SG Langenfeld will in der Regionalliga wieder ganz oben angreifen

Volleyball : Volleyballerinnen sind konstant inkonstant

Durch schwankende Leistungen innerhalb der Spiele hat die SG Langenfeld ihre gute Ausgangsbasis im Aufstiegsrennen fast verspielt. Nun geht es gegen Grün-Weiß Paderborn, gegen das sie in der Hinrunde eine Serie startete.

Jessica Eisler hat im Volleyball schon vieles erlebt, doch die Überraschungen reißen nicht ab. Seit acht Jahren läuft die Außenangreiferin bereits für den Regionalligisten SG Langenfeld (SGL) auf, in denen sie sowohl Aufstiege feierte als auch Abstiege betrauerte. Dass die SGL auch in dieser Saison eine ganz besondere Achterbahnfahrt der Gefühle durchlebt, muss Eisler nach dem 2:3 beim VC Eintracht Geldern eindeutig feststellen: „Bei uns haben sich mal wieder gute und schlechte Phasen abgewechselt. Wir haben Geldern erst durch unsere vielen Eigenfehler aufgebaut und hätten sicher mit einem Sieg nach Hause fahren können.“

Zwar setzte Eisler mit ihren Angriffsaktionen den einen oder anderen gefährlichen Akzent, aber sie konnte die Niederlage ebenfalls nicht verhindern. In weiten Teilen des Spiels zeigten die Langenfelderinnen ihr großes Potenzial, indem Christin Nadolski (Verteidigung) und Tina Steinacker (Annahme) auf der Libero-Position für Stabilität sorgten. Zudem bescherten die Mittelblockerinnen Silke Althaus und Jil Molitor durch ihre Aufschläge immer wieder Punktgewinne, während die Gastgeberinnen Schwächen in der Feldabwehr offenbarten.

Der Knackpunkt: Die einzige Konstanz der Langenfelderinnen ist ihre Inkonstanz. Obwohl die SGL durch einen Erfolg im vierten Satz den 3:1-Sieg hätte klarmachen können, ließ sie dann jegliche Energie vermissen. „Unsere Gegner denken sich schon, dass sie uns am Anfang spielen lassen können, weil wir danach ohnehin wieder einbrechen. Das Problem konnten wir auch gegen Bayer Leverkusen und den TuS Herten nicht beheben“, stellt SGL-Trainer Michael Wernitz fest. „Wir laufen mitunter völlig ungeordnet über das Spielfeld, was die Teams eiskalt bestrafen.“

Gerade in den entscheidenden Situationen fehlt den Langenfelderinnen scheinbar das Selbstvertrauen. Ob eine Führungsspielerin fehlt? „Unsere Spielführerin Diana Kiss gibt klar die Richtung vor, indem sie uns immer motiviert. Auch Jana Nahrstedt führt die Mannschaft sehr gut. Leider ziehen die Ansprachen nur bei einigen Spielerinnen eine Wirkung nach sich, während sich andere in ihrer tiefen Enttäuschung vergraben“, sagt Eisler, die wenige Wochen nach ihrem 30. Geburtstag ebenfalls zu den routinierten Spielerinnen gehört.

In der Sommerpause stärkten die Langenfelderinnen durch Kletteraktionen noch den Teamgeist und genossen unlängst eine harmonische Weihnachtsfeier am Unterbacher See. Dass Trainer Wernitz die mangelnde mannschaftliche Geschlossenheit bei Misserfolgen beklagt, kann Eisler nicht nachvollziehen: „Wir lassen uns nicht hängen oder werden sogar zickig. Niemand weist der anderen die Schuld zu, wenn Fehler passieren, sondern wir arbeiten als Team eng zusammen. Wir wissen alle nicht, warum wir schon seit Jahren immer wieder unsere Durchhänger haben.“

In der Tabelle rutschten die Langenfelderinnen mit 19 Punkten auf Rang vier ab, doch der Dritte VoR Paderborn (20 Zähler) und der Zweite TuS Herten (22) liegen nicht weit entfernt. Der Spitzenreiter TSV Bayer Leverkusen II (24) hat sich abgesetzt. „Die Mädels wollen unbedingt aufsteigen, aber das wird auf jeden Fall sehr schwer. Vielleicht können wir den zweiten Platz erreichen und es dann über die Relegation schaffen. Leverkusen ist am stärksten und der Favorit auf die Meisterschaft“, findet die Diagonalspielerin Jana Nahrstedt, die sich über die Rückkehr der wichtigen Mittelblockerin Anna Boytinck (Bänderriss) nach der Winterpause freut.

Zum Auftakt der Rückrunde treten die mit der Ausnahme von Boytinck personell vollständigen Langenfelderinnen am Samstag (15.30 Uhr) beim SC Grün-Weiß Paderborn an, der als Neunter um den Klassenerhalt kämpft. „In letzter Zeit hat sich Paderborn deutlich gesteigert“, lobt Wernitz. „Die lange Anreise hängt uns gewöhnlich länger in den Knochen, und wir brauchen Zeit, bis wir auf Touren kommen.“ Allerdings halten sich die Langenfelderinnen vor Augen, dass sie durch den 3:1-Sieg im Hinspiel eine Serie von fünf Erfolgen hintereinander einleiten konnten. Eine Wiederholung wird sehnlichst erwünscht.