1. NRW
  2. Städte
  3. Kempen

Kulturprogramm in Kempen kommt ohne große Zuschüsse der Stadt aus

Beliebte Programme : Nur 18 Cent aus der Stadtkasse für die Kempener Kultur

Es ist selten, dass Städte bei ihrem Kulturprogramm ohne Zuschüsse auskommen. In Kempen liegt der städtische Kostenanteil seit Jahren in einem niedrigen Bereich.

Andere Städte specken häufig beim Kulturprogramm ab, wenn der kommunale Haushalt in Schieflage gerät. Kleinere Kommunen können sich den Luxus von kommunalen Kulturveranstaltungen erst gar nicht leisten. Nicht so in Kempen. Der ehemaligen Kreis­stadt mit großer Tradition gelingt es seit vielen Jahren, ein Kulturprogramm auf die Beine zu stellen, das weitgehend ohne größere Zuschüsse aus der Stadtkasse auskommt. Auch für die zurückliegende Saison 2018/2019 sieht die Bilanz sehr positiv aus. In der jüngsten Sitzung des Kulturausschusses konnte das Kulturamt wieder beeindruckende Zahlen präsentieren. Pro Besucher musste die Stadt lediglich 18 Cent bei den 41 Veranstaltungen des städtischen Kulturprogramms beisteuern. Zum Vergleich: In der Spielzeit 2017/2018 waren es noch 42 Cent, die die Stadt pro Besucher zuzahlen musste. Alles in allem sind dies vergleichsweise sehr geringe Beträge.

Woran liegt es, dass das Kempener Kulturprogramm ohne größere Zuschüsse auskommt?

Seit vielen Jahren wird ein Programm geboten, das exakt auf die Wünsche der Besucher zugeschnitten zu sein scheint. Nehmen wir beispielsweise die beliebte Reihe „Comedy & Kabarett“: Hier wird in jeder Spielzeit eine besondere Mischung aus sehr bekannten und weniger bekannten Comedians und Kabarettisten geboten. Jeweils an zwei Abenden gastieren die Künstler auf der Kleinkunstbühne im St. Huberter Forum. Die Abo-Reihe ist zumeist frühzeitig ausverkauft. Die Einnahmen aus den Eintrittsgeldern liegen oft über den Kosten. Beispiel: In der zurückliegenden Spielzeit 2018/2019 nahm die Stadt in dieser Veranstaltungsreihe fast 62.600 Euro ein. Die Gesamtkosten für die 16 Veranstaltungen beliefen sich aber nur auf etwa 46.500 Euro. Mit den Mehreinnahmen von etwa 16.100 Euro kann die Stadt auf dem internen Verrechnungswege auch die Mehrkosten für Veranstaltungen, die nicht so einen hohen Kostendeckengrad haben, auffangen.

  • Kempen : Kultur wird in Kempen weiterhin großgeschrieben
  • Bratschist Nils Mönkemeyer spielt am 3.
    Kulturprogramm für die Saison 2019/2020 : Kempens große und großartige Kulturszene
  • Auch das schwedische Duo Symbio tritt
    Kulturszene Kempen : Kempener Kulturamt verkauft am Samstag die Einzelkarten

Was trägt noch dazu bei, dass Kempen mit seinem Kulturprogramm in der Region beim Publikum punkten kann?

Eine Erfolgsgeschichte sind die Konzertreihen von „Kempen Klassik“. Sie werden seit vielen Jahren über einen Verein abgewickelt. Stadt und Verein haben vertraglich vereinbart, sich die Einnahmen zu teilen. Zumeist sind die Abonnements der Konzertreihen so begehrt, dass kaum Einzelkarten in den Verkauf kommen. Der Verein „Kempen Klassik“ steht für ein außergewöhnliches bürgerschaftliches Engagement für die Kempener Kulturszene. Der künstlerische Leiter Peter Landmann, früherer Kulturdezernent der Stadt Kempen, und die Vereinsvorsitzende Doerte Schäfer sorgen seit Jahren im bewährten Zusammenspiel mit dem städtischen Kulturamt für ein Programm, das Besucher aus der gesamten Region nach Kempen zieht. Der Verein Kempen Klassik erwirtschaftete in der Saison 2018/2019 aus Eintrittsgeldern und Zuwendungen des Förderkreises sowie den Einnahmen aus dem CD-Verkauf einen Überschuss von rund 17.500 Euro, den sich Verein und Stadt teilen.

Ohne städtische Zuschüsse kommt auch die beliebte Reihe der Kempener Orgelkonzerte aus. Sie wird ebenfalls von einem Verein und Förderkreis getragen. Achtmal jährlich spielen international renommierte Organisten ein breit gefächertes Repertoire, das von der frühen Orgelmusik des 17. Jahrhunderts über barocke und romantische Musik bis zu Werken unserer Zeit reicht. Die Besonderheit dieser Konzertreihe besteht darin, dass die Konzerte wechselweise in zwei sehr unterschiedlichen Kirchenräumen an zwei sehr unterschiedlichen Instrumenten stattfinden – zum einen an der vor 35 Jahren von Winfried Albiez erbauten Orgel in der gotischen Propsteikirche, zum anderen an der 1752 von Ludwig König erschaffenen Orgel in der barocken Paterskirche.