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Xanten: Das Oktoberfest wird 20

Xanten : Das Xantener Oktoberfest wird 20

Von einer verrückten Idee zum Volltreffer: Die Wiesn in Wardt feiern 2018 20. Geburtstag. Vom 3. bis zum 28. Oktober können wieder bis zu 4700 Menschen freitags, samstags und sonntags dort feiern. Erfunden hat’s Wilfried Meyer.

Sie haben ihn alle für verrückt erklärt. Als Wilfried Meyer, Leiter des Freizeitzentrums Xanten (FZX), 1998 seine Idee vorstellte, ein Oktoberfest in Xanten zu veranstalten, wurde er von vielen Menschen in der Domstadt belächelt. Einzig und allein der damalige Stadtdirektor Heinz Trauten sagte zu ihm: „Mach’ mal.“ Und Meyer machte. Er bestellte ein Zelt. Er organisierte eine Band, die er nicht kannte. Zwei Wochen vorher warf er noch einmal alles um. Der Sommer war – ähnlich wie in diesem Jahr – sehr gut. Das Strandbad sorgte für volle Kassen. Meyer saß im Auto, dachte über alles nach und entschied: „Wir brauchen ein größeres Zelt. Wir gehen in die Vollen.“

In der Tat: 1999 ging das erste Oktoberfest – damals noch auf dem Parkplatz des ehemaligen Nibelungenbades in Wardt – in einem 25 Meter breiten Zelt über die Bühne. Was seinerzeit sehr schleppend anfing, ist heute eine Erfolgsgeschichte. Die Xantener Wiesn werden 20. Herzlichen Glückwunsch!

Zum Vergleich: Der erste Freitag war, wie Meyer in diesen Tagen rückblickend sagt, eine „unternehmerische Vollkatastrophe“. Beginn war um 17 Uhr. Nichts los im Zelt. Gegen 18, 19 Uhr trudelten die ersten Gäste ein, gegen 20 Uhr schunkelten rund 200 Xantener zurückhaltend zu bayrischer Musik. Das gefiel Meyer ganz und gar nicht. Er ging zur Band und forderte sie auf, Party-Musik zu spielen. Wolfgang Klaus, damals wie heute Kopf der Oberbayern-Band, sagte zu ihm: „Wenn du willst, machen wir hier die Hölle draus.“ Meyer wollte. Damit war der Grundstein für das Xantener Oktoberfest gelegt.

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„Die Leute wollen einfach feiern“, sagt der Chef des FZX zur Grundidee. Wie ein Lauffeuer habe sich damals die Nachricht vom rauschenden Fest in Wardt verbreitet. Meyer: „Und so kamen am zweiten Tag gleich doppelt so viele Besucher wie am ersten Tag.“

Heute finden in dem insgesamt 90 Meter langen und 40 Meter breiten Zelt, das schon seit Dienstag auf dem großen Parkplatz vor den Toren von Wardt akribisch aufgebaut wird, jeweils bis zu 4700 Personen Platz. „Es ist in diesem Jahr noch einmal fünf Meter länger geworden“, sagt Meyer, der sich schon auf die, wie er sagt, „Jubiläums-Wiesn“ vom 3. Oktober  bis zum 28. Oktober freut. Für ihn ist es auch ein ganz besonderes Fest.

Aber Meyer wäre nicht Meyer, wenn er sein Oktoberfest nicht ständig weiterentwickeln würde. Nachdem er im Jahr 2017 den VIP-Bereich umgestaltet hat, ist 2018 aktuell die sogenannte Flirtbar an der Reihe. Meyer: „Sie wird hochwertiger ausgestattet und bekommt auch einen neuen Platz – am Ende des Zeltes vor Kopf.“

Wie auch schon die Sonntage bekommen nun auch die Freitage ab sofort ein Thema – beginnend mit den Oktoberfest-Hits aus 20 Jahren am 5. Oktober. In diesem Jahr müssen zudem alle, die lieber in der Almhütte statt im großen Zelt feiern möchten, Eintritt bezahlen – sieben Euro.

Bleibt das Wichtigste zum Schluss: Was kostet 2018 eine Maß Bier? „In München werden es 11,50 Euro werden, ich habe mir 11,10 Euro überlegt“, sagt Meyer. Das sind 30 Cent mehr als 2017.