Xanten

Am Blutwurstsonntag ziehen Leon I. und Maja I. mit Florian und Ella als Höhepunkt ihrer Session auf dem eigenen Wagen durch die Innenstadt. Die vier Kinder haben schon viele Termine absolviert. Am Sonntag ist die Kindersitzung. Wir stellen das Kinderprinzenpaar und die Pagen vor.

Prinz Leon I.: Der elfjährige Gymnasiast besucht die fünfte Klasse, war im letzten Jahr selbst Page und liebt in der Schule die Fächer Deutsch, Mathe und Sport. In seiner Freizeit spielt er gerne Fußball; beim TuS Xanten steht er im Tor. Außerdem gehört er der Jugend-Feuerwehr an. Einen besonderen Wunsch hat Leon: Kinder und Jugendliche sollten etwas für ihre Stadt tun. Mit Müllzangen und -säcken ausgerüstet, könnten sie damit im Freien Abfall einsammeln, schlägt er vor.

Maja I.: In der Marienschule gehören Deutsch und Politik zu den Lieblingsfächern der 13-Jährigen. Maja taucht, spielt Saxofon, schreibt gerne selbst Geschichten und wirbelt seit drei Jahren in der Showtanzgruppe des XCV mit. Beruflich möchte sie später gerne einmal im Bereich Politik arbeiten. Sie wünscht sich einen autofreien Sonntag, der Umwelt zuliebe. Zweimal hat sie ihr Anliegen bei Bürgermeister Thomas Görtz vorgetragen und darüber hinaus jetzt die Lokalpolitik angeschrieben.

Florian: Genau wie Leon gehört Florian (10) der Jugendfeuerwehr an und liebt den Sport. Zu den Lieblingsfächern in der fünften Klasse des Gymnasiums gehören Mathe, Englisch und Schwimmen.

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Ella: Bei Viktoria Birten spielt die Neunjährige Fußball, am liebsten in der Abwehr. Klar, dass die Viktor-Grundschülerin auch im Unterricht Sport besonders mag, außerdem Deutsch und Schwimmen.

Ihr steht als Leon I. und Maja I. mit euren Pagen Florian und Ella an der Spitze des Xantener Karnevals 2018. Warum macht ihr das?

Leon: Letztes Jahr war ich selbst noch Page. Da hat es schon sehr viel Spaß gemacht, und es war für mich schon klar, dass ich auch gerne mal Prinz sein möchte. Es ist schön, auf der Bühne zu stehen und Worte an die anderen zu richten.

Und was sagen die Pagen?

Florian: Mein Vater war letztes Jahr schon Präsident. Da war ich auf den Zügen mit dabei und habe gesehen, wie Leon das macht.

Wie bist du dazugekommen, Ella?

Ella: Florian hat mich beim Grillen gefragt, ob ich Pagin werden möchte. Darüber habe ich mich sehr gefreut und meine Eltern gefragt. Die haben dann ja gesagt.

Ist es nicht super aufregend, vor einem großen Publikum zu sprechen?

Maja: Nein, gar nicht. Ich rede gerne. Auch hier zu Hause.

Leon: Am Anfang ist man auf der Bühne immer aufgeregt. Aber nach dem ersten Satz geht es wieder. Wichtig ist, nicht immer auf das Blatt zu schauen. Ab und zu geht schon, aber nicht die ganze Zeit lang.

Florian: Wir haben mehrere Reden. Es kommt darauf an, wo wir gerade sind. Meistens passen wir die Reden den Veranstaltungen an.

Leon: Maja hat ihre eigenen Ideen noch einmal in die Rede eingebracht.

Ihr seid Geschwister. Gibt es da nicht manchmal auch Zoff?

Leon (grinst): Wir vertragen uns immer.

Maja: Manchmal streiten wir schon.

Florian: Geschwisterliebe.

Habt ihr denn kein Lampenfieber, vor einem vollen Saal sprechen zu müssen?

Leon: Die Rede habe ich mir zweimal durchgelesen, dann konnte ich sie fast auswendig. Den lauten Helauruf aus vollem Herzen haben wir öfter geübt.

Und welche Aufgaben haben die Pagen?

Florian: Wir helfen dem Prinzenpaar. Auf der Bühne halten wir die Bücher mit den Reden, reichen die Orden an, die verliehen werden, und halten Zepter und Blumen bei der Ordensübergabe.

Leon: ... und die Mütze.

Die Mütze? Die hat der Prinz doch auf dem Kopf.

Florian: Wenn er einen Orden bekommt, geht der natürlich nicht über die Mütze. Sie hat ja auch noch eine lange Feder. Dann nehme ich die Mütze und setze sie ihm hinterher wieder auf.

Ella: Ja, damit sie wieder richtig sitzt.

Ihr habt auch einen eigenen Karnevalsorden.

Maja: Den haben wir selbst gestaltet. Vor dem Rathaus wurde ein schönes Foto von Leon und mir gemacht. Wir bekamen verschiedene Vorlagen zur Auswahl. Unser Orden stellt einen Narren da mit Händen und Füßen und einen lustigen Hut. Ihn fand ich am karnevalistischen.

Die vier prächtigen roten Kostüme stammen alle aus dem Kleiderschrank des XCV?

Maja: Nein, die Kostüme für Leon und für mich sind neu angefertigt. Wir durften mit entscheiden, was dran kommt und wo.

Ella: Es ist ein ganz kuscheliger Stoff.

Was sind denn eure Lieblingskostüme?

Leon: Früher bin ich oft als Cowboy oder Indianer gegangen. Jetzt lieber als Polizist.

Florian: Als Tiger.

Maja: Ich gehe gerne als Hippie.

Ella: Tiger und Piratin.

Seit wann tourt ihr denn durch die Veranstaltungen?

Ella: Seit der Proklamation am 10. November. Aber einige Termine sind noch frei. Wer möchte, kann uns gerne ansprechen. Am Ende werden es wohl rund 25 Termine sein.

Was haben denn eure Freunde und Kumpels gesagt, als sie hörten, dass ihr in diesem Jahr die wichtigsten Narren seid?

Florian: Oh. Ich habe es gar nicht so in der Klasse rumerzählt. Die kennen sich nicht so mit Karneval aus.

Maja: Ich habe eine Freundin, die fand das ganz toll. Sie kam extra, um mir die Haare zu machen. Die anderen fanden es auch cool.

Haben denn die Kumpels nicht gesagt: Hör mal, kannst du uns nicht einen Karton Bonbons vorbeibringen?

Leon: Oh ja. Einer hat gefragt, ob ich eine Tüte fallenlassen kann.

Habt ihr schon einen Standort ausgemacht?

Leon: Das machen wir spontan, wenn ich ihn sehe.

Und wie geht es weiter?

Florian: Im nächsten Jahr möchte ich gerne selbst Prinz sein. Meistens ist es so, dass die Pagen im nächsten Jahr das Prinzenpaar werden.

Und Ella?

Ella: Wenn Florian mich fragt, werde ich die Karnevalsprinzessin.

Florian: Klar.

Eine Frage habe ich noch. Zurück zur Schule. Hand aufs Herz: Leidet durch die vielen Termine nicht ein wenig das Lernen?

Florian: Natürlich nicht.

Maja: Na ja, ein bisschen. Manchmal mache ich erst morgens die Hausaufgaben. Lernen muss ich natürlich immer - auch mal abends im Bett.

Ich danke euch für das Gespräch.

(RP)