1. NRW
  2. Städte
  3. Langenfeld
  4. Lokalsport

Fußball: André Maczkowiak: Stütze im Abstiegskampf

Fußball : André Maczkowiak: Stütze im Abstiegskampf

Torhüter des Fußball-Landesligisten FC Monheim hat viel Erfahrung in höheren Klassen - die beim Saisonfinale doppelt wertvoll ist.

Als André Maczkowiak am Sonntag beim Freundschaftsspiel des FC Monheim (FCM) gegen Fortuna Düsseldorf sein Gehäuse gegen so illustre Gegenspieler wie Charlison Benschop oder Erwin Hoffer hütete, dürfte der Schlussmann kein besonderes Lampenfieber gehabt haben. Der 31-Jährige blickt schließlich auf eine Karriere in höheren Klassen zurück, die er aktuell beim FCM in der Landesliga etwas weniger zeitaufwändig weiterführt. Maczkowiak saß als junger Spieler beim 1. FC Köln in der 2. Liga einige Male auf der Bank. Eingewechselt wurde er von seinen damaligen Trainern Huub Stevens und Jos Luhukay allerdings nicht.

 Eckpfeiler: Die große Erfahrung von André Maczkowiak war für die Monheimer nie wichtiger.
Eckpfeiler: Die große Erfahrung von André Maczkowiak war für die Monheimer nie wichtiger. Foto: FC MONHEIM

Mit RW Essen schaffte der gebürtige Leverkusener den Aufstieg in die 2. Bundesliga, wo er beim 2:0 gegen den SC Freiburg nach seiner Einwechslung elf Minuten Profifußball miterleben dufte. Nach Stationen bei RW Erfurt, RW Ahlen und den Sportfreunden Lotte heuerte André Maczkowiak vor knapp zwei Jahren bei seinem Heimatverein FC Monheim an. Der ehemalige Schulkamerad Karim El Fahmi, der heute sein Trainer ist, konnte den Torhüter von einem Engagement beim damaligen Bezirksligisten überzeugen. Nachdem Maczkowiak sein Geld jahrelang mit Fußball verdient hatte, machte er sich in Monheim als Personal-Trainer und Spielerberater selbstständig. "Es waren damals Angebote da, aber die waren finanziell nicht lukrativ genug, um davon zu leben. Ich habe ja auch eine Familie zu ernähren", berichtet der Torhüter, der allerdings nicht ganz vom Fußball wegkam: "Wenn du ein Leben lang gespielt hast, kannst du nicht von jetzt auf gleich aufhören." Heute wohnt Maczkowiak mit seiner Frau Nadine und den Töchtern Lia und Loreen in der Nähe des Rheinstadions.

Das Engagement scheint perfekt zu sein. Schließlich schafften die Monheimer mit ihrem neuen Keeper in dessen erster Saison prompt den Aufstieg in die Landesliga - den sie in den Jahren davor wieder und wieder verpasst hatten. In der aktuellen Spielzeit muss der Aufsteiger jedoch aufpassen, dass er nicht gleich wieder in den Fahrstuhl nach unten gerät. Vor dem letzten Spieltag rangieren die Monheimer als Zehnter zwar auf einem Nicht-Abstiegsplatz, sind allerdings akut gefährdet. Sie könnten auf den Platz zurückfallen, der eine Abstiegsrunde mit den Elften der beiden anderen Landesliga-Gruppen bedeutet. Selbst der Absturz auf einen direkten Abstiegsrang ist nicht ausgeschlossen. "Wir sind zuletzt in einen Negativtrend geraten, aus dem man nur schwer rauskommt", meint Maczkowiak, dem aber die jüngsten Auftritte vor der entscheidenden Partie am Sonntag (15 Uhr, Rheinstadion) gegen den SV Hilden-Nord viel Mut machen, "wir haben zuletzt defensiv gut gestanden. Jeder hat für jeden gekämpft."

Dass ihm beim Saisonfinale eine entscheidende Rolle zufällt, hängt nicht nur mit der sportlichen Qualität zusammen. Nach den Ausfällen von Vizekapitän Manuel Windges und Mittelfeldspieler Alexander Deget muss Maczkowiak als erfahrener Spieler in der entscheidenden Phase auch seine Führungsqualitäten unter Beweis stellen. "André ist ein absoluter Führungsspieler - sowohl wegen seiner Erfahrung als auch wegen der Tatsache, dass er ein Monheimer Junge ist", findet El Fahmi, "das ist von der Torhüterposition aus manchmal schwieriger. Aber André ist einer, der vorangeht."

Insgesamt steht Maczkowiak fürs Spiel gegen Hilden beinahe in der Pflicht, die Mannschaft zusammen mit Kapitän Dennis Ruess zu leiten - gerade dann, wenn es zu Rückschlägen kommen sollte. Solche Rückschläge steckten die Monheimer zuletzt meistens nicht gut weg. "Da fehlte dann häufig, dass ein Ruck durch die Mannschaft geht", bestätigt der Keeper.

Maczkowiak hat die Hoffnung, dass der gute Auftritt am Sonntag im Freundschaftsspiel gegen den Zweitligisten Düsseldorf dem FCM in Sachen Selbstvertrauen weitergeholfen hat. Beim 1:3 vor rund 1000 Zuschauern deutete der FCM in vielen Szenen an, über welch gutes Potenzial er verfügt. "Auch wenn der Gegner vielleicht nicht voll motiviert war, war es für uns wichtig, gegen einen Zweitligisten einige Chancen herauszuspielen und sogar ein Tor zu machen. Man konnte sehen, dass wir Fußball spielen können", meint Maczkowiak. Trotzdem wird der Nervenkitzel am kommenden Sonntag wohl deutlich größer sein. Der Test gegen die Fortuna war eben nur eine nette Beigabe. Gegen Hilden steht für den FCM irgendwie eine ganze Saison auf dem Spiel.

(mroe)