Katholische Reformen: Basis in Not

Katholische Kirche : Reformen: Katholiken in Not

Die Sehnsucht nach Reformen  der katholischen Kirche ist an der Basis ganz offensichtlich groß, so groß, dass Dinge gefordert werden, die kein Bischof und am Ende nicht mal der Papst ohne weiteres allein entscheiden könnten.

Bekanntlich hat der Diözesanrat des Bistums Aachen, also das höchste Laiengremium im Bistum, ein Reformpapier verabschiedet, in dem unter anderem eine „Reform der Machtstrukturen“ in der Kirche in Richtung auf eine Demokratisierung und eine „Reform des Priestertums“  (gemeint sind  die Aufhebung des Zölibats und die Zulassung von Frauen ins Priesteramt) gefordert werden (wir berichteten).

Innerhalb der Kirche gibt es offensichtlich eine Akzeptanzkrise der eigenen Grundlagen. Demokratisierung zum Beispiel: Die auf den Papst zulaufende Hierarchie soll ihrem Wesen nach positiv heilsgeschichtliche Kontinuität in der Verkündigung wahren. Hierarchie wird aber heute nur noch negativ als Machtfrage wahrgenommen. Die Frage, warum die Kirche ist, wie sie ist: Darauf können Katholiken offenbar kaum noch antworten.

Nur: Die daraus resultierenden Reformwünsche bei Bischof Dieser abzuladen, ist eine einzige Überforderung dieses Mannes und seines Amtes. Selbst wenn der Bischof wollte: Er kann solchen Forderungen nicht im Ansatz nachkommen. Insofern steht heute schon zu befürchten, dass sein gut gemeinter „Heute bei dir“-Prozess mit einer Enttäuschung endet. Jedenfalls dann, wenn dieser Prozess mit Reformwünschen aufgeladen wird, die nur in einem Reformkonzil der Weltkirche angebahnt  werden könnten.

Die Katholiken hierzulande täten gut daran, ihre hohen Reformerwartungen an die Bistumsleitung auf realistische Perspektiven hinunterzudimmen. Auch aus Gründen  der Gerechtigkeit gegenüber Bischof Dieser. Er ist kein Reformversager, wenn er den Zölibat nicht abschafft – er kann es einfach nicht. vo