Grillen in Leverkusener Parks umstritten

Ratsentscheidung : Grillen in Parks bleibt heftig umstritten

Stadtrat will Erlaubnis dauerhaft für drei Flächen und für ein Testgebiet beschließen. Anwohner stören Lärm, Gerüche, Müll und Brandgefahr. 

Bei der derzeitigen Witterung denkt eigentlich noch niemand ans Grillen im Freien. Stadtpolitiker tun es doch, weil sie es müssen. Nach einer Testphase geht es nun um eine Entscheidung. Das Vorhaben der Verwaltung, Grillen auf ausgewiesenen Flächen in drei Stadtbezirken nun dauerhaft zu erlauben, konkretisiert sich im politischen Beschlussverfahren. Nach den drei Bezirksvertretungen, die kleinere Änderungen einfügten, hat nun auch der Finanzausschuss der Vorlage der Verwaltung zugestimmt. Ein endgültiger Beschluss durch den Stadtrat am kommenden Montag (16 Uhr) wird von Beobachtern als reine Formsache betrachtet. Vielen Anwohnern bleibt unterdessen das Grillen auf öffentlichen Flächen ein Dorn im Auge. Sie klagen weiterhin über Brandgefahren, Lärm, Gestank, Abfall und mangelnde Kontrollen der Ordnungskräfte.

Die Verwaltung betrachtet die Testphase auf folgenden Flächen als abgeschlossen und will dort Grillen nun dauerhaft erlauben:

Stadtbezirk 1: Die Fläche an der Hitdorfer Laach (Wiesenstraße)  Stadtbezirk 2: Die Fläche auf den Wupperwiesen in der Nähe der Düsseldorfer Straße.

Stadtbezirk 3: Die Fläche nördlich des Ophovener Weihers zwischen der Wilmersdorfer Straße  und dem Ophovener Weiher.

Zusätzlich soll im Stadtbezirk 2 noch ein viertes Gebiet als Testgebiet ausgewiesen werden: Die Fläche am Großen Silbersee (Liegewiese hinter dem Strandabschnitt). Die Testphase soll bis zum 30. September 2020 dauern und insbesondere im Hinblick auf Vermüllung, Lärm und Vandalismus geprüft werden. Über eine dauerhafte Freigabe entscheidet danach der Stadtrat.

Für Horst Söffgen, der an der Wiesenstraße in Hitdorf wohnt ist es völlig unverständlich, dass Oberbürgermeister Richrath und die Verwaltung die Testphase als gelungen abschließen wollen. „Zumindest für das Hitdorfer Grillgebiet gibt es keinen Grund zur Schönfärberei“, sagt Söffgen.

Neun Anlieger der Wiesenstraße hatten bereits im September eine schriftliche Eingabe an den Oberbürgermeister verfasst, in der sie ausführlich auf die negativen Begleitumstände der Testphase hinweisen. Als „größte Gefahrenquelle“ nennen sie die Brandgefahr, die etwa durch das nicht fachgerechte Entsorgen von noch glimmender Grillkohle ins Buschwerk ausgeht.

Einer der Anwohner, Dustin Flock, ist Brandexperte bei der Werksfeuerwehr von Currenta. Er nahm bei aufkommenden Geruchsbelästigungen Feinstaubmessungen vor, die den zulässigen Grenzwert um das Dreifache überschritten. Die Anwohner beschreiben eine Vielzahl von Beeinträchtigungen wie Falschparker und unzureichende Müllentsorgung, die Ratten anlocke. Kritik gibt es am  privaten Sicherheitsdienst: Der betreibe die Kontrollen lediglich mit einem „Minimalaufwand“.

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