Fridays for Future in Kleve: 3000 Menschen zu Klima-Demo erwartet

Fridays for Future : 3000 Menschen zu Klima-Demo erwartet

Die Fridays-for-Future-Gruppe ruft zur Großdemo in Kleve. Am Freitag, 20. September, sollen erstmals auch die Erwachsenen beim Marsch durch die Kreisstadt dabei sein. Prominente Teilnehmer bei Podiumsdiskussion.

Daniel Boßmann-van Husen von Fridays for Future ist sich sicher: „So etwas hat Kleve noch nicht erlebt, und so etwas wird es hier auch nie wieder geben“. Gemeint ist die Großdemonstration fürs Klima, die von der Fridays-for-Future-Gruppe im Kreis Kleve organisiert wird. Für Freitag, 20. September, sind alle Menschen aus der Region aufgerufen, sich am Marsch durch die Kreisstadt zu beteiligen. Das Bündnis rechnet mit rund 3000 Teilnehmern.

An dem Tag streiken nicht nur in Kleve, sondern in ganz Deutschland und weltweit Schüler, Gewerkschaften und Arbeitgeber zusammen mit der Fridays-for-Future-Bewegung unter dem Motto „AlleFürsKlima“ für mehr Klimaschutz und einen radikalen Wandel in der Klimapolitik. In mehr als 400 Städten gehen vom 20. bis 27. September hunderttausende junge und alte Menschen auf die Straße, um gegen die bisherige Umwelt- und Klimaschutzpolitik regierender Parteien zu protestieren. Nach dem internationalen Auftakt am 20. September soll es im Rahmen der „Week4Climate“ so genannte Fokusdemos zu verschiedenen Themen geben. Anlass ist die in New York stattfindende UN-Klimakonferenz, auf welcher grundlegende Beschlüsse in Sachen Klimaschutz festgelegt werden sollen, sowie der Maßnahmenkataloges für Klimaschutz der Bundesregierung veröffentlicht werden soll.

Den Veranstaltern ist es wichtig, dass die geplante Großdemo in Kleve nicht nur für die Schüler der weiterführenden Schulen, sondern Menschen jeden Alters gedacht ist. „Der Klimaschutz ist keine Aufgabe für eine einzelne Generation, das ist eine Aufgabe für die Menschheit“, sagt Tim Verfondern. Besonders bitten die Organisationen die Eltern, ihre Kinder bei der Demo zu begleiten. „Viele Schulen argumentieren, dass sie die Aufsichtspflicht für ihre Schüler haben und diese nicht gewährleisten können, wenn sich die Kinder alleine an der Demo beteiligen. Deswegen ist die Begleitung der Eltern wichtig“, erläutert Verfondern.

Los geht es am Freitag, 20. September, um 9.30 Uhr mit Live-Musik auf dem Parkplatz von Edeka Brüggemeier an der Ludwig-Jahn-Straße. Bei der Auftaktkundgebung ab 10 Uhr sprechen Rolf Lohmann (Weihbischof für die Region Niederrhein), Barbara Hendricks (Mitglied des Bundestages, SPD), André Stinka (Landesvorsitzender NaturFreunde NRW, Mitglied des Landtages) und Daniel Boßmann-van Husen (Fridays for Future). Anschließend, ab 11 Uhr, laufen die Demonstrationsteilnehmer über Hafen-, Tiergarten-, Gruft- und Römerstraße auf die Ringstraße. Von dort ziehen sie über die Lindenallee, die Nassauerallee und die Nassauermauer weiter. Anschließend geht es die Stadt herunter über Hagsche Straße, Große Straße, Herzogstraße, Bahnhofstraße auf die Hafenstraße. Endstation wird wieder der Parkplatz an der Ludwig-Jahn-Straße sein. Dort wird die Abschlusskundgebung stattfinden. Auf ihrem Demonstrationsweg wollen die Teilnehmer zweimal stoppen, um in Höhe der Kreisverwaltung sowie am Elsabrunnen eine Zwischenkundgebung abzuhalten.

Für die Abschlusskundgebung ab 13 Uhr auf dem Parkplatz an der Ludwig-Jahn-Straße haben sich auch einige Prominente angekündigt. Ein Auszug: Oliver Locker-Grütjen (Präsident der Hochschule Rhein-Waal), Terry Reintke (Mitglied des Europäischen Parlaments, Bündnis 90/Die Grünen), Stefan Berger (Mitglied des Europäischen Parlaments, CDU, Abgeordneter für den Niederrhein). Die Vorsitzenden aller im Rat der Stadt Kleve vertretenen Fraktionen wollen das Wort ergreifen, ebenso Bürgermeisterin Sonja Northing.

Tim Verfondern (l.) und Daniel Boßmann-van Husen laden zur Fridays-for-Future-Großdemo am 20. September in Kleve ein. Foto: Marc Cattelaens

Besonders von der Lokalpolitik und Bürgermeisterin Northing erwarten sich die die Fridays-for-Future-Aktivisten Antworten auf drängende Fragen. Denn: „Wir haben in Kleve den Klimanotstand ausgerufen und dann ist nichts passiert“, sagt Daniel Boßmann-van Husen. „Wir wollen von den Lokalpolitikern jetzt wissen, wie es weitergehen soll. Ziel muss es sein, ein Co2-neutrales Kleve zu schaffen“, ergänzt Tim Verfondern. Falls die Antworten nicht geliefert werden sollten, könnte es laut werden: Fridays for Future will an dem Tag 3000 Trillerpfeifen verteilen.

Mehr von RP ONLINE