Krefeld: Die Bauarbeiten für ein barrierefreies Rathaus in Fischeln beginnen im März.

Bauprojekt in Krefeld : Rathausumbau Fischeln startet im März

Die Bezirksverwaltungsstelle muss während der Bauphase wahrscheinlich temporär geschlossen werden.

Im März soll mit dem Umbau des Fischelner Rathauses an der Kölner Straße begonnen werden. Das hat die Verwaltung jetzt auf Anfrage unserer Redaktion mitgeteilt. Ziel des Umbaus ist, das Rathaus, das auch Standort der Bezirksverwaltungsstelle ist, barrierefrei zugänglich zu machen. Die Bauarbeiten werden nach derzeitigem Planungsstand rund ein Jahr in Anspruch nehmen.

Ob die Verwaltungsstelle in der Zeit des Umbaus seine Büros weiter nutzen und im Gebäude verbleiben kann, ist derzeit noch offen. Die Verwaltung ist nach eigenen Angaben seit Monaten auf der Suche nach einem Ersatzstandort, hat aber bis jetzt noch keinen Erfolg gehabt. „Bisher konnte in der näheren Umgebung kein geeigneter Standort gefunden werden“, schreibt die Stadt. Und weiter: „Es findet eine intensive Abstimmung mit dem Architekten statt, inwieweit ein Verbleib der Büros während der Bauarbeiten möglich ist.“ Unter Umständen müssten die Bürger damit rechnen, dass das Rathaus und damit die Bezirksverwaltungsstelle während der Bauphase temporär geschlossen bleibt. Die nahe gelegene Hauptschule Hafelssstraße beispielsweise sei als Standort für die Bürgerbüros ungeeignet. „Die Schule ist bis Sommer noch in Nutzung, so dass dort keine geeigneten Räume zur Verfügung stehen“, heißt es seitens der Stadt.

Derzeit würden für den Umbau die letzten Details mit der Denkmalbehörde abgestimmt. Die Ausführungsplanung sei soweit abgeschlossen. „Die Ausschreibungen der verschiedenen Gewerke werden kurzfristig veröffentlicht“, schreibt ein Stadtsprecher. Der genaue Start der Bauarbeiten könne erst nach erfolgter Vergabe festgelegt werden.

Auch die Bezirksvertretung Fischeln wird für einige Sitzungstermine auf einen anderen Standort ausweichen müssen und nicht im historischen Rathaussaal im ersten Obergeschoss tagen können. „Je nach Bauphase werden bis zu drei Termine dieses Jahr an einem anderen Ort stattfinden“, heißt es seitens der Verwaltung. Der neue Tagungsort werde frühzeitig bekannt gegeben.

Hintergrund: Das über hundert Jahre alte Gebäude ist bislang nur über Treppenstufen zu erreichen, bis zu den Bürgerbüros im Hochparterre sind es zwölf Stufen. Der Rathaussaal und das Büro der Polizei befinden sich sogar noch eine weitere Etage und 21 Stufen darüber. Nun wird auf der Rückseite des Gebäudes ein Fahrstuhl eingebaut, der barrierefreie Zugang ist künftig über den Rathausgarten möglich. Die Arbeiten im Rathaus werden aber über die seit mehr als 20 Jahren geforderten Maßnahmen zur Barrierefreiheit hinaus gehen - und deshalb auch teurer werden.

Denn: mit dem Einreichen eines Bauantrages für das denkmalgeschützte Gebäude ist der Bestandsschutz erloschen. Das bedeutet, dass im Zuge der Baumaßnahmen zwangsläufig der Brandschutz im Rathaus nach modernen Standards ertüchtigt werden muss. „Ohne Brandschutz keine Baugenehmigung“, fasste Architekt Alexander Littgen seinerzeit die Sachlage zusammen. Somit wird sich das vertraute Bild des Rathauses verändern: Die Flure und das hölzerne Treppenhaus bekommen Brandschutztüren. Littgen verspricht, dass „Transparenz und Großzügigkeit“, auch im Treppenhaus, erhalten bleiben werden. Ein zweiter Fluchtweg aus dem Obergeschoss wird als Stahl-Wendeltreppe  im Gebäude eingebaut und für Besucher des Rathauses unsichtbar bleiben.