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Leverkusen Bahnhofstraße: "Angstcharakter" loswerden

Sorgenkind in Opladen : Bahnhofstraße soll "Angstcharakter" loswerden

Ratsherr Friedrich Busch fordert die Stadt zum Handeln auf, denn bislang sei es nicht gelungen, das Sicherheitsgefühl auf der Straße, die zu den zentralen Straßen in Opladen gehört, zu steigern.

„Die Bahnhofstraße bleibt weiterhin das Sorgenkind des Stadtteils“: Das stellt Ratsherr Friedrich Busch (FDP) nach der Lektüre des neuen Sachstandsberichts zur Stadtteilentwicklung in Opladen fest. Er begrüße, dass nicht versucht worden sei, die Situation „Bahnhofstraße“ schönzureden: „Wichtige Aspekte sind hier Mindernutzungen, fehlende Qualität des Angebots, Leerstände und das negative Image durch ein mangelndes Sicherheitsgefühl“, heißt es im Bericht für den Projektzeitraum Juni 2018 bis 2020.

Im Bericht, der der Politik über das Informationssystem „z.d.a. Rat“ zuging, steht auch:  „Insbesondere in der Bahnhofstraße ist ein Wandel zu beobachten: Die Leerstände verringern sich, und die Eröffnung oder Modernisierung von Cafés und Restaurants führen zusätzlich zur baulichen Neugestaltung des öffentlichen Raumes, zu einer Aufwertung der Angebote und Belebung der Straße.“

Was bisher nicht funktioniert hat, ist die Gründung einer Immobilien- und Standortgemeinschaft für die Straße im Herzen von Opladen. Die könnte, so sagen die Stadtteilplaner, der Straße gut tun: „Die Bahnhofstraße hat derzeit ein negatives Image.“ Sie bilde mit der Fertigstellung der Westseite der Neuen Bahnstadt eine zentrale Transitlage zwischen neuem Einkaufstandort und Bahnhofsvorplatz zu den Einkaufslagen im Zentrum Opladens. „Mit der Initiierung einer Immobilien- und Standortgemeinschaft Bahnhofstraße können einerseits das Interesse der Hauseigentümer und Gewerbetreibenden in der Bahnhofstraße an dem Standort geweckt und andererseits private Mittel zur Umsetzung und Realisierung von Maßnahmen und Projekten zur Standortaufwertung gewonnen werden“.

Die Chancen, dass sich eine solche Gemeinschaft gründe, stünden jedoch schlecht. „Die Bereitschaft der Anlieger zu gemeinsamen Aktionen und Investitionen ist nicht stark ausgeprägt“ ist dem Bericht zu lesen. Ein gemeinsames Interesse zur Standortaufwertung werde derzeit „von einem Gefühl der Ohnmacht gegenüber einer sozial schwierigen Klientel bis hin zu kriminellen Aktivitäten, die vor allem in der oberen Bahnhofstraße, im Straßenbild sichtbar sind“, überschattet.

Busch stößt diese Aussage sauer auf: „Seit Jahren fordere ich, dass der städtische Ordnungsdienst Räume in der Bahnhofstraße bezieht. Aber dieser Vorschlag stößt jedes Mal auf taube Ohren bei der Stadtverwaltung.“ Es sei zwingend angebracht, dass der neu eingerichtete Kommunale Ordnungsdienst in Räume in der Bahnhofstraße oder in die noch von der Neuen Bahnstadt benutzten Räume am bisherigen Busbahnhof ziehe, wagt der Liberale einen neuen Vorstoß. „Außerdem muss der Kommunale Ordnungsdienst direkt vom Bürger telefonisch zu erreichen sein.“

Zweites Problem, das laut Busch gegen die „Befriedung“ der Bahnhofstraße spricht: „Der Bunker in der Mitte fungiert zwar einerseits als Parkplatz, wird aber wegen seiner Unübersichtlichkeit als Angstraum von den Bürgern empfunden.“ Obwohl die Entscheidung vor Jahren schon getroffen worden sei, soll 2020 endlich die Machbarkeitsstudie durchgeführt werden. „Näheres ist allerdings nicht bekannt.“ Busch fordert: „Es muss dringend gehandelt werden, damit die Bahnhofstraße ihren Angstcharakter verliert und ihrer Funktion gerecht werden kann als Scharnier zwischen dem neuen Bahnhofsquartier und der Opladener Innenstadt.“