Museum Kurhaus Kleve Werke von Theunissen und Mataré-Büste werden abgezogen

Kleve · Weil die Kunstwerke nicht ständig gezeigt werden können, muss das Museum ein Vermächtnis zurückgeben.

 Eine der betroffenen Arbeit von Pierre Theunissen im Innenhof des Kurhauses.

Eine der betroffenen Arbeit von Pierre Theunissen im Innenhof des Kurhauses.

Foto: Markus van Offern (mvo)

Die Stadt Kleve hat den Prozess um Kunstwerke verloren, die ihr mit einer Auflage, sie zu zeigen, vermacht worden waren. Sie ist jetzt verpflichtet, die Kunstwerke wieder herauszugeben. Das teilt der Testamentsvollstrecker einer Moyländer Sammlerin, der Rosenheimer Rechtsanwalt Heinrich Thomas Wrede, mit. Das Klever Museum sei der Auflage, alle vermachten Werke ständig zu zeigen, nicht nachgekommen, so Wrede weiter. Überhaupt seien Teile des Nachlasses erst gezeigt worden, als er nachgefragt habe, wie es um die Präsentation der Werke stehe, die ja zu sehen sein müssten. „Weil sie laut Vermächtnis ständig auszustellen sind“, so die klare Ansage des Rechtsanwaltes.

Bei den Kunstwerken handelt sich um eine Reihe von Skulpturen des Bildhauers Pierre Theunissen, der seit den 1950er Jahren bei Grasse in Frankreich lebt und der vor wenigen Jahren eine beachtliche Werkschau in Cannes im Museum an der Promenade hatte. Dazu kamen auch Arbeiten auf Papier von Theunissen ans Museum. Wichtigstes Stück des Nachlasses aber war eine Büste, die Ewald Mataré von seiner Frau Hanna ins Holz geschnitten hatte.

Sie alle hätten nach dem Eintreffen im Museum Kurhaus gezeigt werden müssen. Immer und komplett. Tatsächlich waren im Museum dauernd aber vor allem die Büste Matarés ausgestellt sowie die Theunissen-Skulpturen. Das reichte dem Nachlassverwalter nicht – es war anders vereinbart. Man zog vor Gericht und die Stadt Kleve verlor. Eine Berufung wurde jetzt zurückgezogen.

Harald Kunde, Direktor des Museums Kurhaus, bedauert den Abzug der Kunstwerke. Vor allem die Büste von Mataré hätte sehr schön die Sammlung Mataré im Museum Kurhaus komplettiert. Aber das Museum könne eben nicht dauernd diesen gesamten Nachlass zeigen, da müsse man in der Präsentation rotieren, wie beispielsweise mit den Balkenhol-Skulpturen. Auch könne man sich von solchen Auflagen nicht unter Druck setzen lassen. (Kundes Vorgänger Guido de Werd hatte vor Jahren sogar die berühmte Sammlung Ackermanns mit Weltkunst ziehen lassen). Wrede sieht das nüchtern: Wenn das so ist, dann hätte man das Erbe eben ablehnen müssen. Man habe ja gewusst, dass eine ständige Ausstellung nicht möglich sei. Wenn die Werke wieder zurück sind, werden sie zugunsten der Hermann-Gmeiner Stiftung (SOS-Kinderdörfer) versteigert.

Jörg Cosar (CDU), Vorsitzender des Kulturausschusses Kleve, bedauert, dass die Stadt die Sammlung ziehen lassen muss. Das sei traurig, allerdings sei ebenso klar, dass das Museum die Werke nicht alle dauerhaft zeigen kann. Wenn die Sachlage um die Präsentation von Beginn an so klar gewesen sei, dann hätte man den Nachlass tatsächlich ablehnen müssen, so Cosar.

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