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Corona-Krise in Leichlingen: "Ohne Spielmöglichkeiten droht häusliche Gewalt"

Coronavirus: Nerven liegen durch Kontaktverbot blank : „Ohne Spielmöglichkeiten droht häusliche Gewalt“

Christiane Bornmann (SPD) hofft auf eine schnelle Öffnung der Spielplätze. Fünf werden jetzt saniert. Kosten: 90.000 Euro.

Die Kinder langweilen sich und sind gereizt, die Nerven in vielen Familien liegen blank. „Man merkt es jetzt richtig im Umgang der Leute miteinander“, berichtet Christiane Bornmann, die Vorsitzende des Leichlinger Jugendhilfeausschusses. Gewalt drohe Einzug zu halten. Seit fast vier Wochen gilt im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus ein Kontaktverbot. „Die nächsten zwei Wochen werden dramatisch werden. Das weiß man aus den Erfahrungen in China und Italien“, so Bornmann. Dort sei die häusliche Gewalt nach drei Wochen sprunghaft angestiegen.

 „Gerade wer in beengten Räumen wohnt, möglicherweise im Home-Office arbeitet und ständig die Kinder um sich herum hat, denen ebenfalls die Decke auf den Kopf fällt, kann diese Belastung irgendwann nicht mehr aushalten“, sagt die SPD-Politikerin. Zu Ohren gekommen seien ihr Fälle häuslicher Gewalt aus Leichlingen zwar noch nicht. „Aber so etwas erzählt man ja auch nicht herum.“

Umso wichtiger sei es, dass in absehbarer Zeit die im Moment gesperrten Spielplätze wieder freigegeben würden. „Sobald Lockerungen des Kontaktverbotes erfolgen, spricht doch überhaupt nichts dagegen, die Spielplätze wieder zu öffnen. Die Kinder sind im Moment ja mehr als gebeutelt“, sagt Bornmann und bedauert, dass die am Mittwoch bekannt gegebenen Regierungsentscheidungen Eltern mit kleinen Kindern vorerst keine nennenswerten Erleichterungen bringen werden. „Das ist doch realitätsfern am Schreibtisch entschieden worden“, kritisiert sie.

Eine gute Nachricht gibt es immerhin: „In den nächsten Monaten werden auf insgesamt fünf Leichlinger Spielplätzen in die Jahre gekommene Spielgeräte erneuert und modernisiert“, teilt Stadtsprecherin Ute Gerhards mit. „Etwa 90.000 Euro investiert die Stadt in dieses Projekt.“ Die Arbeiten auf dem Spielplatz Rehborn sollen noch im April abgeschlossen werden. Von Ende Mai bis Anfang Juni folgen die Spielplätze An der Wupper, Scharweg und Weißdornweg. Und auch der Spielplatz Auf dem Wiedenhof werde zeitnah modernisiert.

Neben der Erneuerung der maroden Geräte werde außerdem bei allen Spielplätzen der Sand, der als Fallschutz diene, nach und nach durch Holzhackschnitzel ersetzt. Eine Fläche zum Buddeln werde aber überall bleiben.

Der Spielplatz An der Wupper bekomme darüber hinaus eine neue Wartungszufahrt, die unter anderem für den Sandaustausch und größere Umbauaktionen benötigt werde. „Im Anschluss wird ein Tor installiert, damit der neue Zugang nur vom Bauhof oder von Baufirmen genutzt werden kann“, erklärt die Amtsleiterin. Die Arbeiten sollen noch in den Osterferien abgeschlossen werden. Ein barrierefreier Zugang von der Straße Am Wallgraben sei aufgrund der örtlichen Gegebenheiten nicht möglich.

„Die Stadt hat natürlich nur Einfluss auf die öffentlichen Spielplätze“, sagt Christiane Bornmann. Für die Spielplätze in Wohnanlagen sei der jeweilige Eigentümer verantwortlich. „Dass der Spielplatz am Wallgraben jetzt grunderneuert wird, ist gut. Denn er wird immer stark genutzt.“ Der Spielplatz im Stadtpark werde jetzt lediglich instand gesetzt. „Er wird ja im Rahmen des Innenstadtkonzeptes noch erweitert.“

(sug)