Seit 1308 gibt es die Kreuzverehrung in Kranenburg

Kranenburg : Das Kreuz: Zeichen der Solidarität Gottes

Pontifikalamt und Kreuztracht mit Bischof Msgr. Dr. Gerard J.N. de Korte aus `s-Hertogenbosch in Kranenburg

„Dieses Kreuzfest lädt uns ein, über die tiefere Bedeutung des Kreuzes in unserem katholischen Glauben nachzudenken“, sagte Bischof Msgr. Dr. Gerard J.N. de Korte, der aus `s-Hertogenbosch zum Kreuzfest nach Kranenburg gekommen war. Zuvor hatte Kranenburgs Pastor Christoph Scholten als Rektor der Wallfahrt neben dem bischöflichen Gast auch noch Pastor Michael Terhoeven als Konzelebranten, die Diakone Günter Gendritzki und Thomas Fonck sowie aus Kellen auch den  Diakon Klaus Venhofen begrüßt.

Als Ehrengäste begrüßte er besonders Bürgermeister Günter Steins, Ortsvorsteherin Irmgard Hunselar und Dr. Günther Bergmann (MdL). Darüber hinaus galt sein Gruß den Damen und Rittern des Souveränen Malteserordens und des Ritterordens vom Heiligen Grab zu Jerusalem, der Kranenburger Kreuzbruderschaft, der Klever St.Antonius-Bruderschaft, der kfd und KAB Kranenburg, dem Schützenverein Kranenburg-Scheffenthum, dem Kirchenchor an St. Peter und Paul, den Ministranten und Erstkommunionkindern.

Neben den Einheimischen konnte er Pilger und Gäste aus nah und fern willkommen heißen. Sie alle nahmen am Pontifikalamt in der Stifts- und Wallfahrtskirche teil. Das diesjährige  Leitwort war: „Herr, wohin sollen wir gehen?“, eine Frage, die der heilige Petrus Jesus stellte. Während des feierlichen Einzuges sang die Schola den Introitus des Festes Kreuzerhöhung „Nos autem gloriari“ „Wir rühmen uns des Kreuzes“. Vom Hochchor der Kirche aus brachte  der Kirchenchor an St. Peter und Paul Kranenburg unter der Leitung von Dr. Philipp Kamps die Missa brevis in G von Christopher Tambling zu Gehör, begleitet von Jana Joeken am Klavier; die Orgel spielte Dirk Willemsen. „Rein historisch kann man sagen: Ein junger Mann in der Kraft seines Lebens stirbt an einem Folterinstrument der Römer. Aber aus religiöser Sicht fällt ein anderes Licht auf das Kreuz. Jesus spricht darüber heute mit Nikodemus: Gott hat die Welt so geliebt, dass er seinen Sohn gibt. Das gesamte öffentliche Leben des Herrn ist gezeichnet von Liebe. Eine Liebe, die anhält bis zum Kreuz“, sagte Bischof de Korte in seiner Predigt. „In Christus wird Gott sichtbar als liebender Gott, ein Gott, der alles mit uns teilen möchte, unsere Schuld, unsere Einsamkeit und unsere Angst vor dem Tod“.

Auf diese Weise sei das Kreuz ein Zeichen der Solidarität Gottes.  In den Fürbitten wurde der Menschen in Syrien, im Jemen, in der Ostukraine, überall wo Menschen unter Krieg, Terror und Elend leiden, auf der Flucht sind oder vertrieben werden und der verfolgten Christen gedacht. Am Ende des feierlichen Pontifikalamtes sprach Bischof de Korte ein Gebet vor dem Wundertätigen Heiligen Kreuz, das seit 1308 von den Gläubigen verehrt wird. Bei der anschließenden Kreuztracht durch die Straßen von Kranenburg trugen die Kreuzbrüder das „Wundertätige Kreuz“ durch den Ort und sorgten mit ihren Pilgerstäben für ein andächtiges Beten, während die Lieder vom Kranenburger Musikverein begleitet wurden. Nachdem das mächtige „Tochter Zion“ beim großen Einzug durch das Pilgerportal erklungen war, stimmte Pfarrer Scholten das dreifache „O Crux ave spes unica“ an, und der Bischof von `s-Hertogenbosch segnete mit dem Kranenburger Segenskreuz feierlich die Gemeinde. Der festliche Tag fand mit einer Begegnung in, vor und hinter dem Pfarrheim „Helleg Krüß“ am Kirchplatz seinen Ausklang.