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Kegeln: Bahn frei - die Kugeln können rollen

Kegeln : Bahn frei - die Kugeln können rollen

Langenfelder Sportkegler freuen sich sehr auf die heute beginnenden Deutschen Meisterschaften. Als Gastgeber wollen sie in der eigenen Halle ein perfektes Turnier auf die Beine stellen und das eine oder andere starke Ergebnis erzielen.

Bettina Woltersdorf nimmt drei Schritte Anlauf. Dann holt mit sie ihrem rechten Arm Schwung und bringt die Kugel ins Rollen. Nach wenigen Sekunden kracht das knapp drei Kilogramm schwere Spielgerät gegen die neun Kegel am Ende der Bahn - und räumt alle ab. Woltersdorf nickt zufrieden und nimmt sich die nächste Kugel. Zur Vorbereitung auf die heute beginnenden Deutschen Meisterschaften in der Manni-Jung-Kegelhalle am Freizeitpark (dauern bis 31. Mai) trainierte die 48 Jahre alte Bundesligaspielerin jetzt intensiv auf ihrer Heimatbahn.

Bettina Woltersdorf gilt als Favoritin auf den Titel bei den Damen A, in der Keglerinnen ab 45 Jahren antreten. Bei den Westdeutschen Meisterschaften (kürzlich ebenfalls in Langenfeld) belegte sie den ersten Platz - mit einem Holz Vorsprung. Außer Woltersdorf qualifizierten sich elf weitere Einzel-Starter der Sportkegler Langenfeld (SKL). Für den Verein, der aus dem SKC Langenfeld und Olympia 68/82 Langenfeld besteht, ist das ein gutes Ergebnis, denn bei den Meisterschaften 2013 waren nur sieben Langenfelder dabei. "Das gute Abschneiden liegt auch am Heimvorteil", meint Woltersdorf, "aber das kann auch zusätzlichen Druck erzeugen. Mein Ziel ist ein Platz auf dem Treppchen. Wenn es zu mehr reichen sollte - umso besser."

Die Titelkämpfe sind für die Gastgeber zugleich eine organisatorische Herausforderung, denn es nehmen 370 Spieler aus sechs Bundesländern teil. Sie treten in Einzel, Paarkampf und Mannschafts-Wettbewerb an. Der Turniermodus sieht pro Klasseneinteilung eine Vorrunde mit jeweils 20 Startern vor. Acht qualifizieren sich für die Zwischenrunde - und die besten vier daraus ziehen in die Endläufe ein, um den Meister zu ermitteln.

"Das ist ein straffes Programm", meint Sportwart Ricky Zimmer, der unter anderem für den reibungslosen Ablauf der Veranstaltung zuständig ist. "Wir freuen uns auf die besten Spieler aus Deutschland und hoffen, dass die Turnierwoche eine Werbung für unseren Sport ist", sagt der 47-Jährige, der seit seiner Jugend kegelt. Ohne ehrenamtliches Engagement wäre das Turnier nicht durchführbar. Insgesamt 75 Helfer sind im Einsatz, um den Ablauf zu regeln, Bahnaufsicht zu führen, Statistiken zu erstellen und die Teilnehmer zu bewirten.

Die vereinseigene Halle mit acht Bahnen bietet ideale Voraussetzungen fürs Turnier. Es gibt einen Zuschauerraum, der bis zu 250 Menschen Platz bietet, sowie Umkleiden und Duschen. Untergebracht sind die Kegler in Hotels in Langenfeld und Umgebung. "Außerdem haben wir den Freizeitpark direkt vor der Haustüre", sagt Zimmer, "das ist eine schöne Gelegenheit, um zwischendurch ein bisschen zu entspannen."

Neben Woltersdorf ist auch Sandra Gsodam für Langenfeld dabei. Die 19-Jährige spielt in der Klasse Damen U 24 und hat sich denkbar knapp qualifiziert. Eigentlich war sie kürzlich bei den Westdeutschen Meisterschaften am Einzug in die Endrunde vorbeigeschrammt, rückte dann aber nach - weil eine andere Teilnehmerin nicht antreten konnte. Erstaunlich: Sandra Gsodam sicherte sich letztlich mit 30 Holz Vorsprung den Titel.

"Kegeln ist zwar körperlich fordernd, aber es ist vor allem eine mentale Frage", betont Gsodam, deren Ziel die Endläufe sind: "Das wäre schon ein schöner Erfolg, der mir Sicherheit für die Junioren-Weltmeisterschaft im August gibt." Dann tritt die Finanzbeamtin aus Siegen für Deutschland gegen die internationale Konkurrenz an. Na klar: Langenfeld übernimmt erneut die Rolle des Gastgebers.

(dora)