Die Katholische Arbeitnehmer-Bewegung (KAB) Langenfeld und Monheim kämpft für soziale Gerechtigkeit

Aktionen im kommenden Jahr : Katholische Arbeitnehmer-Bewegung: Kirche muss sozialer werden

Sowohl im Arbeitsleben als auch beim Wohnungsbau müsse der Mensch im Mittelpunkt stehen, fordert die Katholische Arbeitnehmer-Bewegung (KAB) Langenfeld/Monheim.

Hans-Georg Ibold macht sich „große Sorgen, dass Kirche immer mehr an Bedeutung verliert“, weil sie sich zu sehr mit sich selbst beschäftige. Der stellvertretende KAB-Vorsitzende in Langenfeld und Monheim „vermisst“, dass das Seelsorgeteam in Langenfeld direkt „zu den Menschen hingeht“, sich ihre Sorgen und Nöte anhört. Das Team der KAB (Katholische Arbeitnehmer Bewegung) würde gerne dabei helfen, Brücken zu bauen, ergänzt die Vorsitzende Kerstin Hoffmann. „Wir machen in erster Linie sozialpolitische Arbeit und sind seit fünf Jahren im Arbeitskreis ,Langenfeld sozial’ engagiert.“ Man biete der Leitung immer wieder Unterstützung an, müsse aber erleben, dass sich die „Kirche mitdenkender Menschen entledigt“, sagt Ibold. Unverständlich und kontraproduktiv sei es beispielsweise, dass die Gemeinde im Mai keine Hochzeitstermine vergebe und die Türen der Gotteshäuser nur an wenigen Stunden außerhalb der Messen geöffnet seien.

Ein Grund mehr für den Städteverband, selber aktiv zu werden. „Wir verstehen uns als Kirche in der Arbeitswelt“, erklärt er. Ein Schwerpunkt im kommenden Jahr sei deshalb das Thema „Arbeit 4.0“. Durch die Digitalisierung verändere sich die Arbeitswelt teilweise radikal, merkt Rainer Pfuhl, Vorsitzender der KAB in Langenfeld an. Deshalb plane man Bürgergespräche. Im Mai kommenden Jahres besuchen KAB-Vertreter das international aufgestellte Unternehmen Eplan in Monheim mit 500 Mitarbeitern am Standort. Dort werde unter anderem Software für Produktionsstraßen in der Autoindustrie entwickelt, berichten die Vorsitzenden. „Wir wollen mit dem Betriebsrat und den Mitarbeitern reden und hören, welche Konsequenzen sich für ihre Arbeit ergeben“, sagt Hoffmann.

Zum 75. Todestag des Widerstandskämpfers, Gewerkschafters und Christen Nikolaus Groß lädt die KAB für den 23. Januar 2020, 19.30 Uhr, ins Pfarrer-Franz-Boehm-Haus an der Sperberstraße 2a ein. „Wir möchten das Andenken an ihn hochhalten und somit rechten Tendenzen entgegen wirken“, sagt Hoffmann. Die offene Veranstaltung, bei der Landrat Thomas Hendele eine Gedenkrede hält, ist Teil einer Reihe zum Thema Widerstand. Sie wird mit Terminen in Düsseldorf, Leverkusen, Köln und Bonn abgerundet. Am 21. März 2020 wird die KAB Langenfeld 128 Jahre alt. Sie wurde 1892 gegründet. An diesem Gedenktag plane man im Richrather Pfarrzentrum St. Martin gegen 15 Uhr ein Bürgerparlament mit verschiedenen Gruppen beispielsweise dem Stadtjugendring, den CDU Senioren, den Maltesern, der Arbeiterwohlfahrt (Awo) und Ausländerverbänden, berichtet Hoffmann. Eine wichtige soziale Frage sei die Förderung von Sozialwohnungen in der Stadt, merkt Ibold an. „Die Entwicklung macht uns Sorge.“ Man appelliere an die Politik, hier etwas zu ändern. Ende 2018 habe es noch 1170 geförderte Mietwohnungen in Langenfeld gegeben. Ende 2030 werden es nur noch 620 sein. „Das sind rund 47 Prozent weniger“ rechnet Ibold. Die Zahlen stammten aus dem von der Kreisverwaltung vorgelegten Bericht zur Wohnraumförderung. Die KAB fordert, es solle einen „Runden Tisch“ geben. Der Bauverein müsste deutlich mehr eingebunden werden. Mindestens 30 Prozent der Mietwohnungen in der Stadt sollten sozial gefördert sein. Auch in Langenfeld gebe es „erschreckend viele Arme“, sagt Ibold. Sonst wären doch hier kein Sozialkaufhaus und keine Lebensmittelausgabe.