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Siempelkamp aus Krefeld baut Anlage in der Türkei

Wirtschaft in Krefeld : Siempelkamp baut Anlage in der Türkei

Der erneute Auftrag des türkischen Familienunternehmens Starwood führte bereits zur 30. Kooperation mit der Göttinger GIM Export Group beim Bau von Neuanlagen für die Holzwerkstoffindustrie.

In wenigen Monaten startet die Montage für eine neue Anlage zur Produktion dünner Holzplatten bei der Firma Starwood in der Türkei. Die Krefelder Unternehmensgruppe Siempelkamp setzt mit dem neuen Auftrag ihre Zusammenarbeit mit dem türkischen Familienunternehmen in vierter Generation fort. Bereits Ende dieses Jahres soll die erste Platte vom Band laufen. Starwood gehört zu den größten Industrieunternehmen in der Türkei. „Wir freuen uns, erneut mit einer Anlage zu den wachsenden Produktionskapazitäten unseres Partners beizutragen und seine Bedeutung im Markt mit erstklassigen Pressenkonzepten zu unterstützen“, erklärte Samiron Mondal, Mitglied der Geschäftsführung der G. Siempelkamp GmbH & Co. KG aus Krefeld.

Das Projekt repräsentiere zudem einen erneuten Meilenstein in der Zusammenarbeit mit der GIM Export Group, einem wichtigen Bindeglied Siempelkamps im türkischen Markt. Der aktuelle Auftrag markiere die insgesamt 30. Neuanlage, die Siempelkamp und das Göttinger Unternehmen gemeinsam realisierten, betonte ein Sprecher.

Die GIM Export Group hat nach eigenen Angaben in den vergangenen 40 Jahren ein starkes Netzwerk mit deutschen Maschinenbauingenieuren aus der Holzwerkstoffindustrie aufgebaut und ein Service-Paket entwickelt, in dem es komplette Projekte anbietet, einschließlich Finanzierung, Kauf, Lieferung, Montage und Inbetriebnahme. Darüber hinaus kümmere sich die Gruppe um den After-Sales-Service wie Reparaturen und Wartung. Mit ihrem Service-Paket habe sie  fast die gesamte türkische Holzwerkstoffindustrie aufgebaut, betonte die GIM Export Group.

In diesem Fall profitiert einmal mehr der Krefelder Maschinenbauer Siempelkamp. Für seinen zweiten Produktionsstandort nahe Inegöl gab der türkische Holzwerkstoffproduzent bereits die zweite Dünnplattenanlage zur Produktion von dünnen Faserplatten in Auftrag. Damit entscheide sich Starwood zum insgesamt fünften Mal für die Siempelkamp Pressentechnik und eine Siempelkamp Anlage, so der Sprecher.

Die neue Hochleistungs-Dünnplattenanlage  ergänze die Kapazität von rund 750 bis 800 Kubikmetern pro Tag, die aktuell auf der ersten Linie produziert würden. Die neue größere Linie sei für eine Kapazität von weiteren 1000 Kubikmetern am Tag bei Plattenstärken von 2,7 bis drei Millimetern ausgelegt. Ihr Dickenspektrum umfasse 1,5  bis sechs Millimeter. Damit sei sie auf die Produktion von Dünn- und Dünnstplatten ausgerichtet, lasse sich jedoch darüber hinaus auch in der Möbelplattenproduktionbis 22 Milimeter einsetzen, heißt es weiter.

Sehr dünne MDF-Platten (mitteldichte Faserplatten) kommen verstärkt zum Beispiel als Möbelrückwände, Decklagen von Türen oder Schubkästenböden zum Einsatz. Dünn-MDF sei wirtschaftlich nur mit sehr schnell laufenden Anlagen zu realisieren – die neue Anlage für Starwood sei entsprechend auf 2000 Millimeter pro Sekunde ausgelegt, erläuterte ein Firmensprecher.

Neben der Pressentechnik sei auch die Streutechnik ausschlaggebend für eine erfolgreiche Dünnplattenproduktion. Siempelkamp setze hier auf den speziell für diese Anwendung weiterentwickelten „Starformer“, der ein Abfräsen der Fasermatte unnötig mache und beste Streugenauigkeiten garantiere. Das Gesamtkonzept runde die von Siempelkamp entwickelte adaptive Streuung ab, die eine automatische Regelung der Streumaschineneinstellung erlaube.

Ebenfalls im Lieferspektrum enthalten seien ein Fasertrockner der Siempelkamp-Tochter Büttner sowie die Leimdosierung inklusive Ecoresinator. Der 2010 in die erste Dünnplattenanlage von Starwood installierte Ecoresinator sei der erste seiner Art gewesen und Ergebnis eines gemeinsamen Entwicklungsprojektes beider Unternehmen. Das System senke den Leimeinsatz dank eines speziellen Injektionskonzepts um bis zu 15 Prozent und steigere gleichzeitig die Plattenqualität und Oberflächenbeschaffenheit. Zukünftig werde Starwood drei dieser Systeme betreiben. Die Anzahl der Referenzen für den Siempelkamp-Ecoresinator erhöhe sich damit auf insgesamt 44, berichtete der Sprecher. Besonders im Gesamtkonzept sei auch die Konfiguration der Kühl- und Abstapelanlage.