Fußball Oberliga : Rot-Blaue blutleer wie selten

Oberliga: 1. FC Kleve - SF Baumberg 0:1 (0:0). Der Gast trifft aus dem Nichts, Akpinar-Elf ohne Antworten.

Kleve Die Begegnung zwischen dem 1. FC Kleve und den Sportfreunden Baumberg hatte eine Menge versprochen. Ein starker Mittelfeldklub sollte einen schwächelndes Spitzen-Team empfangen - zudem kam es im Hinspiel zu einem 3:4-Krimi. Wer in der Getec-Arena jedoch auf ein Spektakel gehofft hatte, wurde bitter enttäuscht.

Der Zweite der Tabelle zitterte sich zum 1:0-Erfolg: „Das zielstrebigere Team hat gewonnen“, sagte SF-Trainer Redouan Yotla. FC-Coach Umut Akpinar resümierte: „Diese Niederlage hat die Mannschaft nicht verdient.“ Schon vor Anpfiff der Partie ereilten Akpinar schlechte Nachrichten: Levon Kürkciyan fiel wegen einer Lebensmittelvergiftung aus, Michel Wesendonk plagten Schmerzen an der Leiste. So musste der Übungsleiter kräftig rotieren: Niklas Klein-Wiele rückte für den gesperrten Tim Haal ins zentrale Mittelfeld, Yusuke Unoki, Jan-Luca Geurtz und Jannis Altgen stürmten vorneweg.

Den besseren Start in die Partie fanden die Rot-Blauen. Die Hintermannschaft der Gäste wirkte insbesondere im Spielaufbau wenig gefeit vor dem Pressing des FC. Den ersten Warnschuss gab Klein-Wiele nach 17 Minuten ab, Schlussmann Daniel Schwabke aber hielt sicher. Kurz darauf wurde der 25-Jährige erneut gefährlich. Schwabke stand einige Meter vor seinem Tor, Klein-Wiele versuchte es mit einem Heber, der Ball aber flog über das Tor.

Eine hundertprozentige Gelegenheit hatte Unoki nach einer halben Stunde. Fabio Forster hatte vorgelegt, aus wenigen Metern musste der Japaner nur noch den Fuß hinhalten. Erneut aber fanden die Bresserberg-Kicker in Schwabke ihren Meister. Nach 35 Minuten prüfte Louis Klotz Ahmet Taner aus spitzem Winkel. So gingen die Protagonisten des Nachmittagkicks mit einem 0:0-Remis in die Kabine. „Unsere Vorbereitung war nicht gut. Wir waren erst eine halbe Stunde vor Spielbeginn am Stadion. Das hat unseren Auftritt sicherlich auch beeinflusst, deswegen waren die ersten 45 Minuten eher schwach“, sagte Yotla.

Nach dem Seitenwechsel zeigte sich Geurtz torhungrig und lief nach 49 Minuten und sehenswertem Pass von Pascal Hühner auf Schwabke zu - doch erneut behielt dieser die Nerven und parierte. Ansonsten war die Partie geprägt von einer Armut an Höhepunkten. Nach einer Ecke köpfte Sebastian van Brakel Klein-Wiele an, der aber setzte den Ball neben das Tor. In der Folge schien dem Gastgeber die Kraft auszugehen. Insbesondere in der Offensive mangelte es an Bewegung und Kreativität; Unoki wirkte überspielt, nachdem er am Freitagabend bereits 90 Minuten für die Zweitvertretung aktiv war.

„Ich hätte Kleve offensiv stärker erwartet. Mit unserer Mentalität haben wir das Spiel gewonnen“, sagte Yotla. So kam es, wie es kommen musste, wenn man zu viele Gelegenheiten liegen lässt: Eine saubere Kombination finalisierte Baumberg mit einem frechen Pass in den Rückraum, wo Jannik Weber aus 20 Minuten abgefälscht und unhaltbar in die linke Torecke abschloss - die kalte Dusche für die Heim-Elf. Hühner war nochmals bemüht, die Antwort zu finden (87.), seinen Schuss aber parierte Baumbergs Schlussmann. Nedzad Dragovic verhinderte mit einer sensationellen Rettung auf der Linie wenige Sekunden vor Schluss das 0:2. „Normalerweise geht so ein Spiel 0:0 aus. Das ist eine sehr bittere Niederlage, weil wir außer in einer Situation nichts zugelassen haben“, sagte Akpinar.
FC Kleve: Taner - Hatta, Dragovic, van Brakel, Duran - Forster, Klein-Wiele, Hühner, Altgen (87. Scheffler) - Unoki, Geurtz (87. Evrard)
SF Baumberg: Schwabke - Jöcks, Zimmermann, Bhaskar, Fedler - Ilbay (90. Gülcan), Saka, Klotz (88. Salau), Pusic - Weber, Daour (67. Knetsch)
Tore: 0:1 Jannik Weber (71.)

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