Kempener Denkmal-Initiative wird ein Verein

„Denk mal an Kempen“ : Kempener Denkmal-Initiative wird Verein

„Denk mal an Kempen“, erfolgreich in Sachen Peterstraße 20 und Burg, will jetzt zum gemeinnützigen Verein werden. Damit erweitert die Initiative ihr Aufgabenspektrum und gewinnt finanzielle Möglichkeiten.

Kempen ist eine Stadt zum Wohlfühlen. Nicht zuletzt, weil seine Bürger Anteil nehmen an der Entwicklung ihres Gemeinwesens. Sie bringen sich ein, setzen Impulse für eine gute Zukunft. Auch, weil ihnen manches zu langsam geht, werden sie aktiv, nach dem Motto: „Wir meckern nicht nur, wir tun was!“ Positive Ansätze sind da: Der Unternehmerkreis Kempen bemüht sich um einen Wirtschaftsdialog mit der Stadt. Der Verkehrsverein stemmt erfolgreiche Musik-Events und Altstadtmärkte. Der Einzelhandels-Verband bemüht sich um eine lebendige Innenstadt durch mittlerweile 272 Betriebe. Ein „Runder Tisch“ aus Politikern, Wirtschaftsleuten und Stadtteilvertretern stärkt das Stadtmarketing in der Thomasstadt. Vereine und Initiativen wie „Stolpersteine“, „Haus der Sonne“, „Fridays for Future“, um nur einige zu nennen, aktivieren Jugendliche und Erwachsene.

Ein weiterer Impuls erfolgt jetzt zur Erhaltung historischer Substanz. Mit der Zielsetzung, Kempener Kultur, Denkmalpflege und Heimatkunde im Gebiet der ganzen Stadt zu fördern, findet am Donnerstag, 14. November, in den Räumen der Arbeiterwohlfahrt in Kempen, Spülwall 15, ab 19 Uhr die Gründungsversammlung des gemeinnützigen Vereins „Denk mal an Kempen“ statt. Wozu jeder interessierte Bürger eingeladen ist.

„Denk mal an Kempen“ – da war doch mal was? Ja, da war eine Initiative. Sie gründete sich 2014, als das aus dem 16. Jahrhundert stammende Haus Peterstraße 20 abgerissen werden sollte – und hatte Erfolg. Zumindest die Fassade des Hauses konnte damals gerettet werden. Der Kempener Investor Ralf Schmitz, der an der Ecke Peterstraße/Donkwall einen Wohnhaus-Komplex mit Eigentumswohnungen plante, erhielt die Fassade aufwendig und integrierte sie in den Neubau. Mit zahlreichen Aktionen wie Internet-Umfragen trug sie 2018 dazu bei, dass die Landesburg vom Kreis wieder an die Stadt Kempen kam. Sie lieferte Expertisen zu Baumaßnahmen etwa an der Ellenstraße.

Jetzt also die Umwandlung in einen gemeinnützigen Verein, weil der nachhaltiger und verbindlicher arbeiten kann als die bisherige Initiative. Weil er auch Spenden entgegennehmen kann, um finanziell operieren zu können. Wozu? „Es geht um Bau- wie Bodendenkmäler, aber auch um immaterielles Kulturerbe wie Brauchtum und Sprache, kurz: um alles, was den Menschen Identität und Heimat bringt“, sagen Heinz Wiegers, langjähriges SPD-Ratsmitglied, und Kurt van Doorn, zwei von mehreren Galionsfiguren bei der Vereinsgründung. Im steten Austausch mit der Bevölkerung, aber auch in konstruktiver Zusammenarbeit mit anderen Vereinen, mit zuständigen Gremien, Ämtern, Institutionen soll das bewahrt und gefördert werden, was diese Stadt so besonders macht. Nicht Vereinsmeierei sei gefragt, sondern eine fIache Hie­rarchie im Sinne von Transparenz und Wirksamkeit. Dazu kommt: Der Verein der Zechenfreunde Niederberg hat sich am 20. September aufgelöst. Auch hier gilt es, eine Lücke zu füllen.