Fußball : Erst auf den letzten Drücker gerettet

Die Gocher Viktoria machte es wieder unnötig spannend und schaffte erst spät den Klassenerhalt.

Dass diese Saison nach dem erforderlichen Teilneuaufbau kein Selbstläufer werden würde, war den Gocher Verantwortlichen im Vorfeld insgeheim wohl nicht verborgen geblieben. Ganz so schwer hatten Jan Kilkens und Co. sie sich dann aber sicherlich doch nicht vorgestellt. „Es war eine sehr schwierige Saison. Unser Kader war einfach zu klein, so dass wir Ausfälle kaum kompensieren konnten. Am Ende bin ich zunächst mal glücklich, dass wir es geschafft haben“, atmet der Gocher Chefcoach erstmal durch.

Die Spielzeit der Weberstädter lässt sich recht klar in vier Blöcke unterteilen. Zunächst einmal begann es mit der völlig verkorksten Anfangsphase. Die miese Serie der vorangegangenen Spielzeit 2017/18, die gar mit elf sieglosen Partien in Folge geendet und fast noch in die Kreisliga geführt hatte, schien fast mit in die neue Saison geschleppt worden zu sein. In den ersten zehn Spielen gelangen nur zwei Siege, wovon einer nach dem Rückzug des GSV Geldern letztlich auch noch zur Makulatur geriet. „Unsere blutjunge Defensive hat sich da schwer gefunden und auch zu viele Fehler gemacht“, erklärt Kilkens, der fortan umstellte und mit Atila Ercan und dem zurückgekehrten Lukas Ernesti die Hinterreihe stabilisierte. Dies ging vollends auf, zudem zeigte die junge Elf gute Entwicklungsschritte und gewann an Stabilität. Es folgte die Winterpause übergreifend eine tolle Serie mit nur einer Niederlage in zehn Partien bei gleich sechs Siegen und dem Highlight in Form eines 5:3-Erfolges über den Ligaüberflieger SGE Bedburg-Hau. Sogar noch ein Angriff auf die Plätze 3-5 schien Ende Februar möglich, doch eine längere Spielpause und einige Verletzungen und Ausfälle brachten die Viktoria völlig aus dem Tritt. Sieben Spiele ohne Sieg und die Tiefpunkte mit den Niederlagen gegen die Kellerkinder SV Rindern und 1.FC Kleve II zogen die Schwarz-Roten wieder mehr und mehr in den Abstiegssog. Erst eine erneute taktische Umstellung brachte die Wende zum Guten.

Kilkens, eigentlich Verfechter des Offensivfußballs, sah sich erneut gezwungen die Defensive zu stärken und installierte Routinier Tim Janz als eine Art Libero. 58 Gegentore und damit die meisten nach Absteiger SV Rindern waren über die Saison einfach zu viel.

Zudem beorderte der niederländische Coach Ercan wieder nach vorne, da der Viktoria ohne einen echten Goalgetter im Kader auch immer wieder die rechte Torgefahr abging. Die ausgewogene Balance zwischen stabiler Defensive und einer durchschlagskräftigen Offensive ließ sich nur schwer finden.

Die letzten vier Partien gingen dann aber wieder ohne Niederlage über die Bühne, was auch vonnöten war. Erst durch den 3:0-Heimsieg gegen den RSV Praest als Schlussakkord wurde der Klassenerhalt unter Dach und Fach gebracht. Im engen Bezirksligafeld sprang sogar noch der auf dem Papier ganz passable neunte Rang heraus.

„Mit der Entwicklung unserer jungen Spieler kann ich unterm Strich zufrieden sein. Sie haben viel Erfahrung sammeln können. Vielleicht können wir davon in Zukunft profitieren“, zieht Jan Kilkens versöhnlich Bilanz, frei nach dem Motto „Ende gut, alles gut“.

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