert eine ganze Reihe von Liedern neu einstudiert. Und bei der Auswahl suchte er auch etwas abseits der ausgetretenen Pfade. Es gibt eben noch eine ganze Menge interessante Lieder zur Weihnachtszeit zu entdecken und nicht nur Songs im Stile von „We wish you a merry Christmas“, die in diesen Wochen in allen Kaufhäusern und auf Weihnachtsmärkten gespielt werden. „Alle Jahre wieder“ gehöre zu den beliebtesten Weihnachtsliedern, berichtete Pfarrer Gunnar Plewe bei seiner Begrüßung. Aber die volle Kirche beim Auftritt der Blue Mountain Singers war eher ein Beweis dafür, dass viele Menschen nicht jedes Jahr das Gleiche wollen, sondern dankbar sind für neue Lieder, und das in möglichst interessanten Arrangements. Das heißt, so richtig neu war das meiste wohl nicht.

Aber die Sänger, die von Roman Nezvedtski am Klavier begleitet wurden, haben eben in alle Richtungen über die Landesgrenzen geblickt. Und dabei das rund und glockig klingende „Carillon“ in Frankreich gefunden. Oder sie stießen ein Geläut urkrainischen Ursprungs an mit changierenden Harmonien, die langsamer werdend allmählich ausklingeln. Wahrhaft „Selige Weihnacht“ vermittelte der Chor, der bei diesem Konzert den Repertoire-Schwerpunkt auf Gospel und Spiritual etwas in den Hintergrund stellte, mit der deutschen Bearbeitung eines Liedes aus dem baltischen Raum. Die sinnliche Melodie dieses Nordland-Imports formten die Sängerinnen und Sänger im fast geflüsterten Pianissimo, um allmählich die Lautstärke zu steigern und schließlich wieder zurückzunehmen wie eine Karawane, die sich ganz allmählich wieder entfernt.

An anderer Stelle überwog Melancholie, und es wurde stimmungsvoll. Vor allem war das Programm, das aufgrund des großen Interesses wie in den Vorjahren auch am Montagabend wiederholt wurde, sehr abwechslungsreich. Da brach sich dann die Freude an Bewegung und Rhythmus Bahn, nicht nur beim mitreißenden Cy Coleman-Hit „The Rhythm of Life“ aus dem Musical Sweet Charity. Außerdem war das Publikum nicht nur zum Mitklatschen, sondern an einigen Stellen auch zum Mitsingen eingeladen. Ein Angebot, das gerne in Anspruch genommen wurde.