Georg Kreß blickt auf die Spielzeit 18/19 an der Düffelsmühle zurück

Fußball : Georg Kreß: „Wir diskutieren auch mal kontrovers“

SV Hö.-Nies Sportchef Georg Kreß hat den 19. Spieler für den Landesligakader der Schwarz-Gelben verpflichtet. Im Interview mit unserer Redaktion gibt er einen Rück- und Ausblick.

Nach den turbulenten Wochen im Abstiegskampf und dem am letzten Spieltag errungenen Klassenerhalt hat die Spielvereinigung Hönnepel-Niedermörmter nun Zeit zum Verschnaufen. Am 4. Juli wollen die „Bullen“ von Trainer Thomas von Kuczkowski in die Sommervorbereitung starten. Der Kader für die kommende Saison wurde derweil um einen weiteren Spieler ergänzt: Mit Simon Roemgens konnte Hö.-Nies sportlicher Leiter Georg Kreß zum 1. September einen alten Weggefährten an die Düffelsmühle locken: Roemgens gehörte in der Saison 2009/2010 zum Stammpersonal des NRW-Ligisten 1. FC Kleve unter Trainer Kreß. Das Soll für die kommende Saison sei damit erfüllt, sagt der sportliche Leiter der Schwarz-Gelben.

Herr Kreß, im April kamen sie überraschend als sportlicher Leiter zu Hö.-Nie. Wie war ihr erster sportlicher Eindruck?

Georg Kreß Ich habe eine sehr willige Mannschaft erlebt, ich habe eine sehr gut Fußball spielende Mannschaft erlebt – aber auch eine Mannschaft, die sich manchmal aus dem Konzept hat bringen lassen.

Kurz vor ihrem Amtsantritt war der sportliche Leiter Guido Lohmann nach Differenzen mit dem Trainer zurückgetreten – infolge dessen gingen sieben Spieler. Trotzdem schaffte die Mannschaft am Ende den Klassenerhalt.

Kreß Das ist natürlich in erster Linie Verdienst der Spieler, die dem Verein treu geblieben sind, und Verdienst des Trainerteams um Thomas von Kuczkowski. Aber auch der Vorstand hat mit seiner Entscheidung, hinter dem Trainer zu stehen, dazu beigetragen. In diesem Zusammenhang möchte ich auch Co-Trainer Andreas Bergmann erwähnen, der in der schwierigen Zeit hervorragende Arbeit geleistet hat. Dass er geht, hat wie bereits erklärt rein strategische Gründe – seine Dienste kann ich aber jedem Verein nur empfehlen. Unser Dank gilt nicht zuletzt auch dem Duisburger SV, der uns am letzten Spieltag die zum Klassenerhalt notwendige Schützenhilfe geleistet hat.

Trainer Thomas von Kuczkowski hat mehrfach betont, dass auch Ihr Mitwirken seit April der Mannschaft Stärke verliehen hat. Wie würden Sie die Zusammenarbeit mit dem Trainer beschreiben?

Kreß Die Zusammenarbeit zwischen Trainer und sportlicher Leitung muss vertrauensvoll sein, und das war sie bei uns von Anfang an. Thomas weiß, dass er sich auf mich verlassen kann, und umgekehrt ist das genauso. Das heißt aber nicht, dass wir nicht kontrovers diskutieren und auch mal unterschiedlicher Meinung sind. Wichtig ist zudem, dass wir uns ständig mit dem Vorstand austauschen, der auch regelmäßig beim Training dabei ist.

Nach ihrem Amtsantritt haben sie schnell die Kaderplanung für die kommende Saison in Angriff genommen. Wie zufrieden sind sie mit dem Ergebnis?

Kreß Wenn man bedenkt, dass wir spät damit begonnen haben und für beide Ligen planen mussten, bin ich sehr zufrieden. Wir haben 19 Spieler: elf bleiben, acht kommen neu hinzu – eine gute Mischung. Mit Spielern wie Luca Thuyl und Simon Roemgens haben wir auch neue, erfahrene Spieler, die der Mannschaft mehr Stabilität verleihen können. Sportlich und menschlich sind wir gut aufgestellt.

Gibt es schon Ziele für die kommende Saison?

Kreß Ich glaube, dass im Optimalfall ein gesunder Mittelfeldplatz möglich ist. Thomas hat diesmal anders als in der vergangenen Saison die Möglichkeit, von Saisonbeginn an seine Ideen umzusetzen. Das primäre Saisonziel ist aber natürlich der Klassenerhalt – nach Möglichkeit nicht erst am letzten Spieltag.

Sportchef Georg Kreß fädelte den Transfer-Coup ein. Foto: Staschik, Olaf (ola)/Staschik,Olaf (ola)

Vielen Dank für das Gespräch!