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Kleve: Bienenseuche "Amerikanische Faulbrut" nachgewiesen

Amerikanische Faulbrut : Bienenseuche in Kleve nachgewiesen

Bei einer Routineuntersuchung wurden bei einem Honigbienenvolk Sporen der Amerikanischen Faulbrut gefunden. Die gefährliche Blutkrankheit darf sich nicht ausbreiten. Der Kreis Kleve fordert Imker zur Mithilfe auf.

Eine Bienenseuche bedroht den Bestand rund um Kleve. Bei einem Honigbienenvolk in Kleve wurden im Rahmen einer Routineuntersuchung Sporen der Amerikanischen Faulbrut festgestellt. Das teilte der Kreis Kleve am Freitag mit. Die bakterielle Brutkrankheit ist zwar für den Menschen ungefährlich, aber für Honigbienenvölker eine existenzielle Bedrohung.

Das Bienenvolk, bei dem nun Sporen der Seuche festgestellt wurde, ist im Bereich der Hochschule Rhein-Waal beheimatet. In einem Umkreis von rund zwei Kilometern hat die Veterinärabteilung des Kreises Kleve den Bienenstand vorsorglich gesperrt, dieser wird nun klinisch untersucht. Auch ohne das Ergebnis dieser Untersuchung zu kennen, warnt der Kreis Kleve bereits jetzt: „Die Gefahr ist groß, dass es zum befürchteten Ausbruch der anzeigepflichtigen Erkrankung kommt.“ Deswegen hat die Abteilung Veterinärangelegenheiten und Lebensmittelüberwachung des Kreises Kleve nun die im Umkreis ansässigen Imker aufgefordert, ihre Bienenvölker durch einen Sachverständigen mittels der sogenannten Futterkranzanalytik auf die Amerikanische Faulbrut untersuchen zu lassen. „Diese Untersuchungen sind für den Bienenhalter kostenlos und sollen Aufschluss geben über einen Infektionsort oder den Ausbreitungsgrad der Infektion“, so Kreis-Sprecherin Ruth Keuken.

Beim Imkerverein Kleve-Kellen ist der Aufruf des Kreises Kleve bereits angekommen, die erste Vorsitzende Anja Hauswald hat die Mitglieder bereits informiert. Imker Marco Janssen aus Bedburg Hau kennt die Gefahren der Amerikanischen Faulbrut. Und er weiß, wie sie übertragen wird. „Ein Überträger sind die Bienen selbst, nämlich dann wenn sie räubern, also ein anderes Volk angehen“, sagt Janssen. Aber auch der Mensch könne zur Verbreitung der Bienenseuche beitragen, nämlich dann, wenn er Honiggläser, die noch Reste des Lebensmittels enthalten, unfachgerecht entsorgt. „In den hiesigen Supermärkten wird oft Honig aus fremden Länden verkauft. Dieser kann mit den Sporen der Amerikanischen Fallsucht verseucht sein“, erläutert der Imker. Die einheimischen Bienen erkranken, wenn sie sich an den Honigresten, die sie etwa in Mülleimern finden, laben. „Einige Menschen stellen auch so genannte Honigfallen auf, um etwa Wespen vom Gartentisch fernzuhalten“, sagt Janssen. Er findet: „So etwas sollte verboten werden!“

Janssens Imkerkollege Horst Kuhrt aus Kevelaer weiß um die Gefahren der Amerikanischen Faulbrut. „Das Problem ist nicht zu unterschätzen“, warnt er. „Ein Bienenvolk muss, wenn das Jahr so weit fortgeschritten ist wie jetzt, in der Regel getötet werden, wenn die Seuche dort festgestellt wird“, sagt Kuhrt. Falls nicht gegen die Seuche vorgegangen würde, würde sie sich immer weiter verbreiten und die heimischen Bienenvölker ausrotten. Das wiederum hätte große Auswirkungen auf die Natur und somit auch auf die Menschen. „Honigbienen sind die besten Bestäuber, auch, weil die Völker entsprechend stark sind. Ein mittleres Volk hat 40.000 Bienen“, sagt Kuhrt. Aber er hat auch erfreuliche Nachrichten. „Die Imkerei liegt im Trend“, sagt Kuhrt. Es gebe viele Jungimker. Deswegen und weil gegen gefährliche Seuchen wie die Amerikanische Faulbrut konsequent vorgegangen werde, müsse man sich um die Honigbienen aktuell keine Sorgen machen. Anders sehe es mit wild lebenden Bienenarten aus. Aber das ist eine andere Geschichte.