Kleve: Patenschaft für ein Beethovenstück von Miranda Driessen

Patenschaft für Beethoven : Patenschaft für ein Beethoven-Stück

Die Komponistin Miranda Driessen stammt aus der Grenznähe in den Niederlanden.

Die Stadt Kleve hat eine bedeutende Notenpatenschaft übernommen: Im Rahmen des Kompositionsprojekts „250 pieces for Beethoven“ bekam die Stadt gerade ein „musikalisches Patenkind“. Das weltumspannende Projekt zu Ehren des 250. Geburtstags von Ludwig van Beethoven im Jahre 2020 wurde vorausschauend bereits 2013 von der Bonner Pianisten Susanne Kessel initiiert. In insgesamt zehn Bänden werden komponierte Statements mit Bezug zu Beethoven (einzige Auflage: die Komposition darf nicht länger als eine „Bagatelle“ sein) von der Pianistin editiert und veröffentlicht.

Die Uraufführung der Stücke findet immer in Bonn statt und die Interpretation übernimmt Kessel selbst. Dazu lud sie Komponisten aus der ganzen Welt ein, ein Stück beizusteuern. In Band 7 der Notenedition ist nun „Werden Menschen Brüder? Alle?“ erschienen, genau das Stück, für das Kleve die Patenschaft trägt, wie im Frühjahr 2018 beschlossen wurde.

Die Komponistin des Werks, Miranda Driessen, stammt aus der Grenznähe in den Niederlanden – passend zu der Nähe zu Kleve und passend zum „grenzüberschreitenden“ Gedanken hinter dem Projekt. Mit den Aufführungen der Werke lockt Kessel viele Komponisten in die Beethovenstadt Bonn und unzählige Konzerte in anderen Städten und Ländern macht das Geschehen zu einer wahren „Titanenaufgabe“. So kann die Stadt Kleve wohl zu Recht stolz sein, ein Teil dieses Projekts zu sein.

Eine Ausgabe der Noten für Kleve hat Sigrun Hintzen am 14. Juni 2019 bei einem Editionskonzert für Band 7 im Klavierhaus Klavins in Bonn überreicht bekommen – sie beschreibt das Werk als politisch, lebendig und kraftvoll, dabei gut zu hören und sogar als Schülerstück geeignet.

Miranda Driessens Statement zu ihrem Werk lautet: „Die Frage, wenn es um die Ideologie der universellen Brüderlichkeit geht, lautet: Werden alle Menschen Brüder? Oder ist da jemand ausgeschlossen?“ Es thematisiert also Nähe und Abspaltung, im Grunde den gesamten Wandel von Beziehungsgefügen zwischen Menschen und Nationen. Wer sich die Noten oder den gesamten Band in Gänze einmal anschauen möchte, kann sich jederzeit bei Sigrun Hintzen melden, die die Noten parat hat und gerne für einen Einblick herausgibt.

Die Welt rückt in dieser musikalischen Verbindung zusammen, verewigt sich gemeinsam in den Tönen und Kleve ist ein Teil davon. Im Rahmen der bald beginnenden Konzertsaison kommt Susanne Kessel sogar in die Schwanenstadt und wird auch das „Klever Stück“ von Miranda Driessen spielen, nämlich bei der 5. Besonderen Reihe am 9. Februar 2020 um 18 Uhr im Museum Kurhaus.

Man kann übrigens immer noch Patenschaften für Werke übernehmen, weitere Infos findet man unter Susanne Kessels Webseite www.250-piano-pieces-for-beethoven.com.

Hintergrund: 2020 feiert die Klassikwelt den 250. Geburtstag Ludwig van Beethovens. Ihm zu Ehren hat die Bonner Pianistin Susanne Kessel das Projekt „250 pieces for Beethoven“ initiiert, im Rahmen dessen die Stadt Kleve eine Patenschaft für ein Stück von Miranda Driessen (erschienen im Band 7 der Edition) übernommen hat.

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