1. NRW
  2. Städte
  3. Kleve
  4. Stadtgespräch

Vollsperrungen drohen im Januar 2019

Rheinbrücke : Die Rheinbrücke wird fit gemacht

Ab Januar beginnt die größte Sanierung in der Geschichte der Rheinbrücke Kleve-Emmerich. 28 Millionen Euro werden investiert. Bald stehen zwei Vollsperrungen an. Der Verkehr soll ansonsten trotzdem rollen.

Vor 53 Jahren wurde die Rheinbrücke, die Emmerich mit Kleve verbindet, freigegeben. Seitdem hat der Verkehr auf Deutschlands längster Hängebrücke stetig zugenommen. Bis zu 20.000 Fahrzeuge passieren täglich das Bauwerk, an dem bei zunehmender Belastung auch der Zahn der Zeit genagt hat. Ab dem kommenden Jahr soll die Brücke daher umfangreich saniert werden. „Es ist die größte Maßnahme, die seit Bestehen der Brücke an dem Bauwerk durchgeführt wird“, sagt Stephan Huth.

Der Diplom-Ingenieur vom Landesbetrieb Straßen NRW wird die nächsten vier Jahre die Arbeiten an der Brücke koordinieren, für die der Bund insgesamt 28 Millionen Euro ausgibt.

Die Arbeiten werden in zwei Phasen verlaufen. Die erste beginnt im Januar und wird zwei Jahre dauern. Dabei werden die Hängerseile der Brücke ausgetauscht und der Korrosionsschutz an Tragkabeln und Pylonen erneuert. Kosten: rund 18 Millionen Euro. Die zweite Phase soll unmittelbar danach in Angriff genommen werden. Dann stehen unter anderem die Erneuerung von Fahrbah, Geh- und Radwegen und weitere Arbeiten an Leitschwellen, Geländern sowie an den  Seitenfeldern auf dem Programm. Zusätzliche zwei Jahre wird das in Anspruch nehmen und nochmals 10 Millionen Euro kosten.

Trotz der umfangreichen Arbeiten soll der Verkehr dennoch problemlos fließen. „Wir werden zwar eine Spur sperren müssen, nutzen aber dafür den ansonsten gesperrten Mehrzweckstreifen“, versichert Huth. Ausnahmen wird es jedoch bei den Vorbereitungen für die Arbeiten an Hängeseilen und Pylonen geben. Stand jetzt muss die Rheinbrücke kommendes Jahr vom 18. bis 21. Januar sowie vom 25. bis 28. Januar voll gesperrt werden. „Das lässt sich leider nicht umgehen. Wir sind dabei in enger Absprache mit den Städten Kleve, Emmerich sowie den Rettungsdiensten“, erklärt Huth dazu. Die Sperrungen sind nötig, weil die Pylone der Brücke komplett eingerüstet werden. Damit bei den Arbeiten keine Teile auf Autos fallen können, erhält die Fahrbahn an diesen Stellen eine Art Schutzdach, das unter fließendem Verkehr nicht montiert werden kann.

„Wenn alles gut läuft, kann Mitte/Ende Februar der Austausch der Hängerseile beginnen“, erläutert Huth. Dabei handelt es sich um die Stahlseile, die vom unteren Ende der Brücke bis zu ihrem oberen reichen. 200 Stück gibt es davon an der Rheinbrücke. Die Arbeiten müssen an dieser sensiblen Stelle nach einer strengen Vorgabe verlaufen, um nicht die Stabilität der Brücke zu gefährden. Wir können immer nur an zwei Seilen gleichzeitig arbeiten und das auch nur in einer vorgegebenen Reihenfolge“, so Huth. Pro Seil werden zwischen zwei und drei Tagen veranschlagt.

Parallel werden auch die Korrosionsschutzarbeiten an den Tragseilen sowie an den Pylonen durchgeführt. Da es sich bei der Rheinbrücke um ein Baudenkmal handelt, müssen auch hier genaue Vorgaben beachtet werden. Denn die Rheinbrücke soll farblich wieder so  sein, wie sie ursprünglich einmal war.

Die Planungen für die Arbeiten dauerten gut vier Jahre. Ursprünglich war vorgesehen, dass auch ein Helikopter an dem gut 80 Meter hohen Bauwerk zum Einsatz kommen sollte, doch die durchführende Firma kommt offenbar auch ohne aus.

Die nächste Aufgabe für den Mann von Straßen NRW ist übrigens auch schon in Sicht: Nach der Rheinbrücke Emmerich-Kleve wird die zwischen Rees und Kalkar saniert werden. Die ersten Planungen dafür laufen bereits“, so Huth.