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Kunsthandwerkermarkt Moyland eröffnet, 100 Buden bis Sonntag

Startschuss gefallen : So wird der Weihnachtsmarkt am Schloss Moyland

Der Weihnachtsmarkt rund um das romantische Schloss Moyland mit seinem Burggraben ist eröffnet. Knapp 100 Buden warten auf die Besucher. 73 Kunsthandwerker haben ihre schönsten Stücke mitgebracht. 1500 gebührenfreie Parkplätze sind unmittelbar am Markt.

Der Bernstein sieht aus, als wäre er gerade erst als Harztropfen dickflüssig zur Ruhe gekommen. Unregelmäßig in der Form, milchig gelb in der Farbe, leicht schimmernd. Doch natürlich ist auch dieser Ostsee-Bernsteintropfen uralt, den Goldschmiedin Hildegard Püttgen vor ihr Dekolletee hält. Das ist zwar dick eingemummelt in Schal und warmer Jacke, doch der feine Stein aus der fernen Zeit überstrahlt das winterliche Outfit. Ein schicker Schmuck, verziert mit kräftigen Accessoires, die zum Stein passen. „Die Coronazeit war bisher für uns sehr schwierig“, sagt die Goldschmiedin aus Kleve. „Endlich! Ich freue mich, dass jetzt in Moyland meine Steine wieder Licht und Sonne und Menschen sehen“, sagt Püttgen, die viele ihrer Unikate in die Bude im Kutschenrondell vom Schloss mitgebracht hat.

„Endlich!“: Das ist ein Stoßseufzer, den man aus vielen Buden des Kunsthandwerkermarktes im Park von Museum Schloss Moyland hört. Endlich geht es wieder raus, endlich gibt es einen Markt, der nicht in letzter Minute noch abgesagt werden muss, denn in Moyland kann am Einlass streng nach den 2G-Regeln kontrolliert werden. Absagen seitens der Aussteller habe es fast keine gegeben, sagt Anastasia Kufeld von der Gemeinde Bedburg-Hau, die den Markt organisiert hat. Nur Bustouren, die vor Corona immer den Markt und die Restaurants der Umgebung besuchten, hätten alle abgesagt, sagt Patricia Hildenhagen, Moylands Veranstaltungs-Managerin. 73 Kunsthandwerker sind gekommen, dazu gibt es es 20 Catering-Buden für die obligatorische Wurst und den Glühwein, für Crepes und Brötchen. Es gibt Neues und Altbekanntes in festlich geschmückten Buden: Wie die dicken Trullas, jene Damen, die in Moyland immer himmlisch durch die Bude schweben. Sie haben eine neue Chefin: Katarzyna Cichon hat die verstrubbelten Frauen in ihren schicken Outfits übernommen. Und man sieht es ihnen an...

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Jürgen Bindrims Angebot ist dagegen irden: Er macht Schuhe. Mit der Hand. Die Schuhe des Kölners sind aus italienischer Manufaktur, sagt er und zeigt einen feinen roten Damenschuh mit vergleichsweise niedrigem Absatz und schmal hochgezogener Ferse. Es gibt aber auch Herren-Boots aus der Manufaktur. Dazu trägt man Schals vom niederländischen Designer: Die hat Bindrim ebenfalls an seinem Stand.

 Patricia Hildenhagen, Bürgermeister Stephan Reinders, Anastasia Kufeld, Barbara Strieder und Julia Niggemann testen schon den Glühwein.
Patricia Hildenhagen, Bürgermeister Stephan Reinders, Anastasia Kufeld, Barbara Strieder und Julia Niggemann testen schon den Glühwein. Foto: Markus van Offern (mvo)

Gewalkt sind dagegen die Kunststückchen von Ruth 66 und Jennifer Puttkamer. Und weil’s Kunststückchen sind, sind einige der feinen Wollwalk-Röcke ziemlich kurz. Damit es nicht kalt wird, gibt’s dicke Strümpfe, sagen die Damen von Bude 46 bestens gelaunt. Gleich die Ecke ’rum warten die Drucker von VIR3. Die haben zwar vorsichtshalber die tonnenschwere Heidelberger Druckmaschine zu Hause gelassen. Falls Corona doch noch Probleme macht. Das tut der Optik des Stands mit den feinen Tierdrucken und Exlibris fürs Liebingsbuch aber keinen Abbruch.

Ganz auf Vierbeiner ist die Bude für Fellnasen von Christel Röhrich und Susanne Thiel konzentriert: Mit Lappenclownbällen für die Hundenase, Zerrknoten sowie stabilen Halsbändern und Leinen. Nicht zu vergessen eine Kuscheldecke für den Liebling. Der Markt ist schön gestellt, die Wege sind so gewählt, dass es nicht zu eng wird. Am Eingang wird 2G kontrolliert: Donnerstag/Freitag, 9./10. Dezember, 13 bis 21 Uhr, Samstag, 11. Dezember, 11 bis 21 Uhr, Sonntag, 12. Dezember, 11 bis 20 Uhr. Eintritt 7,50 Euro.