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Abzocke von Senioren: allein im Juni 200 Betrugsfälle

Die Polizei warnt : Abzocke von Senioren: allein im Juni 200 Betrugsfälle

Enkel-Trick, falsche Polizisten, falsche Handwerker. Die Maschen der Betrüger sind vielfältig, um ans Ersparte von Senioren zu kommen. Die Folgen der Taten, abgesehen vom Finanziellen: „Manche Opfer verlieren den Lebensmut, ziehen sich zusehends zurück und vereinsamen“, schildert die Polizei.

Die Polizei warnt vor Trickbetrügern. Alleine im Juni 2020 hätten Kriminelle, die sich als Polizeibeamte, Handwerker oder Enkel ausgaben, rund 200 Mal versucht, Senioren um ihre Ersparnisse zu bringen. „Über 90 Prozent der Fälle scheiterten an der Wachsamkeit der Senioren sowie der Personen aus ihrem persönlichen Umfeld.“

Die Masche der Betrüger beruhe darauf, alte Menschen zu überrumpeln, berichtet Kriminalhauptkommissar Detlef Höll (59). Die Folgen dieser Taten seien meist gravierend. Es gehe dabei auch nicht nur ums Geld. „Menschen, die ein ganzes Leben gearbeitet haben, werden in der Lebensphase abgezockt, in der sie sich Ruhe, Sicherheit und Entspannung verdient haben“, sagt der Leiter des Kriminalkommissariats 25. Seine Dienststelle ist zuständig für alle Betrugsstraftaten zum Nachteil älterer Menschen. „Die Opfer schämen sich, auf Tricks hereingefallen zu sein. Manche verlieren den Lebensmut, ziehen sich zusehends zurück und vereinsamen.“

Um nicht darauf hereinzufallen, rät der Polizist: „Skeptisch sein und bloß nicht unter Druck setzen lassen – auf das Bauchgefühl vertrauen!“ Es sei wichtig, am Telefon niemals Auskünfte zu Bargeldbestand oder Vermögen zu erteilen oder gar Fremden Geld oder Vermögen auszuhändigen. „Legen Sie bei verdächtigen Anrufen einfach auf und rufen Sie danach die 110 an, ohne Sternchen oder Raute zu drücken.“

Höll nennt Fälle, in denen Kriminelle nicht zum Zuge kamen: So habe im Juni eine aufmerksame Café-Mitarbeiterin in Köln die Übergabe einer fünfstelligen Bargeldsumme an einen Betrüger verhindert. Dieser habe ein Ehepaar (64 und 86 Jahre alt) angerufen und behauptet, dass deren Ersparnisse auf der Bank in Gefahr seien.

Im Juli hätte „falsche Polizeibeamte“ einen 83-Jährigen angerufen und ihn vor einem Einbruch gewarnt. Der Senior habe seinem Pfleger von den Anrufen erzählt, der ihm riet, die „richtige“ Polizei zu informieren.

(sug)