Fußball : Kilkens soll Entwicklung vorantreiben

Die Gocher Viktoria kommt nach Anlaufschwierigkeiten langsam ins Rollen. Bezüglich der perspektivischen Ausrichtung vertraut der Verein auch über die laufende Saison hinaus auf Jan Kilkens.

Ganz klar zweigeteilt verlief die bisher absolvierte Hinrunde zuzüglich der ersten beiden Rückrundenpartien der Gocher Viktoria. Unter dem Eindruck der bedrohlichen Negativserie der zweiten Hälfte der Vorsaison und eines ungeplanten neuerlichen Umbruchs wegen kurzfristiger Abgänge kamen die Schwarz-Roten schlecht aus den Startlöchern und verzeichneten mit nur sieben Punkten aus den ersten zehn Partien zunächst eher die Quote eines Abstiegskandidaten.

Doch Coach Jan Kilkens fand zunehmend die richtigen Hebel und das junge, neu formierte Team gewann deutlich an Struktur. Die positive Entwicklung brachte 15 Punkte aus den folgenden acht Partien bei nur noch einer Niederlage und führte zur Winterpause ins hintere Mittelfeld, von wo der Blick wieder nach oben gerichtet ist.

„Vielleicht wäre noch etwas mehr drin gewesen, wenn ich etwas früher umgestellt hätte“, reflektiert Kilkens selbstkritisch, denn die Stabilisierung der Abwehr mit mehr Routine in der Defensive um den zurückgezogenen Atila Ercan und der Torwartwechsel zum mehr coachenden Job ten Barge ebneten maßgeblich den Weg in die Erfolgsspur. Hinzu kam aber auch, dass mit Lukas Ernesti eine wichtige Säule erst ab Ende Oktober voll zur Verfügung stand.

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Der Findungsprozess von Team und Trainer, die Akklimatisierung der Neuzugänge aus dem Juniorenbereich, das Einspielen von Mechanismen, all das brauchte naturgemäß etwas Zeit. Der optimistisch stimmende Aufwärtstrend blieb auch den Vereinsverantwortlichen nicht verborgen, die vor der Jahreswende Bilanz zogen und mit dem Niederländer schnell für eine weitere Spielzeit übereinkamen. „Jan Kilkens hat gezeigt, dass er junge Talente gezielt weiterentwickelt, Schwachstellen erkennen und abstellen kann und für eine konkrete Spielidee steht. Zudem identifiziert er sich zu 100% mit unserem Verein. Von daher fiel die Entscheidung für eine weitere Zusammenarbeit nicht schwer“, ließ der Verein zur Vertragsverlängerung verlauten.

Bei Kilkens rannten die Viktoria-Verantwortlichen dabei trotz auch anderer ihm vorliegender Anfragen offene Türen ein. „Die Arbeit in Goch macht unverändert großen Spaß. Das Projekt mit jungen Spielern zu arbeiten und etwas perspektivisch aufzubauen ist ungeheuer interessant. Ich kann mir vorstellen hier noch lange zu bleiben. Nur langfristig kann man wirklich etwas bewirken. Zudem glaube ich, dass wir auf einem guten Weg sind und eine auch fußballerisch gute Truppe beisammenhaben. Langfristig wollen wir zurück in die Landesliga“, gibt Kilkens, der dann in sein viertes Trainerjahr bei der Viktoria gehen wird, einen ehrgeizigen Ausblick.

Den Optimismus schöpft er nicht zuletzt aus den erfolgreichen letzten Wochen: „Die Mannschaft und insbesondere auch die jungen Spieler entwickeln sich sehr gut. Das ist eine gute Basis für die Zukunft.“ Hieran soll in den verbleibenden 14 Partien nun angeknüpft werden.

Wir wollen uns weiter festigen und schnell weitere Punkte sammeln. Wenn wir von größerem Verletzungspech verschont bleiben und die Jungs ihren Weg weitergehen, können wir dann vielleicht noch die Top 5 angreifen“, formuliert Jan Kilkens die Zielsetzung für diese Saison. Dieses wäre dann eine gute Ausgangsposition um in der nächsten Spielzeit wieder verstärkt oben anzuklopfen.

„Wir wollen das Team für die Zukunft im Gros zusammenhalten und gezielt verstärken“, erklärt Kilkens die planerische Aufgabe für die kommenden Wochen und hofft, dass seine Schützlinge den Weg weiter mitgehen werden. „Bei uns in Goch bekommen die jungen Spieler auch ihre Chance und können so den nächsten Schritt machen.“

Das Viktoria-Training ist derweil bereits seit letztem Freitag wieder angelaufen. Nach dem Gocher Hallenturnier am Wochenende und einigen Testspielen geht es in der Liga Mitte Februar beim Kevelaerer SV weiter.

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