Akuter Personalmangel: Leichlinger TV gehen die Spieler aus

Nicht nur die 20:25-Niederlage gegen Minden II stimmt die Verantwortlichen des Handball-Drittligisten nachdenklich. Neben der mangelnden Mentalität klagt Trainer Lars Hepp vor allem über das große Verletzungspech.  

Trainer Lars Hepp war mächtig sauer. Mit 20:25 (7:12) verloren seine Drittliga-Handballer des Leichlinger TV am Samstagabend gegen den TSV GWD Minden II. Der Auftritt sorgte für diverse Probleme – personell wie sportlich. „Wir haben es leider nur phasenweise geschafft, kämpferisch alles in die Partie zu legen“, bemängelte Hepp. Kritik, die der 40 Jahre alte A-Lizenz-Inhaber nicht zum ersten Mal übte, seitdem er im vergangenen Spätsommer den Trainerstuhl von Frank Lorenzet übernahm.

Schon zu Saisonbeginn gab es gegen Minden eine Pleite (24:31), damals immerhin noch weitgehend in Bestbesetzung. Nun fehlte gegen Minden auch noch der halbe Kader, denn der LTV geht personell am Stock. Routinier Bastian Munkel plagt sich mit einer weichen Hüfte herum und kann frühestens zum Saisonende wieder eingreifen, Tim Menzlaff steht ebenfalls mit einer maroden Hüfte vor dem Saisonaus und Regisseur Valdas Novickis riss sich beim Jahresauftakt in Langenfeld (32:26) die Achillessehne.

Zu allem Überfluss brach sich Henning Padeken gegen Minden das Kahnbein und wird mehrere Wochen ausfallen. Und selbst dem unverwüstlich wirkenden Hendrik Rachow schmerzt der Rücken. Hepps Truppe gehen nicht nur die Mentalität, sondern auch die Spieler aus.

„Man muss wohl ernsthaft über die Spielfähigkeit des LTV nachdenken“, sagte Hepp lakonisch. Außer Galgenhumor bleibt ihm nicht viel. Dabei bringt der Kader selbst ohne die zahlreichen Verletzten eine Menge Qualität mit. Den Beweis brachte die Mannschaft in der vergangenen Woche in Langenfeld. Da fertigten die Blütenstädter den Aufsteiger souverän ab. „Wir haben uns zu viel mit äußeren Einflüssen beschäftigt, aber das ist kein Argument, um sich dahinter zu verstecken“, sagte Hepp und räumte ein: „Aktuell graut es mir vor den kommenden Wochen.“

Eine Möglichkeit, den Kader aufzufüllen, wäre die zweite Mannschaft, doch die kann sportlich nicht ansatzweise mithalten. „Der Unterbau ist zu weit entfernt, als dass man von da Jungs bei uns reinwerfen könnte“, sagte Hepp. Angesichts der Verletzungsmisere sei aber selbst das eine Maßnahme, die er nicht ausschließt. Mit ein wenig Glück kommt wenigstens noch ein dringend benötigter Zugang für den Rückraum. „Wir spielen schon zwei, drei Sachen durch“, sagt Manager Niklas Frielingsdorf. Wenn, kommt der Neue aber nicht von einem anderen Verein. Denkbar ist eher, dass wie schon bei den zuletzt vom Duo Frielingsdorf/Hepp eingefädelten Transfers von Kris Zulauf, Christoph Gelbke oder Tim Lindner jemand aus der Sportpause zurückkehrt.

Das Ziel dahinter ist klar, aber nicht besonders vielversprechend mit Blick auf die Tabelle. Hepp formuliert die Vorgabe: „Wir müssen uns irgendwie bis zum Saisonende retten.“

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